Wohin in Frankfurt währen der Messe?
Mit gutem Car-ma zur Auto-Pilgerstätte

Die IAA erhebt Frankfurt zur Auto-Pilgerstätte – und zur Dauerstaustrecke. Besser Sie fahren schon jetzt hin – Autos gibt es auch so genug zu sehen.

Und dann steht man im Stau. Schön blöd und dennoch passend, wenn man die weltweit größten Feiertage für Automobilisten in einer geduldigen Prozession hinter sich bringt. Die IAA macht aus einem alltagsbegleitenden Fortbewegungsmittel eine Ikone, einen Gral. Das Auto als Event. Und selbst der Stau wird zum Event, wenn das Innenleben des Voitures zum Entertainment Center mutiert. DSL, CD/R, High Definition TV – das Wohnzimmer auf Rädern als Ausdruck höchstmöglicher individueller Mobilität und Freiheit.

Kein neuer Gedanke, aber einer, der neuzeitlich aus Frankfurt stammt. In Mainhattan ist nicht nur Kapitalismus auf die Spitze getrieben (25 Hochhäuser über 100 Meter), auch das Denken ist auf hohem Niveau. Adorno, Horkheimer und Co formulierten schon in den 60ern den Begriff der individuellen Freiheit: „Glück kann nur in der Vereinzelung liegen, im völligen Rückzug aus der Gesellschaft“, fasst Wegbegleiter Gerhard Knapp einen Grundgedanken zusammen. 2007 ist die Vereinzelung in der Masse ein Phänomen – im Stau einer unter vielen, im eigenen Wagen das individuelle Glück, aus einer bescheidenen Situation das Beste machen.

Im Cocoon-Club muss man zum Wochenende auch mit einem kleinen Stau am Eingang rechnen. Zumal zu IAA-Zeiten, wenn das Gesamtkunstwerk des Businessman und Star-DJs Sven Väth gern gebuchte Abend-Event-Location ist. Und wie schon im Wagen: Das individuelle Glück beginnt im Innenraum. Hier, beim „Hochamt des internationalen Jetsets“ (so Sven Väth), lassen nicht nur Banker auf der 600 Quadratmeter großen Tanzfläche ihrem Bewegungsdrang freien Lauf. Cocoont wird auch im Liegen. Kaum zu glauben, das Club-Restaurant Silk, wo in der Horizontalen getafelt wird, und sein bestuhltes Pendant Micro haben es zu veritablem Ruhm gebracht. Und das nicht mit Damast und Tafelsilber-Ambiente, sondern auf einem hausgemachten Soundteppich.

Wer Frankfurt mobil mit dem Automobil erleben will, sollte ein Wochenende vor der IAA kommen. Bequem fährt man direkt unter die Bar (die im „Parkhaus Börse“ auf dem Dach untergebracht ist). Mit Glück erhascht man auf der Rückfahrt ins Hotel Pure – ganz in Messenähe – schon dann einen Blick, wenn die Tieflader mit automobilen Neuheiten vorbeiziehen, gar mit im Stau stehen.

Der lässt sich innerhalb Frankfurts leicht vermeiden, wenn man am Main entlang ganz autofrei unterwegs ist. Und von Café zu Café allmählich bis zur Gerbermühle wandert. Der Fußweg von dort auf die andere Mainseite kommt einem Rückzug gleich, bis man auf dem Union-Gelände auf Menschen trifft, die dort den Abend ausklingen lassen. In den benachbarten Autohäusern steht schon das ein oder andere neue Modell – und keine Menschenmengen darum herum.

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