Wohin nach der IAA?
Surf ’n Turf: Im Tempel der Steaks

Dieter Thomas Heck fasste die deutsche Neid-Debatte in einem Satz zusammen. "Ich kann auch nur jeden Tag ein Steak essen." Ein leichtfertiger Satz des großen alten Mannes des deutschen Unterhaltungsfernsehens. Denn das Reich der Steaks ist eine Klassengesellschaft.

Das Supermarkt-Steak entspricht in etwa einem Lada. Ein Steak in Kettenrestaurants wie Maredo oder Churasco ist ein solider Opel Astra. Ein argentinisches Steak der Edelgastronomie entspricht einem BMW der Fünferreihe. Dann kommt erst mal lange gar nichts.

Die Kathedrale der Steaks

Und wenn wir dann ganz weit nach oben blicken, kommen wir irgendwann zum Maybach unter den Steaks. Dann sind wir im Tempel der Tenderloins, Rib Eyes, Sirloins und Porterhouses: im Surf ?n Turf in Frankfurt. If steak were a religion, this would be its cathedral - und das ist noch untertrieben. Zum Steak gehört eine zünftige Umgebung. Das Surf ?n Turf im Grüneburgweg bietet hier eine Mischung aus Southfork-Ranch und altenglischer Bibliothek. Im Sommer lädt auch die geräumige Terrasse zum Verweilen ein.

Eigentlich unglaublich. Es gibt tatsächlich Leute, die sich vor einem Steak noch eine Vorspeise gönnen. Aber die Vielfalt ist doch zu verlockend.

Frankophile Gourmets greifen zu Achatschnecken gratiniert mit Kräuter-Knoblauch-Royal (12,90 Euro) oder Gebackenen Froschschenkeln mit würziger Mojo Relish (13,90 Euro). "Heuschrecken" wiederum laben sich am Iranischen Beluga Kaviar mit Kartoffelschnee (118,00 Euro). Unsere Wahl fällt auf Blätterteigröllchen gefüllt mit Crabmeat, Spinat und Parmesan (11,90 Euro), Gegrillte XL-Garnele mit gemischtem Salat (16,90 Euro) und Karotten Ingwer Suppe mit Meeresfrüchtebällchen (9,80 Euro).

Die Garnele ist knackig, die Suppe köstlich und das Blätterteigröllchen schön kross. Alsbald erscheint "Starkellner" Rocco und präsentiert das Aufgebot der Steaks. Leider spricht er so schnell, dass man seinen Auftritt schnell als zeremonielle Dreingabe abhakt und zur rustikal aufgemachten Speisekarte greift. Dort warten Steaks & Chops in den Größen Lady's Cut (220g, 21,90 Euro), Regular Cut (320g, 24,90 Euro) und der Holzfäller-Portion Lawyer's Cut (500g, 37,80 Euro). Typisch amerikanisch sind die Surf ?n Turf Filet und Hummer-Combos (Tagespreis), denen das Lokal auch seinen Namen verdankt. Die Wahl fällt, was an dieser Stelle niemanden mehr überraschen dürfte, auf Steak.

Crescendo von kraftvoller Würze

Besser gesagt, ein Cajun Blackened Style Filet (26,90 Euro) sowie ein Bluecheese Walnut Filet (24,90 Euro). Beides medium. Denn wenn ein Steak-Ketzer es wagt, sein Fleisch "well done" zu bestellen, wird er von Ahmed Yavus höchstpersönlich hinausgeworfen. Bei seinen Prime-Cut-Filets US-amerikanischer Provenienz versteht der Geschäftsführer keinen Spaß. Gut so, denn schon beim ersten Bissen setzt im Kopf des Genießers ein Symphonieorchester ein: Das mit einem dezenten Kräutermantel umhüllte Cajun Blackened Style Filet entfaltet ein Crescendo von kraftvoller Würze, es ist zart und saftig zugleich.

Ungezügelte Fleischeslust entfacht auch das buttrig-zarte Walnut Filet. So perfekt und doch so traurig. Denn danach kann man nie wieder ein Steak essen. Jedenfalls nicht, ohne an das Surf ?n Turf zu denken.

Surf 'nTurf
Grüneburgweg 95
Telefon: 069 - 72 21 22
»www.the-steakhouse.de

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