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Zähe Arbeit für die Zulieferer

Bosch-Chef Franz Fehrenbach hält auf deutsche Wertarbeit: „Wir haben mit der Qualität ein noch höheres Gut zu verteidigen als die Rendite“, setzt er klare Prioritäten. Und: „Es geht hier nicht in erster Linie um Geld, sondern um Vertrauen.“ Das Thema kam gestern nicht von ungefähr aufs Tapet: Ende Januar hatte Bosch mit einer mangelhaften Diesel-Hochdruckpumpe für Aufregung in der Branche gesorgt.

STUTTGART. Dabei war es dem weltgrößten Autozulieferer sogar gelungen, seine Kunden vor größeren Schäden zu bewahren. Nachdem Bosch den Fehler bei internen Tests entdeckt hatte, zog der Konzern die Notbremse, ehe die Autohersteller die betroffenen Fahrzeuge an Endkunden ausgeliefert hatten. Das Pumpen-Debakel war, so hofft die Zulieferbranche, der letzte Paukenschlag einer Phase der Qualitätsprobleme, mit denen sich die ganze Autoindustrie herumschlagen musste.

Bernd Gottschalk, Präsident des Branchenverbands VDA, ist sogar sicher, dass sich der Fehlertrend umgekehrt hat. Die Branche habe ihre Abläufe in der neuen Arbeitsteilung zwischen Herstellern und Zulieferern, die schon gut 70 Prozent der Wertschöpfung auf sich vereinen, neu strukturiert und sei dabei, sie weiter zu optimieren – gerade mit Blick auf die Qualitätssicherung.

In der Elektronik arbeiten Hersteller und Zulieferer hart an gemeinsamen Standards der Basisstrukturen, um Fehler und Entwicklungskosten zu minimieren. Dabei geht es vor allem darum, die Komplexität zu verringern. „Sie ist der Feind der Qualität“, sagt Gottschalk. Qualität aber hätten alle Unternehmen inzwischen zur Chefsache gemacht.

Die wachsende Komplexität der Produkte ist in der Tat eine wesentliche Ursache der Branchenprobleme. Sie entstand zum einen durch den immer höheren Elektronik-Anteil an der Automobiltechnik. Zum anderen kamen auch die deutschen Autobauer nicht umhin, dem Trend zur Individualisierung zu folgen, sprich: fast jedes Modell in immer mehr Varianten aufzufächern. Die Folge für die Zulieferer: eine Unmenge neuer Teile und Teilsysteme.

Zum Qualitätsproblem wurden auch die immer kürzeren Entwicklungszeiten, die sich auch auf die Testzeiten auswirkten. Auch dieses Problem hat die Zulieferbranche nach Ansicht von Bernd Bohr, Kraftfahrzeugtechnik-Chef der Bosch-Gruppe, inzwischen im Griff: „Die Industrie hat gelernt, mit dem Zeitdruck in der Entwicklung umzugehen. Komprimierte Tests helfen, die Zahl der Rekursionsrunden erheblich zu verringern. Es gibt Beispiele dafür, dass Produktionsanläufe zur weiteren Absicherung der Qualität verschoben wurden.“

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