Zahl der Alternativantriebe wächst: Diesel-Subventionen werden wohl sinken

Zahl der Alternativantriebe wächst
Verspielt der Diesel seine Vorteile?

Diesel-Subventionen werden wohl sinken

Dann müssen die Autohersteller nachweisen, dass ihre Motoren die Abgasgrenzen auch im Alltag einhalten, was vielen derzeit kaum gelingen dürfte. "Das schaffen sie nur, wenn regelmäßig Harnstoff eingespritzt wird", sagt Reinhard Kolke, Chef des ADAC-Technikzentrums in Landsberg am Lech. Dann müssen die Autofahrer auch die leeren Harnstofftanks bei jedem zweiten oder dritten Tankstopp auffüllen. Auch für Kolke ist daher klar: „Der Siegeszug des Diesel ist vorüber.“

Dieselfahrzeuge verkaufen sich überall dort gut, wo Staaten ihn mit Steuernachlässen auf den Kraftstoff subventionieren. Fast jedes zweite neue Auto in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden ist daher ein Diesel. In Belgien haben gar drei von vier neuen Autos einen Dieselantrieb. Dass dies ein künstlicher Boom ist, zeigt der Blick in die Schweiz oder nach Großbritannien, wo die Kraftstoffe gleich besteuert werden: Hier liegt der Dieselanteil unter 30 Prozent.

Dabei gibt es für Steuernachlässe keinen Grund. Diesel stößt wegen seines höheren Energiegehalts sogar mehr CO 2 aus als Benzin. Der litauische EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta machte sich daher für eine europaweit einheitliche Besteuerung für Diesel und Benzin stark. Damit legte er sich gleich mit zwei mächtigen Lobbygruppen an: den Autoherstellern und den Autofahrern. „Abzocke“ war noch die harmloseste Beschimpfung, die er für den Vorschlag kassierte.

Semetas Vorstoß, die Steuern für Diesel bis zum Jahr 2023 anzuheben, scheiterte daher Mitte April vorerst im EU-Parlament. Vom Tisch ist das Thema damit aber nicht. "Der Vorschlag kommt wieder", glaubt der selbstständige Berliner Technologieberater Peter Wandt. Denn an der Besteuerung von Energie nach ihrer Umweltfreundlichkeit führe mittelfristig kein Weg vorbei.

„Dieselmotoren bis 1,6 Liter Hubraum verschwinden mittelfristig vom Markt“, sagt Burkhard Göschel, Chef-Techniker beim kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna und einst Chef-Entwickler bei BMW. Die Konkurrenz ist zu groß.

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