Zulassung unklar
Neue Riesen-Laster begeistern Spediteure

In Finnland und Schweden fahren Giga-Liner schon seit Jahren, in Deutschland sind die extralangen Laster bisher nur im Rahmen weniger Testprojekte zugelassen. Ob sie schlussendlich zugelassen werden, ist noch unklar. Für die Branche aber sind mit den Riesen-LKWs große Hoffnungen verbunden.

SIEGBURG. Seit zwei Jahren hat der niedersächsische Fahrzeugbauer Krone den Giga-Liner im Programm: Der Lastwagen ist 25,25 Meter lang und bis zu sechzig Tonnen schwer. Mit einhundertfünfzig Kubikmetern Ladevolumen fasst der Riese fünfzig Kubikmeter mehr als ein normaler Laster. Der große Vorteil liegt für Krone-Marketingchef Frank Albers auf der Hand: „Man kann aus drei LKW zwei machen.“

In Finnland und Schweden fahren die langen Laster schon seit Jahren, in Deutschland ist der Giga-Liner bisher nur im Rahmen weniger Testprojekte zugelassen. Für bestimmte Strecken in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden Ausnahme-Lizenzen erteilt, damit Speditionen praktische Erfahrungen mit den Riesen-LKW sammeln können. Die Bundesanstalt für Straßenwesen beobachtet die Tests aufmerksam. Bis zum Jahresende will sie eine Studie abschließen, die die Auswirkungen von 60-Tonnern auf Verkehrssicherheit und Straßenverhältnisse untersucht.

Mit den Giga-Linern verbindet die Branche große Hoffnungen. Henning Wallentowitz, der das Institut für Kraftfahrwesen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen leitet, betont die Möglichkeit, „Raum auf der Straße zu schaffen.“ Mit jedem Lastwagen falle ein Sicherheitsabstand weg – und der Autobahnverkehr werde entlastet.

Doch die Riesen-LKW, in Fachkreisen auch Euro-Combi genannt, sorgen nicht nur für Schwärmereien. Der Automobilclub ADAC zum Beispiel befürchtet eine noch stärkere Straßenabnutzung als durch die bisher üblichen Laster, die mit einer Länge von maximal 18,75 Metern bis zu vierzig Tonnen wiegen. „Das Gegenteil ist der Fall“, weist Forscher Wallentowitz diese Bedenken zurück. Durch eine höhere Achsenanzahl verteile sich die Last besser, so dass die einzelne Achse ungefähr zwei Tonnen weniger Gewicht auf die Straße drücke als die eines normalen LKW.

Weiterhin warnen Kritiker vor katastrophalen Folgen, wenn ein Giga-Liner auf ein Stau-Ende auffahre oder die Leitplanke niederreiße. „Natürlich muss man solche Argumente ernst nehmen“, sagt Albers vom Hersteller Krone, „aber man sollte auch sehen, welche Risiken durch Technik minimiert werden können.“ zum Beispiel erkennen moderne Fahrerassistenzsysteme Hindernisse auf der Fahrbahn und bremsen automatisch – oder greifen dem Fahrer bei unge-wolltem Spurwechsel aktiv ins Lenkrad. „Die Technik ist vorhanden“, versichert Wallentowitz.

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