Zusätzliche Produktion beim Zulieferer Magna Steyr
Nachfrage sprengt die Chrysler-Kapazitäten

Chrysler, die US-Sparte des Autokonzerns Daimler-Chrysler, spannt wegen starker Nachfrage verstärkt Fremdfirmen in die Produktion ein und lässt von Juni 2005 an sein erfolgreich gestartetes neues Modell Chrysler 300C auch vom österreichischen Zulieferer Magna Steyr fertigen.

hz FRANKFURT/M. Die Limousine 300C, die als Kombi Dodge Magnum heißt, gilt als eine der erfolgreichsten Neueinführungen der US-Sparte des Konzerns. Mit der Produktionsvergabe nach Europa verschafft Chrysler seinem kanadischen Werk Brampton Luft, das erst vor wenigen Tagen ankündigte, die Produktion der Modelle um rund 50 Prozent auf rund 300 000 Autos pro Jahr bis an die Kapazitätsgrenze zu steigern.

„Die Nachfrage nach dem 300C außerhalb Nordamerikas ist größer als wir gedacht haben“, begründete Chrysler-Chef Dieter Zetsche den Schritt. Die Erfolgsmeldung stimmt Experten zuversichtlich für die heutigen Konzernzahlen des Konzerns zum dritten Quartal. Danach ist das ehemalige Sorgenkind Chrysler neben der Nutzfahrzeugsparte maßgeblich für den erwarteten Gewinnanstieg im Konzern verantwortlich. Chrysler steht in den Analystenschätzungen mit einem Quartalsgewinn von 270 Mill. Euro zu Buche und hat in den ersten neun Monaten operativ die Milliardenschwelle überschritten. Zetsche versprüht seit Monaten Optimismus, während seine Wettbewerber General Motors (GM) und Ford sparen müssen. Im vergangenen Jahr hatte Chrysler noch einen operativen Verlust von 506 Mill. Euro eingefahren.

Mit der Fertigung in Graz verschafft sich Chrysler mehr Spielraum für seine Expansionspläne in Westeuropa, wo die US-Sparte ihren Marktanteil innerhalb von fünf Jahren auf 1,4 Prozent verdoppeln will. Der auffällig gestaltete 300C nimmt in diesen Planspielen eine wichtige Rolle ein. Bereits 2005 will das Unternehmen 10 000 Chrysler 300 C in verschiedenen Ausführungen auf Auslandsmärkten verkaufen. Die in Österreich gefertigten Modelle sollen alle in den Export gehen, während die in Kanada gebauten Wagen komplett für den US-Markt bestimmt sind.

Chrysler versucht so, das Angebot der Nachfrage anzupassen. „Wir könnten 30 Prozent mehr verkaufen, wenn wir die Autos hätten“, sagte Zetsche dem Handelsblatt vor einem Monat. Wegen der Fragmentierung des US-Marktes und des harten Wettbewerbs hat originelles Styling einen hohen Aufmerksamkeitswert. Die neuen Chrysler-Produkte wie der 300C lassen sich derzeit mit deutlich niedrigeren Preisnachlässen verkaufen als sie die Konkurrenten Ford und GM für die meisten Modelle geben müssen. Magna Steyr produziert für Chrysler auch den Jeep Grand Cherokee sowie den Voyager Minivan.

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