ADAC
Premiumkraftstoffe bringen nichts

Nur wenige Fahrzeuge verfügen über sensible Klopfsensoren, die besonders hochwertige und teure Kraftstoff überhaupt erkennen können. Sinnvoller ist für Normal-Autofahrer deshalb, ihre Fahrweise zu optimieren.
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München"Die Benzinkraftstoffe 'Ultimate' oder 'V-Power' haben bei unseren Tests keine Vorteile gebracht. Und da sie sehr teuer sind, ist eigentlich die Empfehlung nicht gegeben, diese zu tanken." So lautet eine Aussage des ADAC gegenüber der Nachrichtensendung "NDR aktuell" im NDR Fernsehen. Christian Schäfer vom "ADAC Hansa" erklärte gegenüber der Nachrichtensendung einzig bei Dieselkraftstoffen sei eine minimale Mehrleistung zwischen drei und fünf Prozent zu verzeichnen. "Allerdings zu einem deutlich höheren Preis", so Schäfer.

Das Problem: Nur wenige Fahrzeuge verfügen über Klopfsensoren, die den hochwertigen Kraftstoff erkennen können, so der ADAC. Sinnvoller ist für Normal-Autofahrer deshalb, ihre Fahrweise zu optimieren und dadurch den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.

Kommentare zu " ADAC: Premiumkraftstoffe bringen nichts"

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  • Vorab: ich bin kein Ingenieur, nur interessierter Nutzer. :-)

    Wie kann ein Saugmotor von klopffesteren Sprit profitieren?
    Durch aggressivere Frühzündung.

    Bei alten Daimlern gab es Zündabgleichstecker, mit denen man dem Fahrzeug mitgeteilt hat, ob es nun mit Normal, Super oder Super Plus gefüttert wird. Noch früher hat man den Verteiler verdreht: 98oct 1-2° früher als 95...

    Irgendwo ist natürlich eine Grenze da, wie weit man den Zündzeitpunkt vorziehen kann: wenn der Verbrennungsdruck schon vor Erreichen des O.T. anliegt würde der Motor ja gegen sich selber arbeiten. Das wäre äußerst blöd.

    Es kann natürlich sein, daß die Jungs bei Opel sich mit der Optimierung auf 95 oct so viel Mühe gegeben haben, daß mit der Zündung einfach nichts mehr zu holen ist. Der beim X30XE getriebene konstruktive Aufwand ist für einen so alten Saugmotor ja schon recht erheblich. (Ich war mit dem Motor auch überaus zufrieden: letztes Jahr 48.000 absolut zuverlässige Kilometer in neun Monaten abgerissen, Vmax jenseits der 230km/h, und auf der Langstrecke bei Richtgeschwindigkeit mit vier Personen und Gepäck verbrauchte der dennoch nur 8,6 L/100km - nein, schlecht konnte man den Motor/das Auto nun wirklich nicht nennen. Vor allem nicht bei dem Kaufpreis im Gegenwert von einer Flasche Rotwein. Vielleicht kam das im letzten Beitrag falsch rüber.


  • Guter Beitrag!

    Aber zu dem "Rüsselsheimer Saugmotor":
    Abgesehen davon, dass die wirklich keine ingenieurstechnische Meisterleistung sind. Aber wenn das gute Stück keinen Turbo hat und die Verdichtung geometrisch festgelegt ist (vermutlich optimale Auslegung auf 95Okt), wie soll der Motor dann das Mehrpotential von 98er/100er Sprit nutzen können?

  • Gibt es tatsächlich noch Motoren ohne Klopfsensoren?

    Selbst mein alter Saab von 1985 hat sowas. Und weil dessen Steuergerät keine Rücksicht auf gespeicherte Drehmomentkurven nimmt, sondern ganz stumpf nur bei Klopfen den Ladedruck reduziert und bei Abwesenheit von Klopfen immer höhere Ladedrücke erlaubt geht die Kiste mit dem teuren Sprit auch wie die Seuche. Gegenüber 98octanigem von der Billigtanke tatsächlich deutlich mehr Ladedruck. Interessanterweise scheint das super plus von Esso aber auch deutlich hochwertiger als für die Norm gefordert zu sein, das steht dem blauen Stoff und dem Zeug von der Muscheltanke nämlich kaum nach. Andere 98-oktanige Kraftstoffe fallen aber deutlich ab.
    Interessanterweise führt der blaue Weltraumspit zu einem heftigen Mehrverbrauch.

    Der zweite Schwede (Modelljahr 89) kann mit dem guten Sprit noch deutlich mehr anfangen: der fährt mit besserm Sprit nämlich eine deutlich aggressivere Zündung. Bei normaler Fahrweise ist die Kiste tatsächlich mit besserem Sprit meßbar sparsamer. (Ausnahme: das blaue Zeugs.) Mit e10 braucht der übrigens auch weniger als smit super e5, was zunächst einmal aufgrund des geringeren Energiegehaltes recht unwahrscheinlich erscheint. Nachdem die Karre aber mit e10 fast so viel Ladedruck aufbaut wie mit super plus scheint e10 in der Praxis durch den Alk aber klopffester als 95 oct zu sein.

    In einem anderen Auto dagegen (Rüsselsheimer Saugmotor) boten klopfestere Treibstoffe als das empfohlene 95 oct. weder Mehrleistung noch Minderverbrauch. Mit e10 stellte sich der zu erwartenden Mehrverbrauch ein. Dieses Motormanagement war offensichtlich nicht in der Lage, die bessere Kloffestigkeit auszunutzen.


    Fazit: das teure von der Muscheltanke taugt, das blaue Zeug nur bedingt. Wenn das Steuergerät zu dumm ist, dann ist das rausgeworfenes Geld, wenn die Ingenieure was auf dem Kasten hatten, dann macht der Wundersprit auch einen Unterschied. Der Minderverbrauch gleicht die Mehrkosten ggü 98 oct. aber nicht aus.

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