ADAC überteuert
Versicherer bieten günstigere Schutzbriefe

Wer sich auf den Schutzbrief „ADAC Plus“ des größten deutschen Automobilclubs verlässt, der zahlt im Vergleich zur Konkurrenz am meisten. Die günstigsten Anbieter bei gleichzeitig guter Leistung sind die Versicherer.
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StuttgartIn einem Vergleich der Schutzbriefleistungen von Autoclubs und Versicherungen durch die Zeitschrift "auto motor und sport" war der weltweit geltende ADAC-Schutzbrief mit einem Preis von jährlich 84 Euro der teuerste Schutz. Und dies, obwohl beispielsweise die Pannenhilfe beim ADAC-Angebot bei 300 Euro gedeckelt ist. Auch der maximale Tagessatz von 52 Euro für einen Mietwagen liegt am unteren Ende im Vergleich.

Viel besser dran sind die Mitglieder beim Autoclub von Deutschland (AvD). Dort gibt es keine Obergrenze für die Pannenhilfe, das Mietauto darf 60 Euro pro Tag kosten. Dafür kostet der Schutzbrief aber mit 64,90 Euro zwanzig Euro weniger als beim ADAC.

Noch günstiger ist der Auslandsschutz beim ACE mit 62,80 Euro, allerdings ist die Pannenhilfe mit einer Obergrenze von 105 Euro viel zu knapp kalkuliert. Ein gutes Angebot macht dagegen der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). Für 72,80 Euro bietet der Club unbegrenzte Pannenhilfe und Bergung, mit 60 Euro Tagessatz fürs Mietauto liegt der ARCD mit dem AvD an der Spitze.

Die günstigsten Anbieter bei gleichzeitig guter Leistung sind die Versicherer. In Verbindung mit einer Autoversicherung verlangt die Allianz zum Beispiel nur 9,79 Euro extra für ihren Schutzbrief. Allerdings ist er dafür spartanisch ausgestattet. Die Pannenhilfe darf maximal 100 Euro kosten, das Hotel maximal 60 Euro und der Mietwagen muss mit 50 Euro pro Tag der billigste im Test sei.

Deutlich besser sind die Leistungen der Ergo-Versicherung, die allerdings auch zwischen 55 und 65 Euro für ihre Schutzleistungen verlangt. Bergung und Pannenhilfe dürfen dafür aber auch jeweils 500 Euro kosten und das Hotel ist mit maximal 100 Euro pro Tag das teuerste im Test. Nur beim Mietwagen gewährt Ergo lediglich 52 Euro pro Tag.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

Kommentare zu " ADAC überteuert: Versicherer bieten günstigere Schutzbriefe"

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  • @Rudolf-Hass, dem ist eigendlich nicht so, die HUK arbeitet mit Assistance-Partner, bzw ist sogar Mit-Gesellschafter und Mitgründer von Assistance-Partner.
    Das Netz ist mit 1700 Fahrzeugen der "Silbernen Flotte" sehr gut bestückt und arbeitet flähendeckend.
    Wenn ein gelbes Fahrzeug kommt, dann ist das eine Firma die sowohl Verträge mit dem ADAC wie auch mit Assistance-Partner hat, normalerweise darf der aber nicht mit einem gelben Fahrzeug anfahren, wird aber trotzdem ab und zu gamacht. Kommt das raus bekommt er Abzug an der Vergütung.
    Die "silberne Flotte" von Assistance-Partner deckt z.Z, 65% der Versicherungen ab, deshalb sieht man keine Fahrzeuge mit HUK oder ERGO Beschriftung, das ist alles unter "Assistance Partner" zusammengefasst.
    Die Allianz werket mit eigenen Partnerbetrieben rum, oft sind das aber AVD-Parter, Allianz und die ehemalige Mondial firmieren unter AGA (Allianz Global Assistance) und der AVD hängt da auch irgendwie mit drinnen.

  • Dann sollte man sich doch erst recht fragen, wieso der ADAC so viel von seinen Mitglieder "abkassiert", wenn er es doch für andere viel günstiger hinbekommt. wo bleibt das überschüssige" Geld?

  • Tja, nur geben die Versicherer ungern zu, dass im Pannenfall dann letztlich doch der ADAC zum tragen kommt, da nur dieser über eine ausreichende Flotte von Pannendienstlern verfügt.

    Bei der Bruderhilfe bzw. HUK ist es so.

    Oder hat schonmal jemand eine Allianz Pannenstreife gesehen?

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