Aktion gegen Raser Blitz-Marathon in vielen Bundesländern

Am 21. April gibt es in weiten Teilen Deutschlands wieder einen sogenannten Blitz-Marathon mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Bei der Aktion sind Tausende Polizisten an Tausenden Stellen im Einsatz.
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Am Donnerstag (21. April) gibt es in weiten Teilen Deutschlands wieder einen sogenannten Blitz-Marathon mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Foto: Armin Weigel Quelle: dpa
Blitz-Marathon

Am Donnerstag (21. April) gibt es in weiten Teilen Deutschlands wieder einen sogenannten Blitz-Marathon mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei. Foto: Armin Weigel

(Foto: dpa)

Beim Blitz-Marathon im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Deutschland mehr als 91.000 Raser erwischt. Den offiziellen Angaben zufolge waren knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge zu schnell unterwegs. In diesem Jahr sind bei der ganztägigen Aktion aber nicht alle Bundesländer mit von der Partie: Mit dabei sind die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern, wie eine dpa-Umfrage bei den zuständigen Behörden ergab. Außerdem beteiligen sich Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Nicht dabei sind in diesem Jahr mindestens fünf Bundesländer: Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bremen. Noch offen war die Entscheidung zunächst in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland.

Sachsens Innenministerium erklärte den Verzicht mit „unverhältnismäßig” hohem Planungs- und Personalaufwand. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte bereits im November 2015 gesagt, dass die Polizei angesichts größerer Terrorgefahr auf weniger Wichtiges verzichten müsse - als Beispiel nannte er überregionale Großkontrollen wie den Blitz-Marathon.

Der „Focus” berichtete am Wochenende zudem, Niedersachsen habe als Begründung für die Nicht-Teilnahme auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama am Sonntag direkt nach dem Blitz-Marathon verwiesen. Außerdem hege Innenminister Boris Pistorius (SPD) Zweifel an dessen Sinn: „Unser Ziel, die Zahl der Unfälle, Verunglückten und vor allem Getöteten nachhaltig zu senken, haben wir bisher mit dem Blitzer-Marathon nicht erreicht”, sagte er dem Magazin.

Was uns im Auto ablenkt
Ablenkung im Auto
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1000 Autofahrern hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov in einer repräsentativen Umfrage für die DA Direkt Versicherung befragt, fast die Hälfte (47 Prozent) gab an, schon einmal durch eine Ablenkung in eine brenzlige Verkehrssituation geraten zu sein. Hier die häufigsten Ursachen.

Platz 10: Rauchen
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Der Glimmstängel am Steuer war bei 18 Prozent der Befragten schon einmal ein derart genussvolles Erlebnis, dass sich dadurch die Konzentration auf den Straßenverkehr gefährlich verminderte.

Platz 9: Spiegel richten
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Rückspiegel und Außenspiegel sind unverzichtbar für sicheres Fahren. Wer sich während der Fahrt dem Richten der Spiegel widmet, kann dadurch aber erheblich vom Geschehen auf der Straße abgelenkt werden. Bei 21 Prozent der Befragten war das schon einmal der Fall.

Platz 8: Tiere im Fahrzeug
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Vierbeiner im Auto sorgen leicht für Ablenkung. 21 Prozent der Autofahrer hatten schon einmal ein entsprechendes Erlebnis.

Platz 7: Kinder im Auto
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icht nur Vierbeiner sind potenzielle Ablenker. 23 Prozent der Befragten nannten Kinder an Bord als Ursache für Unaufmerksamkeit im Verkehr.

Platz 6: Körperpflege
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Rund ein Fünftel (23 Prozent) der Befragten gab an, während der Autofahrt schon einmal abgelenkt gewesen zu sein, da man sich der Körperpflege widmete.

Platz 5: Essen und Trinken
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Der Verzehr von Speisen und Getränken führte bei 30 Prozent der Autofahrer zu gefährlicher Unaufmerksamkeit.

Dennoch soll in mehr als 20 europäischen Staaten geblitzt werden, wie der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger vor einigen Tagen ankündigte. Die Aktion dauere von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr; in den vergangenen Jahren war meist jeweils 24 Stunden kontrolliert worden. Doch Experten meinen, die Wirksamkeit sei beim jetzt gewählten Zeitraum höher.

Der Blitz-Marathon kann nach einer ADAC-Mitteilung einen Beitrag leisten, den Verkehrsteilnehmern die Gefahren von zu schnellem Fahren bewusst zu machen und sie zu sensibilisieren. Dies geschehe auch dadurch, dass Medien bereits Tage vor der Aktion darüber berichten.

Der Club empfiehlt aber, die Geschwindigkeitsüberwachung auf notorische Raser zu fokussieren. Dazu müsse vorrangig nachts, an Wochenenden und auf Motorradstrecken kontrolliert werden. Die massenhafte Ahndung geringfügiger Überschreitungen im Berufsverkehr fülle zwar Kassen, trage aber kaum zu mehr Verkehrssicherheit bei.

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