Aktuelles Urteil: Deutliche Mitschuld beim Fahren auf der Busspur

Aktuelles Urteil
Deutliche Mitschuld beim Fahren auf der Busspur

Mal eben die Busspur zum Abbiegen benutzen? Keine gute Idee, hat ein Gericht nun entschieden. Wenn es zum Unfall kommt, wiegt der Verkehrsverstoß schwerer als eine Missachtung der Vorfahrt.
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Kollidiert ein Linksabbieger mit dem Gegenverkehr, trägt normalerweise der unvorsichtig abbiegende Autofahrer die Hauptschuld. Fährt der entgegenkommende Pkw allerdings auf der Busspur, sieht die Sache anders aus, hat das Amtsgericht Aachen entschieden.

Zwei Autofahrer wollten beide auf ein Tankstellengelände abbiegen und kollidierten dabei. Der Fahrer auf der Busspur war überzeugt, der Linksabbieger habe Schuld, da er ihm die Vorfahrt genommen habe. Er habe die Busspur nur benutzt, um längere Wartezeiten im Stau zu vermeiden, da er sowieso abbiegen wollte.

Die Richter sahen den Fall nicht so eindeutig. Der Linksabbieger hätte den Unfall danach vermeiden können, wenn er sorgfältiger auf den Gegenverkehr geachtet hätte. Trotzdem musste der Fahrer auf der Busspur 60 Prozent des Schadens übernehmen. „Verbotenerweise auf der Busspur zu fahren wiegt hier schwerer als die Vorfahrtsmissachtung“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Nolting von der Deutschen Anwaltshotline.

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