Auto-Unterhaltskosten Plug-in-Hybride schlagen reine E-Autos - rechnerisch

Wer seine Autokosten gering halten will, sollte kein reines Elektroauto kaufen. Ein Plug-in-Hybrid mit zusätzlichem Verbrennungsmotor hingegen kann sich eher lohnen. Zumindest theoretisch.
  • Holger Holzer
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  • Spotpress
E-Autos im Kostenvergleich - Für Sparen immer noch keine Option Quelle: BMW
E-Autos sind für scharfe Rechner immer noch keine Kaufoption

Im Kostenvergleich des ADAC haben kleine Diesel und Spar-Benziner die Nase vorn

Der Kauf eines Elektroautos lohnt sich unter finanziellen Gesichtspunkten selten. Nur wenige Modelle können es bei den realen Kosten pro Kilometer mit konventionell motorisierten Fahrzeugen aufnehmen, wie aus Vergleichsrechnungen des ADAC hervor geht. Überraschend gut schneiden jedoch Plug-in-Hybridmodelle ab.

Demnach kostet ein VW Golf GTE mit Plug-in-Hybridtechnik seinen Käufer bei fünfjähriger Haltedauer und 15.000 Kilometern jährlicher Fahrleistung 48,9 Cent pro Kilometer. Sowohl der vergleichbare Diesel als auch der entsprechende Benziner kommen mit 51,1 Cent beziehungsweise 54,8 Cent teurer. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Kaufpreis, Wertverlust, Betriebskosten sowie Steuern und Versicherung.

Auch bei anderen Modell-Trios kann die Wahl des Plug-in-Hybriden lohnen: Beim BMW 3er kommt die Strom-Benzin-Variante (64 Cent) günstiger als die konventionellen Modelle (Benzin: 70,2 Cent, Diesel: 74,5 Cent), ebenso bei Audi A3, Porsche Panamera Hybrid und Mercedes C-Klasse. Insgesamt lag in 27 Vergleichsgruppen 13 Mal der Plug-in-Hybrid vorn.

Doch es gibt ein großes „Aber“: Denn der ADAC legt bei seiner Berechnung die Normverbräuche der Hersteller zugrunde, die bei Plug-in-Hybridmodellen über die Maßen unrealistisch sind. Im Alltag dürfte der Kostenvorteil - wenn überhaupt noch vorhanden - deutlich kleiner ausfallen.

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Akkumulator

Ein wiederaufladbarer Speicher für elektrische Energie auf elektrochemischer Basis. Im engeren Sinne ist mit Akkumulator beziehungsweise Akku lediglich eine einzelne Speicherzelle gemeint, allgemeinsprachlich werden aber auch die zusammengeschalteten Speicherelemente wie sie im E-Auto vorkommen als „Akku“ bezeichnet.

Auch die Bezeichnung „Batterie“ ist hierfür gängig, auch wenn sie historisch oder fachsprachlich in etwas eingeschränkterem Sinne genutzt wurde und wird. Häufig in der Bedeutung von „nicht-aufladbare Batterie“. Letztlich kann man „Batterie“ als Oberbegriff verstehen, unter den neben nicht-wiederaufladbaren Speichern eben auch Akkus fallen. In vielen Fällen werden beide Begriffe heute synonym verwendet, lediglich, wenn speziell die Wiederaufladbarkeit betont werden soll, empfiehlt sich das präzisere „Akku“.

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Ampere

Einheit der elektrischen Stromstärke (A). Stellt man sich den Stromfluss analog als Fließen von Wasser durch ein Rohr vor, entspricht die Stromstärke dem Rohrdurchmesser. Der Wasserdruck ließe sich mit der Stromspannung (V) gleichsetzen. Beide Faktoren gemeinsam entscheiden, wie hoch die Leistung ist. Letztlich also, wie viel Energie für den Betrieb eines Wasserrades oder Motors zur Verfügung steht.

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Brennstoffzelle

Spricht man von einem Brennstoffzellen- oder Wasserstoff-Fahrzeug, so ist dennoch ein Elektrofahrzeug gemeint. Bei diesem tank man statt Strom, Diesel oder Benzin aber flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

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Chademo

Abkürzung für „Charge de Move“ und Bezeichnung des japanischen Schnellladesteckers-Systems, das vom Energiekonzern Tepco und den Autoherstellern Nissan, Mitsubishi, Toyota und Subaru entwickelt wurde. Die typische Ladeleistung liegt bei 50 kW, es sind allerdings auch höhere Werte möglich. Konkurrenzstandard ist das deutsche CCS-System, beide Steckertypen sind nicht kompatibel.

huGO-BildID: 33217718 Erfurt, 01.10.2013 Ein Elektroauto steht an einer öffentlichen Ladesäule der Stadtwerke Erfurt (SWE) auf dem Erfurter Domplatz.
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CCS

Steht für „Combined Charging System” und ist die deutsche Version des Schnellladesteckers für Gleichstrom mit hohen Ladeleistungen bis 170 kW. Er kommt lediglich als festes Ladekabel an Stationen vor. Genutzt werden kann er aktuell nur von sehr wenigen Fahrzeugen, etwa dem VW E-Up.

Der Konkurrenz-Standard ist das Chademo-System eines japanischen Konsortiums, der vor allem von japanischen und französischen Autos unterstützt wird. Alle Hersteller des europäischen Automobilhersteller-Verbandes ACEA unterstützen den CCS-Standard. 

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Elektroauto

Im engeren Sinne die Bezeichnung für ein batteriegetriebenes E-Auto mit oder ohne Range Extender. Im weiteren Sinne sind bezogen auf ihre Antriebsart auch Brennstoffzellen-Fahrzeuge E-Autos. Auch Plug-in-Hybride werden häufig – besonders in offiziellen Statistiken – den E-Autos zugeschlagen.

Dass der Preisvorteil für den Hybriden sowieso keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt etwa der Volvo V60, der mit Doppelantrieb teurer (77 Cent) ist als mit konventioneller Dieseltechnik (70,6 Cent). Der Schwede leidet dabei unter dem relativ hohen Preis; anders als die Wettbewerber kommt bei dem Plug-in-Hybriden als Verbrenner ein besonders sparsamer Diesel an Stelle des günstigeren Benziners zum Einsatz.

Auch bei den reinen Elektroautos belastet vor allem der hohe Kaufpreis die Bilanz der Unterhaltskosten. Trotz der Prämie von 4.000 Euro fällt diese noch immer zugunsten konventioneller Modelle aus. In 27 Vergleichsgruppen war das E-Auto nur sechs Mal der Kostensieger – und das auch nur knapp.

Mit 42,1 Cent pro Kilometer galt das etwa für den Kia Soul EV (Benziner: 42,3 Cent, Diesel: 43,1 Cent). In der Regel müssen E-Auto-Käufer deutlich drauf zahlen. So etwa beim Bestseller BMW i3, der 47,8 Cent pro Kilometer kostet, während der Mini Cooper S aus dem gleichen Konzern mit 43,4 Cent auskommt. Auch Renault Zoe (46,4 Cent) und Nissan Leaf (50,6 Cent) sind laut ADAC kostspieliger als ihre jeweiligen Vergleichsmodelle.

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3 Kommentare zu "Auto-Unterhaltskosten: Plug-in-Hybride schlagen reine E-Autos - rechnerisch"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Grammatik-Korrektur:
    Warum verlässt sich der ADAC bei seinen Berechnungen nur auf die Herstellerangaben? Das ist ja so, als wenn man sich auf die Versicherung der
    nordkoreanischen Regierung verlassen würde, dass in ihrem Land die Menschenrechte in jeder Hinsicht gewährleistet seien.
    Wann kommen endlich die realitätsnahen Verbrauchsmessungen?

  • Warum verlässt sich der ADAC bei seinen Berechnungen nur auf die Herstellerangaben? Das ist ja so, als wenn man sich auf die Versicherung der
    nordkoreanischen Regierung verlassen würde, dass in ihrem Land die Menschenrechte in jeder Hinsicht gewährleistet sei.
    Wann kommen endlich die realitätsnahen Verbrauchsmessungen?

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