Autofahrer-Ratgeber
Geblitzt – und jetzt?

Roter Blitz, Schrecksekunde, Blick auf den Tacho: Wer diese Situation schon öfter erlebt hat, muss wahrscheinlich gegen jeden zusätzlichen Verkehrssünder-Punkt kämpfen. Die Möglichkeiten in fünf Schritten.
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DüsseldorfAuch wenn die Behörden den heutigen Blitz-Marathon gut vernehmbar angekündigt haben, erwischt es doch immer wieder unaufmerksame Autofahrer. Und seit der Flensburger Punktereform ist der Führerschein bereits bei acht Punkten weg. Wer beruflich auf den „Lappen“ angewiesen ist, für den kann jeder zusätzliche Punkt in der Verkehrssünderkartei problematisch sein. Vor allem, wenn das eigene Punktekonto bereits belastet ist, lohnt es sich, gegen ein Blitzer-Foto vorzugehen.

Schritt 1: Zunächst sollten Autofahrer von ihrem Recht zu Schweigen Gebrauch machen. Wird man von der Polizei nach der Radarkontrolle angehalten, macht man besser keine Angaben zur Geschwindigkeitsüberschreitung und äußert auch keine Entschuldigungen wie „Ich hatte es eilig.“ Nur Angaben zu Ihrer Person kann man nicht verweigern. Sinnvoll kann diese Aussageverweigerung sein, wenn man Einspruch einlegen will.

Flattert der Anhörungsbogen der Bußgeldstelle ins Haus, sollte man ebenfalls keine Angaben zur Sache machen und nicht zugeben, dass man am Steuer saß, empfiehlt der Deutsche Anwaltverein.

Schritt 2: Richtig Einspruch einlegen. Wer eine Bußgeldforderung bekommt, muss nicht sofort zahlen, sondern kann dagegen Einspruch einlegen. Dafür hat man ab Zugang des Bescheids zwei Wochen Zeit. Um die Einspruchsfrist zu wahren, kann man zunächst selbst ein Schreiben aufsetzen, indem man kurz mitteilt, dass man Einspruch einlegt. Gründe müssen dabei noch nicht genannt werden. Danach führt in einem Bußgeldverfahren aber an einem Anwalt kein Weg vorbei.

Schritt 3: Sieht es kritisch aus, holt man sich anwaltliche Hilfe, das geht leichter mit einer entsprechenden Rechtsschutzversicherung. Wichtig: Diese prüft zunächst, ob eine Kostenübernahme im Streitfall überhaupt infrage kommt. Beim konkreten Vorgehen gibt es verschiedene dann Ansatzpunkte.

Zum einen den der Verjährung: Innerhalb von drei Monaten ab der Ordnungswidrigkeit müssen die Behörden den Fahrer ermittelt und einen Bußgeldbescheid erlassen haben. Die Verjährungsfrist kann durch eine Anhörung unterbrochen werden, dann beträgt sie erneut drei Monate. Das geht aber nur einmal, in der Regel geschieht das durch den Anhörungsbogen, den die Bußgeldstelle verschickt.

Ist der Autofahrer aber direkt nach dem Blitzen von der Polizei angehört worden, läuft die Frist ab dann. Weil die Bußgeldbehörde oft nicht prüft, ob die Beamten den Autofahrer schon angehört haben, lässt sie sich zu viel Zeit. So kann sich das Problem auch schon mal von selbst erledigen.

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Im Zweifel gegen den Schnellfahrer

Kommentare zu " Autofahrer-Ratgeber: Geblitzt – und jetzt?"

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  • "Vor allem, wenn das eigene Punktekonto bereits belastet ist, lohnt es sich, gegen ein Blitzer-Foto vorzugehen."

    Selbst dann wenn ich meine Schuld nicht anzweifle?
    Ich bin vielleicht naiv, aber das ist für mich ein absolutes asoziales Verhalten, bei dem man sich auf Kosten der Allgemeinheit einen persönlichen Vorteil erkämpfen will. Nach dem Motto "Dreistreit siegt".

  • Ich probiere es immer wieder, schaffe es aber nicht, muss mehr trainieren auf meinem Fahrrad.
    Aber toll das man so einen wichtigen Artikel kommentieren darf!

  • Also als korrekter Deutscher würde ich erstmal das TÜV-Siegel des Blitzers überprüfen wollen und dann ob der jenige der den Blitzer aufgestellt hat auch dazu berechtigt war überprüfen. Falls dann der Termin zur Einsicht gegeben wurde, würde ich das OWG-Beschluss von einem berechtigten Menschen unterschrieben haben wollen! Wenn diese Punkte abgehackt sind, zahle ich gerne!
    Haken: Die werden das nicht nachweisen können, also werden Sie das Verfahren einstellen! Tipp für jnd der die Abzocke nicht mehr mitmachen möchte...

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