Autoversicherung
Kündigen, wenn die Prämien steigen

Zahlreiche Autoversicherer erhöhen fürs nächste Jahr ihre Prämien. Kunden sollten die Chance zu einem Anbieterwechsel nutzen. Neben einem Sparpotenzial locken bessere Leistungen.
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Viele Kunden erhalten jetzt unangenehme Post von ihrem Versicherer. Die Mehrzahl der Gesellschaften erhöhen zum nächsten Jahr ihre Preise, darunter auch die Marktführer Huk Coburg und Allianz. Im Schnitt steigen die Prämien um fünf Prozent. Einige Tarife steigen aber sogar um mehr als zwanzig Prozent.

Versicherte müssen sich ob des Prämienanstiegs nicht grämen. Immerhin bietet eine Beitragserhöhung die Möglichkeit zur Sonderkündigung. Wenn betroffene Kunden also den den Wechsel zum Stichtag 30. November verpasst haben, können sie bei einem Wechsel des Anbieters häufig ein Sparpotenzial von einigen hundert Euro realisieren. "Das Sparpotenzial bei einem Wechsel kann schnell bis zu 75 Prozent betragen", sagt Ivana Höltring, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Nafi.

Längst nicht alle Kunden schafften es im November trotz Prämienerhöhungen, sich um eine günstigere Police zu kümmern. Denn viele Versicherer verschickten die Hiobsbotschaft erst ganz knapp vor dem Wechselstichtag, wie Bianca Boss vom Bund der Versicherten bemängelt. Manchmal sogar erst danach. Nach Erhalt des Schreibens haben die Versicherten noch einen Monat Zeit für eine außerordentliche Kündigung. Dieses Recht steht jedem Autofahrer zu, dessen Kfz-Police sich zum 1. Januar 2012 verteuert, ohne dass ein Schaden die Ursache dafür ist.

Hatte ein Kunde erst am 29. November die Preiserhöhung seines Versicherers im Briefkasten, bleibt ihm noch über die Weihnachtsfeiertage und darüber hinaus Zeit, sich eine billigere, leistungsstarke Alternative zu suchen. Die Kündigung muss genau einen Monat später beim Versicherer eingehen.

Wer Post vom Versicherer bekommen hat, sich aber an keine Prämienanhebung erinnern kann, sollte sich ebenfalls kümmern und noch einmal genau nachschauen, rät Oesterle. Häufig falle die Preiserhöhung gar nicht ins Auge, weil der Jahresbeitrag gleich hoch bleibt. Die Verteuerung kann durch eine bessere Einstufung bei den Schadenfreiheits- oder Typ- und Regionalklassen überlagert sein. Der Kunde ist im Glauben, alles sei beim Alten geblieben, übersieht aber, dass sein Versicherer unterm Strich doch mehr Geld will.

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