Diebstahl von Firmenwagen
Versichern allein reicht nicht

Autoklau - kein Thema, denken viele Firmenchefs, wir sind doch versichert. Doch steckt hier der Teufel im Detail. Ein Autodiebstahl kann Unternehmen trotz Versicherungsschutz richtig teuer zu stehen kommen.
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DüsseldorfAutodiebstahl hat wieder Konjunktur. Das beweist die aktuelle Statistik von Bundeskriminalamt (BKA) und GDV. Lag die Zahl der Gesamtdiebstähle von Kraftwagen 2008 noch bei 37.184 Kfz-Diebstählen, ist sie in den vergangenen beiden Jahren um knapp 13 Prozent auf 42.002 Fahrzeuge pro Jahr gestiegen. Den Zahlen der jährlichen Untersuchung zum Autodiebstahl der Deutschen Versicherer (GDV) zur Folge schlagen die Autodiebe in Berlin am schlimmsten zu: In der Hauptstadt wurden 2010 pro 1.000 zugelassenen Fahrzeugen 3,7 Autos gestohlen. Insgesamt wurden allein in Berlin 3.290 PKW geklaut – 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark betroffen sind auch Großstädte in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt stiegen hier die Diebstahlzahlen um 14,7 Prozent. Nach Erkenntnissen des GDV handelt es sich meist um organisierte Kriminalität. Es wird regelrecht "auf Bestellung" gestohlen: In der Regel Fahrzeuge der Oberklasse, "wobei Modell und sogar Farbe des Autos festgelegt sind", sagt Christian Lübke vom GDV.

Für Firmen sollen daher jetzt die Alarmglocken klingeln. Firmenfahrzeuge wirken auf Autoknacker wie ein Supermarkt. Kleintransporter, Kombi, SUV der Firmenflotte sind vollgepackt mit Ware und die Fahrzeuge der Geschäftsleitung mit wichtigen Geschäftsunterlagen und oft auch dem Fahrzeugschein. Wer zudem noch die Schlüssel zum Geschäft, Tresor oder der privaten Wohnung im Wagen liegen lässt, muss sich über einen weiteren Besuch der Profis nicht wundern.

Störsender tricksen und täuschen

"Dabei kann das kurzzeitige Verlassen des Fahrzeuges zum Tanken oder Einkaufen durch blockieren der elektronischen Türverriegelung mittels Störsendern schon zum Problemfall werden", warnt Kriminalexperte Detlev Burgartz von der Initiative Pro Versicherer. "Es empfiehlt sich unbedingt, noch mal per Hand am Griff die Tür zu überprüfen, ob der Wagen wirklich verschlossen ist." Grund: Störsender können heutzutage selbst das Blinkerzeichen oder Hupsignal zum Abschließen vortäuschen.

Ganz große Probleme bekommen Fahrzeugbesitzer mit schlüssellosen, sogenannten "Keyless-GO-Systemen". Da sie die Sicherheitskarte am Körper tragen, ist ein Grifftest nicht möglich. "Hier hilft nur der Einbau einer Diebstahlwarnanlage, die Störsender erkennt", empfiehlt Berater Burgartz.

Problematisch wird es andernfalls bei der Versicherung. Können keine Einbruchsspuren nachgewiesen werden, zahlt die Versicherung nicht. Hier steht nämlich schnell der Vorwurf im Raum, dass der Wagen "grob fahrlässig" nicht verschlossen wurde.

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