Gebrauchtwagen-Check: Dacia Logan: Billig wird teuer

Gebrauchtwagen-Check: Dacia Logan
Billig wird teuer

Der Dacia Logan war schon als Neuwagen billig wie ein Gebrauchter. Aus zweiter Hand wird er trotz ordentlichen Werterhalts endgültig zum Superschnäppchen. Trotzdem wird der Kauf nicht selten zur Fehlinvestition.
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Der Preis war heiß: Gerade einmal 7200 Euro verlangte Dacia bei der Einführung 2005 für den billigsten Logan. Die kleine Stufenhecklimousine bot nur das Nötigste, fuhr seinen Besitzer aber zumeist zuverlässig von A nach B. Doch das Sparprogramm zeigt nach einigen Jahren seine Folgen.

Karosserie und Innenraum: Am Anfang verließ sich Dacia voll auf den niedrigen Preis – Auftritt und Design des Autos spielten offenbar keine Rolle. Anders als sein Quasi-Nachfolger Sandero ist der Logan wirklich ein Wagen zum Wegschauen. Zumindest in der zwischen 2005 und 2009 angebotenen Limousinen-Version mit Stufenheck. Der geräumige Kombi mit dem Namenszusatz MCV (bis 2013 im Programm) ist auch keine Schönheit, passte mit seinem Heckkoffer aber zumindest besser zu deutschen Sehgewohnheiten.

Innen fehlt beiden Varianten der Wille zum Chic, das Cockpit ist aber immerhin gut bedienbar und das Interieur robust gestaltet. Das kommt vor allem dem Kombi zugute, der entweder bis zu sieben Insassen, jede Menge Gepäck oder die halbe Werkstattausrüstung von Heimwerkern fasst.

Transportieren kann die Limousine nicht so gut. Sie ist nach osteuropäischer Machart für schlechte Straßen gebaut und verfügt daher nicht über einen umklappbare Rückbank. Allerdings lassen sich die Lehnen und ein darunter liegender Querträger bei erhöhtem Transportbedarf abschrauben.

Motoren: Auch unter der Haube gibt es keine Feinkost. Zum Einsatz kommen knurrige Vierzylinder zwischen 50 kW/68 PS und 77 kW/105 PS. Den besten Kompromiss aus Kraft und Wirtschaftlichkeit bietet dabei der Benziner 1.6 MPI mit 64 kW/87 PS.

Etwas mehr Fahrfreude bereiten aber die 1,5-Liter-Dieselmotoren mit 50 kW/68 PS und vor allem 63 kW/86 PS - die Raubeine passen am besten zum groben Nehmer-Fahrwerk, das nicht nur die tiefsten Bodenwellen oder Schlaglöcher schluckt, sondern auch fast jeden Bordsteinrempler verzeiht. Richtigen Fahrspaß gibt es im Logan aber selten, dafür ist die unharmonische und unpräzise Lenkung verantwortlich, egal ob in Kurven oder auf langen Geraden. Lediglich der Kombi rennt durch den 27 Zentimeter längeren Radstand stur geradeaus.

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