Gebrauchtwagencheck: Chevrolet Captiva
Nicht gerade der Klassenprimus

SUV sind auf deutschen Straßen immer häufiger zu sehen. Chevrolet kann davon allerdings nicht wirklich profitieren. Der Captiva wird hierzulande ausgemustert. Aber taugt das Auto als Gebrauchtwagen?
  • 0

BerlinEigentlich müsste alles gut laufen beim Chevrolet Captiva: Der Wagen ist ein kompaktes SUV, und diese Autos liegen voll im Trend. Doch anders als die Modelle anderer Hersteller verkauft sich der Captiva nur schleppend.

Die Ankündigung der deutschen Chevrolet-Händler, den Neuwagenverkauf hierzulande Mitte dieses Jahres einzustellen, dürfte dabei nicht beflügelnd aufs Geschäft wirken. Auch ein anderes Argument spricht gegen den Captiva - vor allem, wenn es ein Gebrauchter sein soll: Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) macht er laut dem TÜV keine besonders gute Figur.

"Nicht viel Erfreuliches" hat der "TÜV Report 2014" über den Chevrolet zu berichten. Bei dem im Daewoo-Werk in Korea montierten Wagen fielen Federn und Stoßdämpfer schon bei der ersten HU nach drei Jahren auf, ab dem fünften Jahr kommt als typischer Mangel erhöhtes Spiel in den Achsgelenken hinzu.

Defekte Glühbirnen plagen den Kompakten ebenso überdurchschnittlich oft wie der Verlust von Motoröl. Immerhin sei der Captiva recht resistent gegen Rost, heißt es im TÜV-Report. Der ADAC moniert häufige Batterieprobleme bei allen Baujahren sowie defekte Generatoren (Diesel von 2007) und kaputte Anlasser (Diesel von 2012).

Sieben Jahre lang nahezu unverändert

Wie das Schwestermodell Opel Antara kam der Captiva im Jahr 2006 zu den Händlern. Sieben Jahre lang ließ der Hersteller das Kompakt-SUV weitgehend unverändert bauen, bis 2013 die Modellpflege kam. Dabei gab es kleinere Designänderungen an Front und Heck, darunter geliftete Stoßfänger und Scheinwerfer. Auch die Serienausstattung erweiterte Chevrolet, etwa um ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder Sitzheizung für die zweite Reihe.

In der Motorenpalette des Captiva finden sich fast ausschließlich Reihenvierzylinder - unter den Benzinern gibt es aber auch einen leistungsstarken V6 in zwei Leistungsstufen mit 169 kW/230 PS und 190 kW/258 PS. Ansonsten kommen die Ottomotoren je nach Baujahr und Ausführung auf 100 kW/136 PS bis 123 kW/167 PS. Die Dieselmotoren leisten zwischen 110 kW/150 PS und 135 kW/184 PS. Auch Autogasversionen von 100 kW/136 PS bis 169 kW/230 PS - dann ebenfalls mit V6 - gibt es.

Wer sich für ein kräftiges Autogas-Modell interessiert, muss für Captiva 3.2 4WD Gas LT mit 169 kW/230 PS und sieben Sitzen von 2009 noch rund 12.950 Euro einplanen. Diesen Richtpreis nennt der Branchendienst Schwacke und geht dabei von einer durchschnittlichen Laufleistung von 79.200 Kilometern aus.

Rund 16.400 Euro werden für einen Captiva 2.2 Diesel 2WD LT+ mit 120 kW/163 PS von 2011 fällig (62.400 Kilometer). Am günstigsten wird der Captiva 2.4 2WD LS mit fünf Sitzen von 2006 gehandelt: Schwacke listet das 100 kW/136 PS starke Modell für 6950 Euro (103.200 Kilometer).

Kommentare zu " Gebrauchtwagencheck: Chevrolet Captiva: Nicht gerade der Klassenprimus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%