Hersteller-Freigaben: Welche Autos E10 vertragen - und welche nicht

Hersteller-Freigaben
Welche Autos E10 vertragen - und welche nicht

Die Unsicherheit der Autofahrer beim neuen "Biosprit" ist groß. Doch es gibt verbindliche Tipps. Was die wichtigsten Hersteller und die Autoclubs offiziell empfehlen.
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DüsseldorfVerbraucherschützer fordern eine E10-Garantie der Autohersteller für ihre Modelle. Ohne eine solche Bestätigung der Verträglichkeit sei der neue Biotreibstoff tot, sagte der Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Holger Krawinkel, am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. "Wenn langfristige Schäden, von denen keiner weiß, ob sie wirklich entstehen, nicht abgedeckt werden, wird es keine Akzeptanz geben. Sonst sagen viele Verbraucher, das ist mir zu teuer, wenn nach fünf, sechs Jahren der Motor kaputt geht", sagte er Verbraucherschützer außerdem gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Mit einer solchen Herstellergarantie gemeint ist eine verbindliche Aussage des Herstellers, ob ein Auto das neue, mit zehn Prozent Bioethanol versetzte Benzin verträgt oder nicht. Dies sollten die Hersteller an das Kraftfahrt-Bundesamt melden, und das Amt solle alle
Fahrzeughalter mit der entsprechenden Information anschreiben, forderte Krawinkel. Dann hätten die Besitzer Gewissheit, dass etwaige Schäden repariert würden. Auch der ADAC wollte auf dem heutigen von der Regierung in Berlin zusammengerufenen Benzingipfel ein solches Vorgehen anregen.

KBA: Nicht zuständig

Aus dem Brief aus Flensburg dürfte aber vorerst nichts werden. Zur Auswirkung des Biosprits auf Automotoren könne seine Behörde keine Angaben machen, sagte der Präsident des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), Ekhard Zink, dem Flensburger Tageblatt: "Das neue Biobenzin gilt nicht als Prüfkraftstoff." Die EU schreibe die Inhalte für die sogenannten Typgenehmigungsverfahren des KBA vor. Da E10 bisher aber bei allen Benzin-Fahrzeugtypen auf dieser Liste fehlt, habe das Kraftfahrt-Bundesamt auch keine Kenntnisse über die Verträglichkeit des Kraftstoffs.

Hersteller informieren online

So sind die deutschen Autofahrer bislang angewiesen auf Informationen der Hersteller und der Autoclubs. Sie sind verunsichert, denn die Einführungsphase des E10 verlief holprig. Und rund sieben Prozent der mehr als 42 Millionen Pkw in Deutschland vertragen den Kraftstoff mit dem höheren Ethanolanteil nicht. Laut ADAC kann es bei manchen Fahrzeugen zur Korrosion von Aluminiumteilen, zum Beispiel in der Einspritzpumpe kommen, sogar schon nach der ersten Betankung. Dass ein Auto nur durch das Tanken von E10 direkt liegen bleibt, ist zwar äußerst unwahrscheinlich. Es wird jedoch gewarnt, dass auch schon die einmalige Befüllung zu erhöhtem Verschleiß und zur Zerstörung von Bauteilen führen kann. Insbesondere Kunststoffe und Gummiteile, etwa bei Dichtungen, Ventilen, Schläuchen und Leitungen, können angegriffen werden.

Einige Experten raten daher im Falle einer E10-Falschbetankung, den Motor gar nicht erst zu starten, sondern sicherheitshalber den Tank leer zu pumpen. Der VCD rät, wenn nur wenige Liter E10 falsch getankt wurden, den Ethanolgehalt sofort durch Nachtanken von E5-Kraftstoff zu senken.

Das sind Aussichten, die bei den potenziellen E10-Opfern wenig Begeisterung für den auch umwelttechnisch umstrittenen "Biosprit" wachruft. Sie sind also gut beraten, sich vorab zu informieren, welche Modelle E10 laut offizieller Herstellerangabe vertragen, und welche nicht.

Allen Autobauern gemeinsam ist übrigens eine Absicherung hinsichtlich möglicher Veränderungen im Motorraum: Sie weisen durch die Bank darauf hin, dass sich die auf den E10-Freigabelisten genannten Pkw in Bezug auf Motor- und Kraftstoffsystem im werksseitigen Auslieferungszustand befinden müssen.

Die ersten und bislang sicherlich meist genutzten Listen stellten die DAT, Deutsche Automobil Treuhand, und der ADAC kostenlos online zur Verfügung. Mittlerweile sind auch bei den Autoherstellern entsprechende Informationen auf deren Websites zu finden. Die wichtigsten sind in der Folge aufgelistet.

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  • E10 wurde nach meinem Wissen im April 2009 vom EU-Parlament beschlossen .... und wer hat's beantragt???? aber davon wollen die Rot-Grünen Geschichtsverbieger nichts mehr wissen.
    Und was ist mit dem Bio-Strom? Wird da nicht auch wertvolles Ackerland versaut? Lügner von vorn bis hinten, aber leider ist die Masse Mensch ja sehr vergesslich!

  • Mit Werbung soll etwas verkauft werden was der gesunde Menschenverstand über den Markt bereits abgelehnt hat.
    Die sogenannte Expertenrunde in Berlin hat ihre Daseinsberechtigung länghst verloren. Hier hilft nur Verbot von Subventionen jeglicher Art und Lobbyismus für E10. Agraflächen nur für die Ernährung und Bestrafung bei Mißbrauch. Die Minister für Wirtschaft,Verbraucherschutz und Umwelt sollten wegen unfähigkeit entlassen werden.

  • Wer heute morgen sich die Titelseite der Lübecker Nachrichten anschaut weiß Bescheid. Der Innenminister von Schleswig-Holstein Klaus Schlie (CDU) verbietet allen Polizisten mit den Dienstwagen E-10 zu tanken. Er möchte nicht das die Polizei in Schleswig-Holstein durch Motorschäden lahmgelegt wird. Es werden neben Dieselfahrzeugen Benziner der Marken VW,Opel und Ford in Schleswig-Holstein bei der Polizei gefahren.
    Ich denke wer jetzt noch E10 tankt sucht nur eine Argument für ein neues Auto.

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