Hohe Geldstrafe droht
Finger weg von Glühwein und Hustensaft

Glühwein und Punsch machen besonders schnell betrunken. Denn die Wärme und Süße der weinhaltigen Getränke bewirkten, dass der Alkohol schnell ins Blut übergeht. Für Autofahrer sollte aber auch (zuviel) Hustensaft tabu sein.
  • 0

MünchenAutofahrer sollten beim Besuch des Weihnachtsmarktes auf Glühwein verzichten. Denn die übliche Einschätzung, wie viel Alkohol sie unbeschadet trinken können, sei bei Glühwein und Punsch daher in der Regel kein Verlass, teilt der ADAC mit. Außerdem sei die Alkoholkonzentration im Blut von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen laut ADAC Alter, Gewicht, Geschlecht und Tagesform. Strafen für Alkoholsünder Bei alkoholtypischem Verhalten wie Schlangenlinien-Fahren kann der Führerschein bereits bei 0,3 Promille entzogen werden.

Wer mit 0,5 Promille am Steuer erwischt wird, muss auch ohne jeden Fahrfehler mit mindestens 500 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot rechnen. Ab 1,1 Promille gilt jeder Kraftfahrer als absolut fahruntüchtig und wird mit mindestens sechs Monaten Fahrerlaubnisentzug und einer hohen Geldstrafe belegt - Wiederholungstäter riskieren sogar Freiheitsstrafen.

In der kalten Vorweihnachtszeit droht aber auch von anderer Seite Gefahr: Wer wegen Husten oder Grippe zu Medikamenten greift, schwebt möglicherweise rascher in Gefahr, als er glaubt. Jeder vierte Verkehrsunfall in Deutschland sei auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen, warnt der TÜV Süd in diesem Zusammenhang. Und manchmal reiche eben schon ein einfacher Hustensaft, um fahruntauglich zu sein.
Gerade während der Erkältungszeit schlucken viele Menschen Heilmittel, um gut durch den Tag zu kommen. Doch es brauchen gar keine starken Medikamente sein, manchmal reicht schon ein einfacher Hustensaft, um fahruntauglich zu sein. So gibt es viele Hustensäfte, die verschreibungspflichtig sind, sie enthalten häufig Codein. Das ist ein Wirkstoff, der eigentlich ein Betäubungsmittel ist, und ein Opiat, das auch die Wahrnehmung verändert. Codein hemmt die Fähigkeit der Augen, sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einzustellen. Das kann insbesondere im Dunkeln am Steuer eines Fahrzeugs zu Problemen führen.

Auch Schmerz- und Rheumamittel können ähnliche Nebenwirkungen haben, hier sollte man immer genau den Beipackzettel lesen. Noch sicherer ist es, sich beim Arzt oder Apotheker zu informieren. Denn viele Medikamente dieser Art beeinträchtigen das Wahrnehmungsvermögen und die Reaktionsfähigkeit, das wird häufig unterschätzt. "Auch scheinbar harmlose Präparate wie Nasentropfen können das Reaktionsvermögen beeinträchtigen", erklärt Dr. Ulrike Roth, leitende Arbeitsmedizinerin bei TÜV Rheinland. "Gerade am Steuer kann die schnelle Reaktionsfähigkeit lebensnotwendig sein", betont die Expertin.

Patienten sollten u.a. bedenken, dass einige der in Kombi-Präparaten gegen Erkältungen enthaltenen Wirkstoffe müde machen oder Kreislaufprobleme verursachen können. Besonders kritisch ist es, gleichzeitig mehrere Präparate einzunehmen, weil die Wechselwirkungen der verschiedenen Wirkstoffe nicht abzuschätzen sind. Auch eine Grippeimpfung kann zu vorübergehenden Beeinträchtigungen führen, weil der Impfstoff einige Symptome in abgeschwächter Form hervorrufen kann. Zudem kann die Kombination mit Alkohol das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigen.

Wenn man durch Medikamente nachweislich unsicher fährt oder gar einen Unfall verursacht, dann sind die Konsequenzen ähnlich als wenn man unter Drogeneinfluss fährt. Also im Zweifelsfall lieber das Auto stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, rät Gerhard Laub vom TÜV Süd. Denn wer unter dem Einfluss von Medikamenten einen Verkehrsunfall verursacht, verliert den Versicherungsschutz und muss mit Bußgeld und sogar dem Verlust des Führerscheins rechnen.

Kommentare zu " Hohe Geldstrafe droht: Finger weg von Glühwein und Hustensaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%