Dritter Blitzmarathon startet Mittwoch früh

Jagd auf Verkehrssünder
Dritter Blitzmarathon startet Mittwoch früh

Die Neuauflage des "Blitzmarathons" gegen Tempo-Sünder geht erstmals über NRW hinaus. Diesmal machen Niedersachsen und die Niederlanden bei den Kontrollen mit. Immerhin: Die Blitz-Standorte der Polizei sind bekannt.
  • 11

MünsterEs wird wieder rund um die Uhr geblitzt - und dieses Mal nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Der dritte "Blitzmarathon" gegen Tempo-Sünder im Straßenverkehr umfasst dieses Mal auch Niedersachsen und die Niederlande. Am Mittwoch (24. Oktober) sollen mehrere tausend Polizisten ab 6.00 Uhr morgens an etwa 4.000 Kontrollstellen im Einsatz sein.

In NRW wird bei der 24 Stunden langen Aktion an 3.335 Stellen kontrolliert. 1.259 davon gehen auf Vorschläge von Bürgern zurück. "Rasen hört nicht an Ländergrenzen auf. Überall ist zu hohe Geschwindigkeit der Killer Nummer eins", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Münster.

Mit dem "Blitz"-Marathon will Jäger nicht an den Geldbeutel der Autofahrer. Die Aktion soll vielmehr das Bewusstsein der Raser langfristig ansprechen. "Es bringt nichts, wenn wir versteckt blitzen und die Autofahrer sich dann über uns ärgern. Wir wollen, dass sich das Thema in den Köpfen festsetzt. Nur das führt zum Erfolg und zu weniger Verkehrstoten", sagte Jäger. Folgerichtig werden die Stellen, an denen geblitzt wird, auch öffentlich gemacht. Für NRW hat die Polizei beispielsweise eine entsprechende Webseite eingerichtet, auf der nach Dienststellen unterteilt alle Standorte aufgelistet sind.

In einer ersten Reaktion begrüßte der Autoclub AvD die Aktion. "Dass die Polizei mit ihrer länderübergreifenden Großaktion nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern vor allem Leben retten will, ist absolut glaubwürdig. Rund ein Drittel der Blitz-Stellen gehen immerhin auf Vorschläge von direkt oder mittelbar betroffenen Bürgern zurück", sagte ein Sprecher gegenüber Handelsblatt Online. Somit dürften am Stichtag tatsächlich nur dort Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden, wo auch echte Gefahrenpotenziale vorliegen.

Beim ersten landesweiten "Blitz-Marathon" am 10. Februar überprüften 24 Stunden lang fast 3.000 Polizisten 456.000 Autofahrer. An 1.400 Messstellen im Land setzten die Beamten rund 120 Radar- und 670 Lasergeräte ein. 17.200 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell. Laut Innenministerium drohte 250 Fahrern ein Fahrverbot. Acht mussten den Führerschein sofort abgeben.

Beim zweiten Durchlauf am 3. Juli kontrollierte die Polizei schon 645.000 Verkehrsteilnehmer an 3.142 Messstellen. Mehr als 22.000 von ihnen fuhren zu schnell. 167 Autofahrern drohte damals ein Fahrverbot, vier von ihnen mussten den Führerschein an Ort und Stelle abgeben.

Nicht wenige Experten bezweifeln aber den Erfolg angekündigter Kontrollen. So waren beim letzten Blitzmarathon zwischen drei und vier Prozent der Fahrer zu schnell. Bei unangekündigten Messungen sind aber durchschnittlich acht Prozent der gemessenen Autos zu schnell. Da liegt der Verdacht nah, dass an den angekündigten Stellen zivilisiert gefahren wird, ansonsten aber weiterhin der Gasfuß reagiert. 

Seite 1:

Dritter Blitzmarathon startet Mittwoch früh

Seite 2:

Niederlande heben Autobahn-Tempo an

Kommentare zu "Dritter Blitzmarathon startet Mittwoch früh"

Alle Kommentare
  • so ein tag kostet den steuerzahler nur extra viel und bringt gar nichts. sieht man ja an der statisitik vom letzten mal.desweiteren sind an diesem tag viele polizisten mit blitzen und verkehrskontrollen beschäftigt und können leider nicht ihre gewohnten streifen fahren. das freut die echten kriminellen, die schon auf diesen tag warten.....

  • @Schupo:
    Es sterben weit aus (!) mehr Menschen durch zu schnell fahrende andere Verkehrsteilnehmer als durch Messerstechereien oder Schlägereien. Auch wenn Ihnen die Bild-Zeitung anderes suggerieren mag.

  • Die Aktion ist seit Wochen in allen Medien präsent und die Stellen, wo geblitzt wird, sind auf der Polizei-Webseite, für jeden Autofahrer abrufbar, bekannt gegeben worden.

    http://www.polizei.nrw.de/website/blitzmarathon/artikel__3255.html

    Wer sich morgen erwischen lässt, sollte sofort seinen Führerschein abgeben, weil er offensichtlich zum Führen eines Fahrzeuges ungeeignet ist.

  • Wenn an einem Tag nur in diesem Bundesland trotz Ankündigung 250 Fahrer so schnell fahren, dass sie den Führerschein abgeben müssen, dann zeugt das davon, dass zuviele Volldeppen unterwegs sind. Das sind 250 Fahrer, die Leben und Gesundheit anderer Menschen auf das Spiel setzen. Diese Fahrer müssen ignorant sein, nicht lesen können, nicht sich um andere Verkehrsteilnehmer scheren.

    Blitzt was das zeugt hält, bis alle, wirklich alle aus dem Verkehr gezogen sind und Bus fahren. denn da gehörendie rein!!!

  • Erstens sind diese Blitzaktionen verkehrsgefährdend, da viele unerwartet stark bremsen, sogar auch wenn sie nicht zu schnell fahren!!!

    Zweitens sollten die ganzen Polizeiressourcen lieber genutzt werden um solche Halunken zu jagen, die wie an den letzten Wochenenden (z.B. in Berlin) Leute auf offener Strasse zusammenschlagen, abstechen oder sogar wild um sich schiessen!!!

    Anstatt dickbräsig im Auto hinter dem Blitzgerät zu sitzen sollten die lieber Streife GEHEN, genau: zu Fuß!

  • Selbst Bayern das als Polizeibundesland gilt,blitzen bei weitem nicht soviel rum. Letzt endlich ist die wilde Blitzerei auch unfallfördernt. Da plötzliches Bremsen zu Auffahrtsunfällen führen.

    Was da in Köln,Essen bzw NRW abgeht ist schon Menschenverachtend. Für mich auch ein Grund nicht Richtung Nordsee sondern lieber Richtung Gardasee zu fahren.

  • Deutschland ist und bleibt ein Polizeistaat. Wir gehen mit großen Schritten in die gleiche Richtung wie Russland schon ist. Nur wird es bei uns mit etwas Beamtenbürokratie besser verpackt.

  • Ganz meine Meinung! Dieser Staat pervertiert immer mehr und feiert sich auch noch dafür.
    Für eigenverantwortliche und freie Menschen das reinste Irrenhaus.

  • Was für ein Aufwand für echt mageres Ergebnis. Bei solch niedrigen Quoten kann man nicht vom "Volk der Raser" sprechen.

    Im Februar waren 3,7% der Überprüften zu schnell, 0,055 % fuhren über 30 (innerorts) bzw. 40 (außerorts) km/h
    über Limit. Im Juli waren nur noch 3,4 % bzw 0,026 %. Am Mittwoch sind es noch weniger.
    Ich halte von diesen Blitzmarathons nichts. Reiner PR Popanz. Hier stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis mehr. Die Quote der Steuersünder dürfte wesentlich höher sein.

  • ...Deutschland ist zum Kotzen..........

Serviceangebote