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Jagd auf Verkehrssünder: Dritter Blitzmarathon startet Mittwoch früh

Die Neuauflage des "Blitzmarathons" gegen Tempo-Sünder geht erstmals über NRW hinaus. Diesmal machen Niedersachsen und die Niederlanden bei den Kontrollen mit. Immerhin: Die Blitz-Standorte der Polizei sind bekannt.

NWR-Innenminister Ralf Jäger (SPD, li.), sein niedersächsischer Amtskollege Uwe Schünemann (CDU, re.) und der Leiter der niederländischen Verkehrspolizei, Fokko Klok, posieren hinter einem Laser-Messgerät zur Geschwindigkeitskontrolle. Quelle: dpa
NWR-Innenminister Ralf Jäger (SPD, li.), sein niedersächsischer Amtskollege Uwe Schünemann (CDU, re.) und der Leiter der niederländischen Verkehrspolizei, Fokko Klok, posieren hinter einem Laser-Messgerät zur Geschwindigkeitskontrolle. Quelle: dpa

MünsterEs wird wieder rund um die Uhr geblitzt - und dieses Mal nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Der dritte "Blitzmarathon" gegen Tempo-Sünder im Straßenverkehr umfasst dieses Mal auch Niedersachsen und die Niederlande. Am Mittwoch (24. Oktober) sollen mehrere tausend Polizisten ab 6.00 Uhr morgens an etwa 4.000 Kontrollstellen im Einsatz sein.

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In NRW wird bei der 24 Stunden langen Aktion an 3.335 Stellen kontrolliert. 1.259 davon gehen auf Vorschläge von Bürgern zurück. "Rasen hört nicht an Ländergrenzen auf. Überall ist zu hohe Geschwindigkeit der Killer Nummer eins", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Münster.

Diese Urteile sollten Autofahrer kennen Wenn es blitzt zahlt der Fahrlehrer

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Mit dem "Blitz"-Marathon will Jäger nicht an den Geldbeutel der Autofahrer. Die Aktion soll vielmehr das Bewusstsein der Raser langfristig ansprechen. "Es bringt nichts, wenn wir versteckt blitzen und die Autofahrer sich dann über uns ärgern. Wir wollen, dass sich das Thema in den Köpfen festsetzt. Nur das führt zum Erfolg und zu weniger Verkehrstoten", sagte Jäger. Folgerichtig werden die Stellen, an denen geblitzt wird, auch öffentlich gemacht. Für NRW hat die Polizei beispielsweise eine entsprechende Webseite eingerichtet, auf der nach Dienststellen unterteilt alle Standorte aufgelistet sind.

Die dümmsten Raser-Ausreden

  • Verschwörungstheorie

    Wussten Sie, dass weltweit alle Kontrollgeräte zur Geschwindigkeitsmessung vom CIA sabotiert wurden? Auf dieser Weise wollen die Amerikaner ein zweites Pearl Harbor ausschließen. Wenn ein Angreifer glaubt, er sei viel schneller unterwegs als er tatsächlich ist, verlängert sich die Vorwarnzeit für den Verteidiger entsprechend. – Und auf der Basis eines derart manipulierten Geräts wollen Sie mir ein Knöllchen verpassen?

  • 5

    "Ich war in Eile, habe einen Anruf bekommen, ich soll schnell vorbeikommen!"

    (Gefährlich! So wird wahrscheinlich auch noch kontrolliert werden, ob während der Fahrt telefoniert wurde.)

  • Technik-Panne

    "Mein Tacho ist kaputt."

    (Eine Ausrede, die wie die meisten anderen natürlich nicht vor Strafe schützt, denn damit wird ein erheblicher technischer Mangel des Fahrzeugs dokumentiert.)

  • Unter Zugzwang

    "Hier fährt jeder so!"

    (Wenn alle rasen, wird der Verkehrsfluss dadurch nicht sicherer. Diese Ausrede entlastet nicht den Einzelnen der erwischt wird.)

  • Very (un)british

    Für Länder, in denen in mph statt km/h gemessen wird:

    „Ach, 30 miles per hour sind nicht 80 km/h? Sorry, ich hab nur ein Tacho mit km/h-Anzeige. Können Sie mir mal zeigen, wie viel 30 Meilen  hier in Kilometern wären?“ (und dazu noch völlig naiv gucken, erprobt in England)

  • Ein bekanntes Problem

    "Ich fahre einen Toyota. Das Gaspedal hat geklemmt."

  • Statt rausreden ...

    ... lieber sofort alles zugeben, sich furchtbar schämen - und dann möglichst mit einer ausländischen Kreditkarte vor Ort bezahlen wollen. Das ist meist mehr Aufwand als Ertrag. 

In einer ersten Reaktion begrüßte der Autoclub AvD die Aktion. "Dass die Polizei mit ihrer länderübergreifenden Großaktion nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern vor allem Leben retten will, ist absolut glaubwürdig. Rund ein Drittel der Blitz-Stellen gehen immerhin auf Vorschläge von direkt oder mittelbar betroffenen Bürgern zurück", sagte ein Sprecher gegenüber Handelsblatt Online. Somit dürften am Stichtag tatsächlich nur dort Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden, wo auch echte Gefahrenpotenziale vorliegen.

Beim ersten landesweiten "Blitz-Marathon" am 10. Februar überprüften 24 Stunden lang fast 3.000 Polizisten 456.000 Autofahrer. An 1.400 Messstellen im Land setzten die Beamten rund 120 Radar- und 670 Lasergeräte ein. 17.200 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell. Laut Innenministerium drohte 250 Fahrern ein Fahrverbot. Acht mussten den Führerschein sofort abgeben.

Verkehrssicherheit

Beim zweiten Durchlauf am 3. Juli kontrollierte die Polizei schon 645.000 Verkehrsteilnehmer an 3.142 Messstellen. Mehr als 22.000 von ihnen fuhren zu schnell. 167 Autofahrern drohte damals ein Fahrverbot, vier von ihnen mussten den Führerschein an Ort und Stelle abgeben.

Nicht wenige Experten bezweifeln aber den Erfolg angekündigter Kontrollen. So waren beim letzten Blitzmarathon zwischen drei und vier Prozent der Fahrer zu schnell. Bei unangekündigten Messungen sind aber durchschnittlich acht Prozent der gemessenen Autos zu schnell. Da liegt der Verdacht nah, dass an den angekündigten Stellen zivilisiert gefahren wird, ansonsten aber weiterhin der Gasfuß reagiert. 

  • 22.10.2012, 20:55 Uhrjuppphirsenkotzer

    GELD, GELD braucht der Staat....
    ßß: alle Autos abschaffen und TAXI fahren!
    das spart Geld, schont die Umwelt und entrechtfertigt, so viele Verkehrs-Bullizisten mit durchzufuettern, die klamheimlich mit ihren Laser-Messgeraeten hinter Hecken und baeumen postirert, den sheriff=Gesetzeshueter spielen!
    ...und am Bahnhofsvorplatz die Dealer munter weiterhin ihren Steuerfreien Geschaeften nachgehen koennen.....

  • 22.10.2012, 22:09 Uhrbjarki

    ...Deutschland ist zum Kotzen..........

  • 22.10.2012, 22:30 Uhrwallibelli

    Was für ein Aufwand für echt mageres Ergebnis. Bei solch niedrigen Quoten kann man nicht vom "Volk der Raser" sprechen.

    Im Februar waren 3,7% der Überprüften zu schnell, 0,055 % fuhren über 30 (innerorts) bzw. 40 (außerorts) km/h
    über Limit. Im Juli waren nur noch 3,4 % bzw 0,026 %. Am Mittwoch sind es noch weniger.
    Ich halte von diesen Blitzmarathons nichts. Reiner PR Popanz. Hier stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis mehr. Die Quote der Steuersünder dürfte wesentlich höher sein.

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