KFZ-Versicherung
Höherer Schadensfreiheitsrabatt für Millionen Autofahrer

Die Staffelungen der KFZ-Versicherungsprämien werden neu berechnet, vielen Autofahrer können dadurch profitieren. Genaue Vergleiche sind aber ratsam, denn gleichzitig steigt der Grundbetrag beträchtlich.
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DüsseldorfDurch eine Neugestaltung der Staffeln der Kfz-Versicherungsprämien können Autofahrern durch lange Jahre unfallfreies Fahren künftig mehr Schadensfreiheitsrabatt erhalten. Genaue Vergleiche der Angebote verschiedener Anbieter sind dennoch ratsam. Denn zugleich steigt der Grundbetrag beträchtlich.
Langjährige schadensfreie Autofahrer können nun in eine bessere Schadenfreiheitsklasse umsteigen. Immer mehr Versicherer bieten eine Staffel an, die einen Nachlass bis zu 35 schadenfreie Jahre vorsieht. Bisher war bei 25 Jahren Schluss. Dann gab es 70 Prozent Rabatt. Nun sinkt der Höchstrabatt auf bis zu 80 Prozent. Noch stärker reduziert sich der Aufschlag für Anfänger und Unfallfahrer. Sie zahlen künftig beispielsweise in der "Malus-Klasse" nur einen Aufschlag von 20 Prozent. Bisher sind 45 Prozent üblich. Die neue Einstufung ist nach Ansicht der Versicherer risikogerechter. Sie basiert auf eine Analyse des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Neue Staffeln bieten schon die Allianz, die Itzehoer und die WGV. Zum Oktober kommt der HDI-Gerling und zum Jahreswechsel auch Marktführer HUK-Coburg dazu. Über 10 Millionen Autofahrer haben derzeit die höchste Rabattklasse in der Autoversicherung erreicht. Knapp drei Millionen, so schätzt die HUK-Coburg, sind schon 35 Jahre oder länger schadensfrei unterwegs und könnten durch den Umstieg in die neue Staffel sparen. Doch gleichzeitig warnt das Unternehmen vor irreführender Werbung mit dem neuen Bonussystem. "Die neuen Staffeln sehen optisch zu gut aus", erläutert Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstand der HUK-Coburg. Der Grund: Der 100-Prozent-Beitrag der alten und neuen Staffeln könnte nicht miteinander verglichen werden, weil der Grundbeitrag für die neue Staffel viel höher sei. "Tendenziell wird es aber für junge und ältere Autofahrer mit langer schadenfreier Zeit günstiger", so der Experte.

Wichtig für die Autofahrer: Automatisch kommt niemand in den Genuss der neuen Rabattstaffeln. Sie gelten nur für neu abgeschlossene Verträge. Viele Autofahrer dürften zudem gar nicht wissen, ob sie Anspruch auf den Höchstrabatt haben, denn heutige Rechnungen weisen maximal 25 schadenfreie Jahre aus. Eine Anfrage beim eigenen Versicherer kann aber helfen. Er kennt das sogenannte Rabattgrundjahr des Kunden.

Nicht alle Versicherer werden noch in diesem Jahr die neue Rabattstaffel anbieten. Das Nebeneinander von alter und neuer Staffel braucht die Kunden aber nicht zu stören. Entscheidend ist der individuelle Preis, der unterm Strich herauskommt. Die Höhe der Prämie wird nämlich nicht allein durch die schadenfreien Jahre beeinflusst, sondern auch durch das Fahrzeugmodell und die Intensität der Nutzung. Selbst Sozialdaten wie Immobilieneigentum und die Finanzierung des Wagens beeinflussen die Prämie. Besonders günstig ist die Autoversicherung beispielsweise für Wenig-Fahrer, die zudem über eine Jahreskarte der Bahn verfügen. Wer hingegen seinen 18-jährigen Jungen mitfahren lässt, zahlt bis zu 60 Prozent Aufpreis. Hat dieser den Führerschein durch begleitendes Fahren gemacht, sinkt der Zuschlag immerhin auf rund 40 Prozent.

Allgemein steigen die Preise in der Autoversicherung. Das bestätigt die Unternehmensberatung Nafi aus Höxter. Dann hilft möglicherweise ein Umstieg zu einem anderen Anbieter. Für das gleiche Risiko muss man bei teuren Anbietern derzeit bis zu 160 Prozent mehr Prämie zahlen als beim Günstigsten. Autobesitzer sollten daher intensiv vergleichen.

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  • Ich bin derzeit Allianz Kunde und muss sagen, dass bisher (Teilkasko-Schaden) anstandslos gezahlt worden ist (Windschutzscheibe etc.)

    Nachteil bei der Allianz, man zahlt für viel für den Service.

  • Die Allianz hat mich dieser Tage aus der Versicherung geworfen. Grund: Im Sommer 2010 hatte ich bei einem leichten Auffahrunfall einen Blechschaden verursacht, bei dem gleichzeitig auch meine Windschutzscheibe und die Scheinwerfer einen Sprung abbekommen haben. Dieser eine Unfall wurde mir - wie ich jetzt erfuhr - gleich als zweifacher Schadensfall angekreidet. Vor einigen Wochen hatte ich Probleme mit meiner Autobatterie und rief über den Schutzbrief der Allianz einen Pannenwagen. Kosten: 130 Euro. Dies war der Versicherung offenbar zu viel: Per Einschreiben gab es die Kündigung. Laut Rücksprache mit dem Maklerbüro geschieht dies computergesteuert. Kennt jemand eine gute Gesellschaft, bei der "der Mensch noch Mensch" ist? Danke. PS: Wir haben bislang bei der Allianz mehrere Versicherungsverträge (und hatten bereits angekündigt, nach Ablauf der Vertragslaufzeit bei anderen Versicherern weitere Policen dort zu bündeln) - aber nicht mehr lange. Werde alle Verträge dort kündigen. Nie wieder Allianz!

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