Klage gegen Autohersteller

Falsche Verbrauchsangabe kein Rückgabegrund

Ein Neuwagenkäufer verlangte die Rückabwicklung des Kaufvertrags: Das Auto verbrauche mehr Sprit als vom Hersteller angegeben. Vor Gericht kam er damit nicht durch.
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HammDass der neu angeschaffte Wagen in aller Regel nicht hält, was der Hersteller verspricht, ist zumindest beim Spritverbrauch alt bekannt. Die Autoproduzenten beziehen sich bei den Angaben auf den Normzyklus, der starke Beschleunigungen ebenso wenig berücksichtigt wie angeschaltete Energiefresser wie Licht oder Klimaanlage. Doch selbst wenn diese aus sind, erreicht der normale Autofahrer selten den vom Hersteller angegebenen Verbrauchswert.

Anno 1954: Mitarbeiterinnen auf Rollschuhen fertigen in Deidesheim an einer Tankstelle einen VW) Käfer ab. Quelle: dapd

Anno 1954: Mitarbeiterinnen auf Rollschuhen fertigen in Deidesheim an einer Tankstelle einen VW) Käfer ab.

(Foto: dapd)

Berechtigt diese Abweichung von der Angabe zum Rücktritt vom Kaufvertrag? Das kommt auf die Abweichung an, urteilte das Oberlandesgericht Hamm in einem neuen Urteil – und entschied im konkret vorliegenden Fall gegen den Autokäufer. Der wollte den Kaufvertrag rückgängig machen, als sich herausstellte, dass der neu erworbene Pkw nicht den vom Hersteller angegebenen Verbrauch von 7,1 Litern auf 100 Kilometer erreichte, sondern real erheblich mehr schluckte. Ein Gutachter stellte einen tatsächlichen kombinierten Verbrauch von 7,7 Litern fest.

Der Autokäufer betrachtete die Angabe im Datenblatt als eines der Merkmale des Fahrzeugs – daher, so seine Argumentation, liege ein Mangel vor, der zum automatischen Rücktritt vom Kaufvertrag berechtige. Das aber bestritten die Richter. Sie erkannten zwar an, dass der Mehrverbrauch von rund 8,5 Prozent einen Mangel darstelle. Er sei aber nicht schwerwiegend genug, um daraus einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrags abzuleiten.

Datenblatt bezieht sich nicht auf einzelnes Fahrzeug
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5 Kommentare zu "Klage gegen Autohersteller: Falsche Verbrauchsangabe kein Rückgabegrund"

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  • Jeder Autokäufer muss wissen, die Autos verbrauchen grundsätzlich immer ca. 2 Liter mehr. Erst ab 3 Liter hat man vielleicht Erfolg bei der Klage. Außerdem haben doch unsere Politiker angewiesen, an der Tankstelle muss 1 Liter nicht = 1 Liter sein. Es können auch weniger sein!

  • Ich fahre einen MB 280 Bj.2006 Lt. den technischen Unterlagen wird ein Verbrauch mit 6 Litern angegeben. Der tatsächliche Verbrauch liegt bei 10 bis 13 Litern. Ich habe vorgezogen nicht zu klagen. Es war aber das erste und letzte Fahrzeug dieser Betrügerbande!

  • Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Also wenn im Datenblatt schon der Hinweis steht (Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen.), brauche ich mich über einen "Mehrverbrauch" nicht zu wundern!

    Toll und dafür wieder Steuergelder verpulvert! Hochachtung vor der super Leistung!

  • Das sollte doch jedem halbwegs intelligenten Menschen klar, dass diese Angaben in der Realität kaum zu erreichen sind. Die genormten Werte sind nur für einen Zweck zu gebrauchen, nämlich den Vergleich zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Und wegen 10 % Mehrverbrauch sollte man nicht so herumjammern: Wem das zuviel, soll auf Bus und Bahn umsteigen. Aber Hauptsache, es wurde geklagt auf Kosten der Allgemeinheit - wieviel CO2 wohl deswegen ausgestoßen wurde?

  • Dann sollten die AUtohersteller aber wenigstens einen Rüffel wegen unlauterer Werbung bekommen.
    Oder noch besser: Den goldenen Windbeutel.

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