Leser fragen – Experten antworten: Rechnet sich inzwischen das E-Auto?

Leser fragen – Experten antworten
Rechnet sich inzwischen das E-Auto?

Bei den Preisen für E-Autos gibt es einen leichten Abwärtstrend. Zudem wird in Deutschland eine Kaufprämie von 4.000 Euro gewährt. Lohnt sich mittlerweile die Investition in die E-Mobilität?

Frage: "Angesichts der stetig fallenden Preise für Batterien müsste die E-Mobilität finanziell zunehmend attraktiver werden. Kann sich die Investition in einen neuen Stromer mittlerweile rechnen?“

Antwort von Hans Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: "In der Tat sind die Preise für die teuren Batterien in den letzten Jahren deutlich gesunken. Diese Entwicklung ist für den Endkunden in allerdings nur wenigen Fällen mit konkreten Preissenkungen bei den Fahrzeugen einhergegangen. In der Regel wurden vielmehr die Batteriekapazitäten und damit die Reichweiten erhöht.

Zu den wenigen Elektroautos, bei denen der Preis gefallen ist, zählt etwa der Peugeot Ion, der derzeit für rund 22.000 Euro angeboten wird. Das ist allerdings noch immer viel Geld für einen Kleinstwagen mit Reichweiteneinschränkung.

In mehreren Punkten bietet ein Auto wie der Ion allerdings Einsparpotenziale. Da wäre derzeit eine staatlich gewährte Kaufprämie für neue E-Autos in Höhe von 4.000 Euro. Hinzu kommen noch die Aufhebung der Kfz-Steuer, geringer Verschleiß sowie niedrigere Wartungs- und Energiekosten.

Vor allem letzteres hätte der E-Mobilität eigentlich deutliche Vorteile gegenüber konventionell angetriebenen Autos verschaffen sollen, doch statt stetig zu steigen, verharren die Mineralölpreise seit einigen Jahren auf sehr niedrigem Niveau.

Dennoch kann sich derzeit ein Elektroauto wie der Ion im Vergleich zu einem konventionell getriebenen Kleinstwagen sogar rechnen. Abzüglich der E-Auto-Prämie muss man für den Neuwagen 18.000 Euro bezahlen.

Ein vergleichbar ausgestatteter Peugeot 108 mit Benzinmotor kostet rund 15.000 Euro. Damit liegt der Mehrpreis für das Elektroauto bei gerade einmal 3.000 Euro. Bei einem Preis für die Kilowattstunde von 30 Cent verursacht in Ion Energiekosten von rund vier Euro auf 100 Kilometer, ein 108 liegt bei einem Literpreis Benzin von 1,30 Euro bei rund 5,50 Euro.

Wer im Jahr 15.000 Kilometer fährt, kann mit dem E-Auto also jährlich über 200 Euro bei den Energiekosten einsparen. Außerdem fallen keine Kfz-Steuern an, die bei einem 108 bei jährlich 20 Euro liegen. Auch bei den weiteren Unterhaltskosten wie Inspektionen und Verschleiß ist der Ion finanziell leicht im Vorteil.

Abhängig von der Nutzung könnte sich die Mehrinvestition in dieses Elektroauto also nach acht bis zehn Jahren bezahlt machen. Steigen in Zukunft die Spritpreise stärker als die Strompreise, kann das möglicherweise auch schon früher der Fall sein.

Nicht berücksichtigt in dieser Berechnung ist aber der Restwert bzw. Wertverlust. Und der kann bei einem E-Auto - in Abhängigkeit vom Preisverfall bei den immer günstiger und leistungsstärker werdenden Akkus - durchaus anders verlaufen als etwa bei einem Diesel oder Benziner.

Bei den meisten anderen aktuellen Elektroautos, wie etwa BMW i3, Tesla Model S oder VW E-Golf, wird man hingegen auch bei sehr langer Nutzung vorläufig nicht in die Gewinnzone fahren können.

In den kommenden Jahren werden allerdings etliche neue Elektroautos in den Markt kommen, die im Vergleich zu konventionell getriebenen Autos auch finanziell attraktiver werden dürften.

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