Nach Fahrverboten Autoleasing hilft gegen Dieselangst

Aus Angst vor Fahrverboten verschieben Kunden den Autokauf und wollen lieber leasen. Dabei ist längst nicht jedes Angebot geeignet.
  • Holger Holzer
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Wer immer das neuste Modell fahren will, kann leasen statt kaufen. Doch dabei lauern einige Kostenfallen. Quelle: Reuters
Leasing lohnt sich nicht für alle

Wer immer das neuste Modell fahren will, kann leasen statt kaufen. Doch dabei lauern einige Kostenfallen.

(Foto: Reuters)

Drohende Fahrverbote machen aktuell den Besitzern von Diesel-Pkw Sorgen. Wer sein Auto least, muss sich deutlich weniger Gedanken über die Zukunftssicherheit des Antriebs machen. Im Zweifel wählt er nach zwei oder drei Jahren einfach ein neues Modell mit anderer Technik. Allein deswegen ist Leasing nicht nur für Firmen, sondern auch für Privatkunden interessant. Wenn man einige Fallstricke beachtet.

Wer ein Auto least, erwirbt kein Eigentum. Das ist einerseits von Vorteil, weil die Kosten für die reine Nutzung zunächst geringer sind als bei einem Kauf. Allerdings steht man nach Ablauf der Leasingzeit ohne Gegenwert da. Wer hingegen ein Auto abbezahlt hat, kann es bis zur Schrottreife weiterfahren.

Letztlich zahlt man als Leasingnehmer außer für die reine Nutzung des Fahrzeugs vor allem für dessen Wertverlust – den wohl unattraktivsten Posten unter den Autokosten. Denn schon nach den ersten Metern Fahrt wird ein Neuwagen zum Gebrauchten und verliert rund 10 bis 20 Prozent seines Wertes.

Die billigsten Autos in jeder Klasse
Der billigste Kleinwagen und damit auch das billigste Auto im Land ist der Dacia Sandero
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Er startet aktuell bei 6.990 Euro. Dafür gibt es einen Fünftürer von 4,06 Metern Länge, den ein 55 kW/75 PS starker Dreizylinder antreibt

Die billigste Limousine auf dem deutschen Markt ist der Lada Granta, den der Hersteller für 7.260 Euro anbietet
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Zur Repräsentation taugt der Russland-Import allerdings wenig. Denn unter der Haube steckt ein 1,6-Liter-Benziner mit 64 kW/87 PS und mit 4,26 Metern ist das Stufenheck kaum länger als ein VW Golf.

Das billigste Hybridauto in Deutschland ist der Toyota Yaris
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Die Japaner verlangen für den Kleinwagen im Format von Polo & Co 18.240 Euro und liegen damit etwa auf dem Niveau konventioneller Diesel-Motorisierungen. Das gilt allerdings auch für den Verbrauch, den der Hersteller mit 3,3 Litern angibt.

Der billigste Achtzylinder kommt von Ford und steckt im Mustang
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Das Musclecar gibt es mit einem fünf Liter großen V8 von soliden 310 kW/421 PS. Der Amerikaner kostet in Deutschland ab 44 000 Euro - dafür muss man bei Mercedes & Co noch mit sechs Zylindern vorliebnehmen.

Das billigste Cabrio ist der Smart Fortwo
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Den gibt es bei der Daimler-Tochter mit seinem mindestens 52 kW/71 PS starken Dreizylinder ab 14.365 Euro.

Günstigster Roadster
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Wer in dieser Kategorie nach einem modernen Klassiker sucht, bekommt den günstigsten Platz an der Sonne für 22.990 Euro im Mazda MX-5.

Günstig an der frischen Luft
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Das preiswerteste Open-Air-Modell mit vier Sitzen ist der offene Mini, der bei 23.300 Euro startet. Es geht allerdings auch noch billiger...

Leasing lohnt sich, wenn man hohe Investitionen scheut, trotzdem aber immer einen aktuellen Neuwagen fahren will. Ganz ohne Erspartes geht es beim Leasing aber auch nicht immer. In vielen Fällen wird eine sogenannte Sonderzahlung fällig, die je nach Fahrzeug und Höhe der gewünschten Monatsraten zwischen null und einigen tausend Euro liegt. Und auch am Leasingende kann es noch einmal teuer werden, dann nämlich, wenn der Leasinggeber abrechnet.

Dabei gibt es zwei Modelle: das Restwertleasing und das Kilometerleasing. Ersteres ist für Privatpersonen relativ riskant, denn die letztendlichen Kosten orientieren sich am Restwert des Fahrzeugs nach der Nutzung. Stimmt dieser nicht mit der vorherigen Kalkulation durch den Leasinggeber überein, muss der Kunde im negativen Fall die Differenz ausgleichen.

Besonders teuer kann das zurzeit werden, da der Dieselskandal den Wert von Autos mit Selbstzünder purzeln lässt. Bei einem Restwert-Vertrag muss der Kunden dafür einstehen, beim sogenannten Kilometerleasing bleibt das Risiko beim Leasinggeber. Dafür sind die Konditionen während der Laufzeit in der Regel schlechter.

Beim Kilometerleasing ist an Stelle des Restwertes der reine Kilometerstand Maßstab für Nachzahlung oder Rückerstattung. Überschreitet der Nutzer den vorher vereinbarten Wert, muss er die zu viel gefahrenen Kilometer mit einigen Cent pro Kilometer bezahlen. Fährt er weniger, erhält er pro Kilometer Geld zurück.

Allerdings ist der Bonus-Betrag deutlich niedriger als der Malus-Betrag. Hier lauert eine der Fallen beim Kilometerleasing: Wer seine Fahrleistung, vor allem bei langfristigen Verträgen, falsch einschätzt, zahlt am Ende drauf. Also besser die Fahrleistung etwas zu hoch ansetzen als zu niedrig.

Unabhängig von der Leasing-Art wird das Fahrzeug bei der Rückgabe vom Anbieter genau taxiert. Für Schäden oder übermäßige Abnutzung muss der Kunde einstehen. Es kann sich also lohnen, vor Vertragsende zur Innenraumaufbereitung und zum Beulendoktor zu gehen. Generell empfiehlt es sich zudem, das Leasingauto gut zu pflegen. Vielleicht sogar noch sorgfältiger, als wenn es das eigene wäre. Auch diese Kosten für Pflege und Schönheitsreparaturen sollten also beim Leasing bedacht werden.

Für viele Kunden ist Leasing aber nicht in erster Linie eine Frage der Kosten, sondern der Bequemlichkeit. Sie wollen alle zwei bis drei Jahre ein aktuelles Fahrzeug, ohne sich um den Verkauf des alten zu sorgen. Gerade diese Klientel haben Leasinggeber mittlerweile mit umfangreichen Service-Paketen im Visier.

Das Angebot reicht von der Übernahme der Wartungskosten über spezielle Versicherungspakete bis zur Haustürlieferung des Neuwagens. Das ist bequem, aber auch kostspielig. Häufig fahren Kunden finanziell besser, wenn sie Versicherung und Werkstatt selbst buchen.

Zum Problem kann Leasing außerdem werden, wenn das Fahrzeug nicht mehr genutzt werden kann. Sei es wegen Krankheit oder Führerscheinverlust. Denn vorzeitig kündigen lässt sich ein Leasingvertrag nicht. Und ein Sonderkündigungsrecht greift nur in ganz speziellen Fällen, etwa bei Diebstahl des Fahrzeugs.

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