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Neue Modelle: Wie sich Carsharing wirklich lohnt

Ein Auto? Ja, aber nicht für immer. In Großstädten verzichten immer mehr Menschen auf einen eigenen Wagen und leihen sich nur für den Großeinkauf oder den Sonntagsausflug an den Stadtrand kurz einen aus.

"Drivenow": BMW und Sixt stellen ein flexibles Carsharing-Modell vor. Quelle: dapd
"Drivenow": BMW und Sixt stellen ein flexibles Carsharing-Modell vor. Quelle: dapd

BerlinWeniger Autos auf den Straßen, weniger CO2 in der Atmosphäre, ökologisch bewusstere Menschen– für die Befürworter von Carsharing spricht alles dafür, mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Experten bescheinigen dem gemeinschaftlichen Autofahren weiter großes Wachstumspotenzial. Für Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) steht fest: "Der Markt ist da." Nur wie groß der Marktgenau ist und wie einfach man ihn erschließen kann, lässt sich schwer sagen. Unterschiedliche Schätzungen kommen auf 1,5 bis vier Millionen potenzielle Carsharing-Fahrerin Deutschland.

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Doch noch krankt es an suboptimalen Modellen der Anbieter, die eine größere Akzeptanz von Carsharing verhindern. "Es muss alles viel einfacher werden", sagt Canzler. "Fahrer müssen jederzeit spontan auf die Wagen zugreifen können, sie sollen nicht vorher festlegen müssen, wie lange sie das Auto brauchen und Einwegnutzungen müssen möglich sein."

Bislang gibt es nur wenige derart flexible Modelle. Ab April stellt BMW zusammen mit Sixt in München und Berlin 800 Minis und 1-er BMW auf die Straße, die für 29 Cent pro Minute ausgeliehen werden können - Benzin inklusive. Die Autos lassen sich bequem per Internet buchen. BMW verzichtet sogar vollständig auf feste Stationen, sondern stellt die Wagen innerhalb des Stadtgebiets auf die Straße. Verfügbare Fahrzeuge können sich die Nutzer im Internet oder unterwegs auf ihrem Smartphone anzeigen lassen und mit einem Chip auf dem Führerschein öffnen und starten - selbst der Autoschlüssel ist überflüssig.

Eine überfällige Vereinfachung, können Carsharing-Fahrer in den meisten Fällen den Wagen doch nur an festgelegten Stationen abholen und müssen ihn auch wieder dorthin zurückbringen. Dennoch wächst die Carsharing-Branche, die Zahl der Anbieter und Kunden nimmt zu. 2010 teilten sich immerhin 190.000 Fahrer Autos, gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Bundesverband Carsharing (bcs) mitteilt. Mehr als 120 Anbieter in 300 Städten und Gemeinden bieten Carsharing an – von großen Autoherstellern über Stadtwerke und Start-ups bis zu ehrenamtlichen Initiativen auf dem Land.

  • 25.03.2011, 14:22 UhrRadnabe

    "1,5 bis vier Millionen potenzielle Carsharing-Fahrer in Deutschland"

    Das scheint ein bisschen wenig - in den Städten gibt es doch mehr als 4 Mio Führerscheinbesitzer. Selbst auf dem Land kann sich CarSharing lohnen, wenn man es als Zweitwagen nutzt.

    Es sind ja nur diejenigen, die auch langfristig mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen oder mit dem Auto arbeiten (Vertreter), die CarSharing nicht nutzen können. Und natürlich die Autofans.

  • 25.03.2011, 13:57 UhrSmarty

    zur Erfüllung Ihrer sehnlichsten "Bus2Go"-Wünsche müssen Sie evtl. nicht mal mehr bis Weihnachten warten.
    Seit heute ist es amtlich: die kleine Startup-Firma flinc aus Darmstadt wird im Juni mit den Schwergewichten Telekom und Navigon ein spontanes Mitfahrsystem auf den Markt bringen. Schöner die Autohupen nie klingen 8-)))

  • 25.03.2011, 13:50 UhrSmarty

    richtig erkannt: Bus und Bahn sind im Prinzip Ridesharing-Systeme. Auch Mitfahrzentrale&Co und Taxi sind Ridesharing-Systeme. Dennoch ist die Funktionsweise jeweils völlig unterschiedlich. Während bei Mitfahrzentrale und Taxiruf mehr oder wenige umständliche Absprachen bzgl. Zeit und Ort nötig sind, funktionieren Dynamic-Ridesharing-Systeme (dazu zählt auch der ÖPNV!!) nach dem Redundanz-Prinzip, dessen Kern die stete Verfügbarkeit an möglichst vielen Orten und zu möglichst vielen Zeiten ist. Oder haben Sie sich schon mal mit einem Busfahrer explizit verabreden müssen? ;-)
    Der Nachteil des ÖPNV zeigt sich aber in der Fläche. Wenn hier überhaupt ein Angebot vorhanden ist, ist es im Vergleich zum Auto oft nicht konkurrenzfähig, weder wirtschaftlich noch zeitlich. Oder warum sonst fallen z.B. täglich fast eine halbe Million Pendler in München ein?

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