Neue Warnwestenpflicht
Unwissenheit kann teuer werden

In wenigen Tagen gilt hierzulande die Warnwestenpflicht. Wie in einigen anderen EU-Ländern gehört dann eine reflektierende Weste in jedes Fahrzeug.
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Ab 1. Juli gilt auch in Deutschland eine Warnwestenpflicht, dann muss in jedem Fahrzeug eine Sicherheitsweste vorhanden sein. Kurz vor dem Stichtag wissen allerdings 42 Prozent der Autofahrer noch nichts von der neuen Regelung, wie aus einer aktuellen Umfrage des Portals „deals.com“ hervorgeht. Von den über 2.000 Befragten besitzen zwar drei Viertel der weiblichen (75 %) und zwei Drittel der männlichen Fahrzeuginhaber (69 %) bereits eine Sicherheitsweste. Jedoch muss mehr als jeder Vierte noch nachrüsten (28 %).

Ein Grund für die schlechte Zwischenbilanz könnte sein, dass 41 Prozent der Befragten die Warnweste für unnötig halten. Das könnte sich allerdings bald rächen, denn wer ab 1. Juli keine Warnweste im Auto hat, dem kann ein Bußgeld von 15 Euro auferlegt werden. Und wer an einem Unfallort keine Sicherheitsweste trägt, der riskiert sogar seinen Versicherungsschutz.

Erhältlich sind die roten, gelben oder orangenen Westen, die in anderen EU-Ländern schon seit Jahren Pflicht sind, im Internet oder bei der Dekra. Aber auch viele Tankstellen bieten Warnwesten an. Aber Achtung: Die Weste muss der Norm DIN EN 471 beziehungsweise der EN ISO 20471:2013 entsprechen.

In einem gemeinsamen Test von „Auto Bild“ mit dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) wurde beispielsweise im vergangenen Jahr festgestellt, dass einige der 13 geprüften Warnwesten den Anforderungen nicht genügen.

Vier der getesteten Westen – von Mbw, Hepp und Aral - erfüllten die deutsche Norm wegen zu kleinem Reflexmaterial oder schlechten Reflektoren nicht und erhielten die Note „mangelhaft.“  Mit 10 Euro war die Schutzkleidung von Aral zudem auch noch die teuerste.

Mit „ausreichend“ bewertet und daher ebenfalls nicht zu empfehlen sind die Westen von Kalff und A.T.U.  Das Prädikat „gut“ wurde hingegen sechsmal verliehen, darunter an die Schutzkleidung von ADAC, Shell, Leina und Obi.

Ihre Reflexstreifen waren richtig positioniert, groß genug und warfen ausreichend Licht zurück. Die Warnweste von Bauhaus erhielt als einzige sogar die Note „sehr gut“. Erhältlich für 3,50 Euro lag der Testsieger zudem preislich im Mittelfeld.

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