Ratgeber Blitzmarathon
Erneut bundesweite Jagd auf Raser

Mit bundesweiten Tempokontrollen will die Polizei das Bewusstsein für Gefahren durch zu schnelles Autofahren wecken. Ein Bundesland macht diesmal aber nicht mit, und es wird nur 18 statt 24 Stunden geblitzt.
  • 3

DüsseldorfDie Polizei greift bei Temposündern in Deutschland und 21 weiteren europäischen Ländern an diesem Donnerstag (16.4.) wieder einmal sehr öffentlichkeitswirksam und in großem Stil durch. Beim sogenannten Blitz-Marathon werden alleine 13.000 deutsche Beamte an über 7.000 Stellen kontrollieren, ob sich Auto- und Motorradfahrer ans Tempolimit halten.

In diesem Jahr beteiligen sich erstmals 21 weitere europäische Länder an der groß angelegten Aktion. Von Deutschlands Nachbarn sind die Niederlande, Belgien und Luxemburg dabei.

Alleine in Deutschland starben im vergangenen Jahr rund 3.350 Menschen bei Verkehrsunfällen - überhöhte Geschwindigkeit war die häufigste Ursache. In diesem Jahr machen die Kontrolleure zum dritten Mal bundesweit Jagd auf Raser: Bei der Premiere 2013 erwischte die Polizei rund 83.000 Temposünder, im vergangenen Jahr rund 93.000.

Eine Ausnahme in Deutschland bildet Schleswig-Holstein. Dort will die Polizei diesmal nicht teilnehmen, weil vor dem Treffen der G7-Staaten in Lübeck am Dienstag und Mittwoch zu viele Polizisten gebunden sind. Somit könne der Blitz-Marathon nicht vorbereitet werden. In Bayern geht die Aktion dagegen sogar ein paar Tage länger.

Allgemeine Schwerpunkte gibt es nach Auskunft des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, das derzeit den Vorsitz der Innenministerkonferenz hat, diesmal nicht. Die hessische Polizei legt aber beispielsweise den Schwerpunkt auf Motorradfahrer.

Die Kontrollen der Polizei beginnen am Donnerstag um 6.00 Uhr, üblicherweise laufen sie 24 Stunden lang. Diesmal ist aber schon um Mitternacht Schluss, Grund dafür ist die Trauerfeier am Freitag in Köln für die Opfer des Germanwings-Absturzes in den Alpen. „Wir wollen, dass der 17. April ganz als Tag der Trauer gilt und nicht von einem anderen Thema überlagert wird“, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums.

Seite 1:

Erneut bundesweite Jagd auf Raser

Seite 2:

Welchen Effekt hat die Aktion?

Kommentare zu " Ratgeber Blitzmarathon: Erneut bundesweite Jagd auf Raser"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr geehrter Herr Gerle, Ich bin über Ihr Beitrag etwas irritiert.
    - Geschwindigkeit nicht unbedinkt hauptursächlich für Unfälle
    - Wegen Verkehrssicherheit auf der Landstrasse - Geschwindigkeitskontrollen einführen
    Wollen Sie auch die letzten möglichkeiten - fahren ohne immer auf den Tacho zu glotzen ausmerzen??

    Aber ich bin bei Ihnen, für zu langsames fahren Geld kassieren fehlt die Glaubwürdigkeit.
    RASER hört sich schon besser an.

  • überall gilt in der "Erziehung", dass mit Strafen keine Verhaltensänderung bewirkt wird. wenn es aber ums Geld geht, werden alle 68- Lehrsätze über Bord geworfen.
    Das Geld besiegt die Ideologie - wenigstens bei den Autofahren.

  • Ach ne, schon wieder dieser Unsinn, wo unsere Abzocker meinen, einen auf Verkehrserziehung zu machen. Diesen Unsinn habe ich selbst erst einmal erlebt, weil ich meine Steuern hauptsächlich im Ausland erwirtschafte. Damals schlich jeder durch meine Stadt und es kam zum Verkehrsinfarkt. Und warum wird immer wieder behauptet, dass überhöhte Geschwindigkeit Hauptunfallursache sei. Hauptunfallursache ist mangelnde Aufmerksamkeit und mangelnde Disziplin. Ich bin gerade in Frankreich, wo sich jeder peinlichst an die Geschwindigkeitsgrenze hält, weil die Strafen drakonisch hoch sind. Trotzdem kracht es hier ständig. Ich stehe morgen auf der A86 in Paris garantiert wieder im Stau, weil es gekracht hat. An der überhöhten Geschwindigkeit liegt es nicht.
    Nun denn, ich werde versuchen, morgen meinen Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen zu leisten. Auf dem Rückweg vom Flughafen komme ich durch eine Baustelle, die eigentlich gar keine ist (es sind nur Schilder aufgestellt). Dort wird gerne abgezockt. Morgen werde ich meinen Tempomat auf 30,-EUR zu schnell einstellen und die ganze Zeit Lächeln. Und wieder werde ich enttäuscht sein, weil nach 22:00h kein Beamter mehr Bock auf Abzocke hat.
    Kleiner Tipp: Wer es wirklich mit der Verkehrssicherheit ernst meint, würde eben genau nach 22:00h und dann auf Landstraßen die Geschwindigkeit kontrollieren. Da ist es besonders gefährlich und es finden nie Kontrollen statt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%