Schnäppchen aus zweiter Hand Das sollten Sie beim Motorrad-Gebrauchtkauf beachten

Im Frühjahr wollen Motorrad-Fans so schnell wie möglich aufs eigene Bike. Wer sich ein gebrauchtes Zweirad zulegen will, sollte beim Kauf aber sehr genau hinsehen. Worauf Sie besonders achten sollten.
  • Mario Hommen
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  • Spotpress
Ratgeber: Tipps zum Motorrad-Gebrauchtkauf - Prüfen statt vertrauen Quelle: ADAC
Prüfen statt vertrauen

Wer ein gebrauchtes Motorrad kaufen will, sollte sehr genau hinschauen.

Wer in die Motorradsaison mit einem neuen Bike durchstarten will, sollte ruhig auch einen Blick auf den Gebrauchtmarkt werfen. Das Angebot ist riesig, die Preise im Vergleich zum Neukauf verlockend. Das Schnäppchen aus zweiter Hand muss man vor dem Kauf allerdings genau unter die Lupe nehmen, rät der ADAC.

Wer ein gebrauchtes Bike anschauen will, sollte grundsätzlich etwas mehr Zeit einplanen. Falls man sich nicht auskennt, hilft idealerweise ein kundiger Begleiter. Wichtig ist in jedem Fall eine Probefahrt, weshalb es ratsam ist, seine Motorradbekleidung dabei zu haben.

Steve McQueen´s Harley blieb unter Preis
Vincent Series B Black Shadow, 1949
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In Las Vegas hat das britische Auktionshaus Bonhams die erste Motorrad-Auktion des Jahres 2017 abgehalten. Im Mittelpunkt der 251 Lose stand die britische Marke Vincent; gleich 14 Fahrzeuge traten an.

Vincent-Motorräder gehören nach den ebenfalls britischen Maschinen von Brough-Superior zu den Kronjuwelen, mit denen engagierte und finanzkräftige Motorradfreunde ihre Sammlung zieren können; 14 der aktuell 100 teuersten Motorräder, die jemals zu einer Auktion rollten, wurden einst in Stevenage produziert, wo die englische Motorradmarke mit dem exklusiven Ruf von 1928 bis 1955 existierte ...

Vincent Series B Black Knight, 1955
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Schnell waren die Brit-Bikes auch: Beispielsweise schraubte 1948 der exzentrische, fast 50 Jahre alte Amerikaner Rollie Free den US-Geschwindigkeitsrekord auf rund 242 km/h – auf einer Vincent und nur mit einer Badehose bekleidet.

Als teuerste jemals versteigerte Vincent gilt eine 1939er „Rapide“ der Serie A; sie kam im April 2015 bei Bonhams in Stafford/UK unter den Hammer und wird mit 418.940 Dollar gelistet, womit sie Rang 12 der Top-Teuer-100 einnimmt.

Richtig hochpreisig wurde es erstmals bei Los 131
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Die rote Ducati 750 SS von 1974 erzielte fast 110.000 Dollar, ohne dass ihre Geschichte größere Besonderheiten aufweist.

Man musste aber keinesfalls Multimillionär sein, um im Rio Hotel zum Zuge zu kommen, dreistellige Dollar-Beträge genügten mitunter...

Auch ein Ex-Bike von Steve McQueen erregte Aufsehen:
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Eine Harley-Davidson X8E Big Twin von 1912, die aus dem ersten Produktionsjahr dieses Modells stammt. Sie erreichte stramme 82.800 Dollar. 1984 war sie von dem US-Schauspieler auf einer Auktion in Las Vegas ersteigert und später mindestens einmal auf einer Oldtimer-Veranstaltung gefahren worden.

Kenner wissen, dass ein solcher Umstand gerne mal zu einer Verdoppelung des Preises eines „namenlosen“ Vorbesitzers führen kann. Diesmal zahlte der Kurzzeit-Eigentümer der McQueen-Harley aber drauf, hatte er sich doch erst zwei Jahre zuvor für immerhin 117.300 Dollar ersteigert.

Um eine Besonderheit ging es bei Los 187
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Ein Prototyp von 1949, zu dem Indian und Vincent gemeinsam beigetrugen. Die Kooperation sollte Indian in schweren Zeiten helfen, doch aus ihr wurde nichts. So blieb der Prototyp auf Vincent-Basis mit Indian-Teilen in den Händen eines Vincent-Ingenieurs, der sie – wieder rückgebaut – als Rentner mit nach Australien nahm und nach einigen Jahren, 1953, gegen ein Auto eintauschte.

Bis 2001 blieb das Motorrad verschollen. Damals kam es in die Hände des heutigen Besitzers; er entschloss sich, die Maschine wieder in den Prototyp-Zustand von 1949 zu bringen. Das Einzelstück sollte mindestens 250.000 Dollar bringen, es fand sich aber niemand, der die Preisvorstellungen des Verkäufers näherungsweise erfüllen wollte.

Nicht anders erging es dem Besitzer einer Crocker „Hemi Head“ aus dem Jahr 1936
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Die Marke war mit nicht weniger als sieben Fahrzeugen in der Top-100-Auktionserlöse-Hitliste vertreten. Die kalifornische Firma bestand lediglich zehn Jahre, ihre Produkte sind rar und seit Jahren extrem gefragt.

Doch die angepeilte halbe Million Dollar als Mindestpreis für das äußerst seltene Modell ließ sich an diesem Tag in Las Vegas nicht erreichen...

Man musste aber keinesfalls Multimillionär sein, um im Rio Hotel zum Zuge zu kommen, dreistellige Dollar-Beträge genügten mitunter
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So ging beispielsweise eine Yamaha JT-1 mit 58 Kubik-Einzylinder von 1971 für schlanke 345 Dollar weg

Vor der Testfahrt wird das Motorrad genau inspiziert. Unter anderem gilt es, auf Sturzschäden zu achten. Kratzer an Lenkerenden, Brems- und Kupplungshebel, der Verkleidung oder den Auspuffrohren stammen eventuell von Stürzen. An Rahmen, Tank und Endtöpfen sollte man nach Rostspuren Ausschau halten.

Auch ein Check der Elektrik empfiehlt sich. Hier prüft man die Funktionsweise von Lampen und Schaltern. Schauen sollte man zudem nach Undichtigkeiten. Typische Probleme sind austretendes Öl am Motor oder den Federelementen.

Zum Standardprozedere gehört auch die Überprüfung von Gabel und Lenkkopf. Hierbei sollte das Bike auf dem Hauptständer stehen und das Heck nach unten gedrückt werden. Die so entlastete Gabel wird dann mit beiden Händen an den unteren Ende der Holme vor- und zurückbewegt. Dabei sollte kein Spiel spürbar sein. Außerdem sollte sich das Vorderrad leicht nach links und rechts gleichmäßig und ohne Widerstand drehen lassen.

Auch die Räder muss man genauer checken. Sofern die Reifen älter als sechs Jahre sind, eine geringe Profiltiefe aufweisen oder eckig abgefahren sind, ist Ersatz unabdingbar. Auch der Zustand der Felgen muss beachtet werden. Zeigen sich hier Beschädigungen, sollte man von einem Kauf absehen.

Blauer Rauch deutet auf Motorverschleiß
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