Sicherheit für Kinder Was man zu Kindersitzen wissen muss

Junge Eltern stehen vor schwierigen Entscheidungen: Wie finde ich den richtigen Kindersitz? Darf er auch gebraucht sein? Und wo ist eigentlich für den Nachwuchs der sicherste Platz im Auto? Die wichtigsten Antworten.
  • Holger Holzer
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Ratgeber: Kinder im Auto - Der sicherste Platz ist im passenden Kindersitz Quelle: Volvo
Gegen die Fahrtrichtung

Kindersitze für Kleinkinder werden meist gegen die Fahrtrichtung ausgerichtet.

DüsseldorfDie Auswahl ist riesig, doch die Vergleichbarkeit gering. Dabei ist ein sicherer Kindersitz fürs Auto für frischgebackene Eltern einer der wichtigsten Einkäufen. Doch worauf sollten sie bei Auswahl und Benutzung achten? Antworten auf die drängendsten Fragen.

Worauf sollte man beim Kindersitzkauf achten?
Testberichte von Autozeitschriften, Autoclubs oder der Stiftung Warentest bieten eine gute Orientierung. In der Regel schneiden teure Markenprodukte dort am besten ab, Billigsitze aus dem Baumarkt offenbaren hingegen häufig Mängel. Wer sparen muss, findet in vergünstigten Auslaufmodellen von Markenherstellern oft eine gute Lösung. Der beste Sitz allerdings hilft nicht, wenn er nicht ins eigene Auto passt. Das Fahrzeug sollte daher immer zur „Anprobe“ mitgenommen werden.

Bis zu welchem Alter sollten Kinder rückwärts sitzend mitfahren?
Kinder sollten bis zum Alter von drei oder vier Jahren in einem rückwärtsgerichteten Sitz gesichert werden, propagiert etwa Autohersteller Volvo. Das ist sicherer für das Kleinkind, wird doch so sein sensibler Nacken besser geschützt. Denn die Kräfte, die bei einem Frontalcrash – der gängigsten und oft gravierendsten Unfallform – auf den Nacken wirken, wenn der Kopf nach vorn geschleudert wird, kann ein Erwachsener aushalten, ein kleines Kind meist nicht. Zahlen der Volvo-Unfallforschung aus Schweden, wo Kinder oft bis zum Alter von drei oder vier Jahren rückwärts sitzen, belegen den Nutzen. In den neuen Kindersitzen nach der europäischen i-Size Norm sitzen die Kleinsten bis zum Alter von 15 Monaten immer rückwärts, im Handel gibt es auch rückwärtsgerichtete Kindersitze für Ältere.

Welchen Vorteil bietet Isofix?
Die meisten Autos der vergangenen zehn Jahre haben Isofix-Befestigungsösen an Bord, Neuwagen sowieso. Dabei handelt es sich um ein einfaches Arretier-System für Kindersitze, bei dem der Sitz mit einem Klick in zwei Metallschlaufen am Sitz einrastet. Das geht bequem und schnell, Fehlbedienung ist fast ausgeschlossen. Bei der Befestigung mit einem Gurt hingegen gibt es Fehlerquellen, zum Beispiel weil der Gurt verdreht ist oder man ihn nicht fest genug anzieht.

Kann ich auch einen gebrauchten Sitz kaufen?
Man sollte nur dann einen gebrauchten Sitz kaufen, wenn er unbeschädigt ist, empfiehlt der ADAC: Der Sitzkörper darf z.B. keine Risse, Verformungen oder Bruchstellen aufweisen. Gurte dürfen nicht rissig sein oder ausfasern, die Gurtschlösser müssen einrasten. Außerdem muss die Bedienungsanleitung vorliegen. Auch ein gebrauchter Sitz sollte unbedingt die Prüfnorm ECE R 44/03 oder ECE R 44/04 aufweisen. Tipp: Aus dem Bekanntenkreis kaufen, so dass eine unübliche Abnutzung besser hinterfragt werden kann.

Bis zu welchem Alter brauchen Kinder einen Sitz?
In Deutschland schreibt die StVO in § 21 vor, dass Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 1,50 Meter sind, einen Sitz benutzen müssen.

Genügt auch ein dickes Kissen als Unterlage?
Nein, denn bei einem Aufprall kann das Kissen verrutschen, so dass das Kind unter dem Sicherheitsgurt hinaus rutscht und sich verletzt. Außerdem sorgt eine professionelle Sitzerhöhung durch dafür, dass der Gurt so geführt wird, dass er das Kind nicht verletzt – beispielsweise kann ein hochrutschender Beckengurt schwere Bauchverletzungen verursachen.

So schneiden aktuelle Modelle im Crashtest ab
Citroën C3 Aircross im EuroNCAP-Crashtest
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Die Prüfgesellschaft Euro NCAP („European New Car Assessment Programme“ ) hat neue Autos wieder auf Sicherheit getestet und dabei in allen aktuellen Fällen die Bestnote vergeben. Dabei wurden nicht nur SUVs benotet, sondern auch Klein- und Kompaktwagen ...

Detailergebnisse: Citroen C3 Aircross, Sicherheitsunterstützung: 60%, Fußgängerschutz: 64%, Insassenschutz Kinder: 82%, Insassenschutz Erwachsene: 85%.

Seat Ibiza im EuroNCAP-Crashtest
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Die Bestwertung von fünf Sternen erhielten bei der aktuellen Testrunde: Citroën C3 Aircross, Mitsubishi Eclipse Cross, Opel Crossland X, Seat Ibiza und der nahezu baugleiche Seat Arona, Skoda Karoq, Volvo XC60, VW Polo und VW T-Roc...

Detailergebnisse: Seat Ibiza, Sicherheitsunterstützung: 60%, Fußgängerschutz: 76%, Insassenschutz Kinder: 77%, Insassenschutz Erwachsene: 95%.

Ein Modell stach bei der aktuellen Testreihe besonders heraus:
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Der Volvo XC60 zeigte das bislang beste Crashtestergebnis in diesem Jahr und erreichte beispielsweise beim Insassenschutz 98 Prozent der möglichen Punkte.

Detailergebnisse: Volvo XC60 D4 AD Momentum, Sicherheitsunterstützung: 95%, Fußgängerschutz: 76%, Insassenschutz Kinder: 87%, Insassenschutz Erwachsene: 98%.

EuroNCAP-Crashtest: Eine Top-Wertung von fünf Sternen fuhr unter anderem das Opel-SUV Crossland X ein
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Detailergebnisse: Opel Crossland X 1.2 Edition, Sicherheitsunterstützung: 57%, Fußgängerschutz: 62%, Insassenschutz Kinder: 84%, Insassenschutz Erwachsene: 85%

EuroNCAP-Crashtest
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Für den Mitsubishi Eclipse Cross gab es neben den fünf Sternen in der Gesamtwertung das beste Ergebnis beim Fußgängerschutz.

Detailergebnisse: Sicherheitsunterstützung: 71%, Fußgängerschutz: 80%, Insassenschutz Kinder: 78%, Insassenschutz Erwachsene: 97%.

VW T-Roc im EuroNCAP-Chrashtest
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Auffällig ist, dass mit Ausnahme des Volvo XC60 alle Fahrzeuge relativ geringe Werte bei den Assistenzsystemen erreichten. Die Bandbreite erstreckt sich von 57 Prozent (Opel Crossland) bis hin zu 71 Prozent (Mitsubishi Eclipse Cross). Bei Insassen- und Fußgängerschutz gab es hingegen keine Ausreißer nach unten.

Detailergebnisse: VW T-Roc 1.0 TSI Comfortline, Sicherheitsunterstützung: 71%, Fußgängerschutz: 79%, Insassenschutz Kinder: 87%, Insassenschutz Erwachsene: 96%.

Euro NCAP-Crashtest: Eine Top-Wertung von fünf Sternen fuhr auch das kleinste SUV des VW-Konzerns ein
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Detailergebnisse: Seat Arona 1.0 Excelence, Sicherheitsunterstützung: 60%, Fußgängerschutz: 77%, Insassenschutz Kinder: 80%, Insassenschutz Erwachsene: 95%

Muss die Sitzerhöhung für ältere Kinder eine Rückenstütze haben?
Rückenstützen sind nicht zwingend notwendig, aber auch für größere Kinder bequemer und sicherer, da der Kopf besser abgestützt wird, etwa beim Schlafen.

Ist eine Sitzerhöhung sinnvoll, die bereits in das Auto integriert ist?
Grundsätzlich ja, einen in das Auto integrierten Kindersitz kann man nicht vergessen und er ist auch bei einer spontanen Mitnahme (Klassenkameraden, Mitfahrt bei Großeltern) schnell einsatzbereit. Die Sitzerhöhung, die beispielsweise in der Mercedes B-Klasse oder dem VW Sharan angeboten wird, lässt sich mit einem Handgriff aus- und einklappen. Da sie im Stil der übrigen Innenausstattung gehalten ist, dürfte es auch einfacher sein, ein widerwilliges Kind von der Nutzung des Sitzes zu überzeugen.

Sollten Kinder den Brustgurt unter den Arm klemmen?
Weil der Gurt am Hals entlang führt, klemmen manche Eltern ihren Kindern den diagonal über die Brust verlaufenden Gurt unter den Arm – ein Fehler. Denn bei einem Unfall kann der Gurt den Körper des Kindes nicht richtig zurückhalten, so die Unfallforscher von Volvo. Außerdem schneidet er in die weicheren Teile von Brust und Bauch ein und kann dort zu Verletzungen führen. Wenn der Gurt hingegen am Hals entlang führt, ist das höchstens unangenehm, aber nicht gefährlich.

Welcher Platz im Auto ist für Kinder der sicherste?
Laut ADAC ist der sicherste Platz grundsätzlich auf dem Rücksitz. Auf dem Platz hinten rechts kann das Kind immer auf der Seite zum Fußweg ein- oder aussteigen. Der Platz auf dem Beifahrersitz ist aber nur sicher, wenn der Airbag ausgeschaltet ist. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung, im Zweifel sollte man in der Werkstatt fragen.

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