Stau-Prognose

Es wird voll, sehr voll

Mit dem Ferienbeginn in NRW sowie in einigen Teilen der Niederlande kommt auf Deutschland die nächste große Reisewelle zu. Besonders am Freitagnachmittag sowie am Samstag und Sonntag wird es eng auf einigen Autobahnen.
Quelle: ACE
Staurisikoeinschätzung des für das kommende Wochenende

(Foto: ACE)

MünchenMit Nordrhein-Westfalen startet das bevölkerungsreichste Bundesland in dieser Woche in die Sommerferien. Die Verkehrsexperten des Auto Club Europa (ACE) gehen deshalb am kommenden Wochenende (8.–10.7.2016) von teilweise langen Staus aus – vor allem im Gebiet Rhein-Ruhr um die großen Ballungsräume Essen, Düsseldorf und Köln sowie in Richtung Süden und an die Küsten der Nord- und Ostsee.

Auch die Autobahnen in Richtung Holland und über Belgien Richtung Nord- und Westfrankreich sind voll, weil auch in Frankreich und in Mittelholland die Sommerferien beginnen. Mit Staus und stockendem Verkehr ist auch im Osten Frankreichs und in Richtung Mittelmeerküste zu rechnen.

Rückreisende Urlauber aus Skandinavien und Nord- und Ostdeutschland sind am Sonnabendnachmittag und Sonntag ebenfalls unterwegs.

Erleichternd für den Reiseverkehr wirkt das erweiterte Lkw-Fahrverbot (für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen), das seit Anfang des Monats in Kraft ist.

Das Fahrverbot gilt zusätzlich zu den bereits bestehenden Sonntagsfahrverboten auch an allen Sonnabenden im Juli und August (ab 07:00 Uhr). Betroffen davon sind alle Autobahnen und einige Bundesstraßen.

Die größten Fehler, die man im Stau machen kann
hIn deutschen Stau-Hauptstädten wie Stuttgart und Köln verbringen Autofahrer pro Jahr durchschnittlich über 60 Stunden mit Stop & Go
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„Autofahrer denken nur nach vorne”, sagt Stauforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen. „Wer hinter sich einen Stau auslöst, bekommt das ja nicht mit”, lautet die ebenso simple wie wahre Beobachtung des Professors für die Physik von Transport und Verkehr. Staus, sagt Schreckenberg, entwickeln sich fast immer aus zähfließendem Verkehr, wenn Geschwindigkeitsunterschiede entstehen. Zwar kann der einzelne Autofahrer einen Stau nicht auflösen. Wer aber dicke Fehler vermeidet, minimiert die Wahrscheinlichkeit, der Auslöser dafür zu sein ...

Fehler 1: Zu dichtes Auffahren
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Kaum irgendwo kochen die Emotionen so schnell hoch wie im Straßenverkehr. „Autofahrer fühlen sich schnell benachteiligt und sind ständig damit beschäftigt, sich gegen andere zu wehren”, sagt Stauforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg.

Als Konsequenz halten sie oft zu wenig Abstand zum Vordermann, „damit niemand dazwischen wechseln kann”, wie er sagt. Dadurch verkleinert man den Spielraum und muss oft unverhofft scharf bremsen.

Schreckenbergs Tipp: „Wer verhindert, dass er anhalten muss, wenn der Vordermann anhält, verursacht schon mal keinen Stau.” Problem: Jetzt erklären Sie das mal vom Auto aus dem Typen hinter ihnen, der es so eilig hat, dass Sie seine Scheinwerfer schon nicht mehr im Rückspiegel sehen ...

Fehler 2: Lückenhüpfen
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Nicht immer lässt sich der Abstand beeinflussen. „In der Praxis ist es schwierig, ausreichend Abstand zu halten, weil immer wieder andere Fahrer dazwischen wechseln”, erläutert Stau-Experte Michael Schreckenberg.

Ein psychologisches Problem: „Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Autofahrer sich Autos, von denen sie überholt werden, besser einprägen, als die, die sie selbst überholen.” Dass sie durch häufige Spurwechsel gar nicht schneller vorankommen und andere dadurch zu unnötigem Bremsen zwingen, merken sie nicht.

Fehler 2: Lückenhüpfen
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„Kolonnenwechsel sind einer der häufigsten Fehler”, meint auch Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Dabei würden oft sogenannte Phantomstaus entstehen. Staus scheinbar ohne Ursache und obwohl die Kapazität der Straße groß genug für das Verkehrsaufkommen sei.

Hack warnt davor, bei zähfließendem Verkehr hektisch zu versuchen, Zeit zu gewinnen. „Man rechnet bei zähfließendem Verkehr mit einem Zeitverlust von etwa einer Minute pro Kilometer”, sagt er. Der Gewinn durch Spurwechsel sei hingegen minimal bis non-existent.

Fehler 3: Träumen am Steuer
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Oft stören Autofahrer auch unabsichtlich. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnt davor, bei Stau oder zähfließendem Verkehr unaufmerksam zu werden. Jeder Autofahrer kennt das: Weil es gerade nicht richtig vorwärts geht, kann man ja zwischendurch vermeintlich mal eben was anderes erledigen.

„Man muss immer konzentriert bleiben”, sagt DVR-Mann Rademacher. Denn Träumer hinterm Steuer geraten leicht in Situationen, in denen sie plötzlich stark bremsen müssen. Wer im Stau abschaltet, erhöht zudem das Risiko von Folgeunfällen. „Das verlängert den Stau sowohl zeitlich als auch räumlich.”

Foto: Motiv der Schweizer Polizei-Kampagne: „Abgelenkt - und der Tod fährt mit“

Risiko: Ablenkung
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Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) wird jeder zehnte Verkehrsunfall durch Ablenkung verursacht. Wenn man nur zwei Sekunden auf das Display des Smartphones schaut, legt man dabei bei einer Landstraßenfahrt mit Tempo 100 bereits 56 Meter im Blindflug zurück.

Vorsicht zwischen 7 und 8 Uhr morgens!
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In dieser Stunde haben Berufspendler das größte Unfallrisiko im Straßenverkehr. Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) kam es 2014 in diesen 60 Minuten zu fast 3.200 gemeldeten Wegeunfällen. In den Stunden davor und danach krachte es nur halb so oft.
In der Feierabendzeit ab 17 Uhr sind Pendler ebenfalls konzentrierter als am frühen Morgen – dann kommt es im Schnitt lediglich zu rund 500 Unfällen. Besonders gering ist das statistische Risiko, einen Unfall auf dem Weg von oder zur Arbeit zu erleben, zwischen 10 und 12 Uhr sowie nach 21 Uhr. Berücksichtigt wurden alle Wegeunfälle, die mehr als drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich zogen.

Strecken mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und Staurisiko sind
die Großräume Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Hamburg, Berlin, München und Stuttgart,
die A 1 Köln – Dortmund – Bremen – Hamburg – Lübeck,
die A 2 Berlin – Hannover – Dortmund,
die A 3 Passau – Nürnberg – Würzburg – Frankfurt – Köln – Oberhausen – Arnheim,
die A 4 Dresden – Erfurt – Kirchheimer Dreieck – Köln – Aachen,
die A 5 Kassel – Frankfurt – Karlsruhe – Basel,
die A 6 Kaiserslautern – Mannheim – Heilbronn – Nürnberg,
die A 7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte,
die A 7 Kassel – Hannover – Hamburg – Flensburg und
die A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg (beide Richtungen) sowie
die A 9 Berlin – Nürnberg – München (beide Richtungen).

Mit Staus muss zudem auf der A 40 Venlo – Duisburg – Essen,
der A45 Dortmund – Gießen, der A 81 Heilbronn – Stuttgart – Singen,
der A 93 Rosenheim – Kiefersfelden,
der A 95 München – Garmisch-Partenkirchen,
der A96 München – Lindau und
der A 99 Umfahrung München gerechnet werden.

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