Test des ADAC
Kindersitze werden sicherer

Die gute Nachricht zuerst: Für Kinder aller Altersklassen finden Eltern im Handel Sitze mit der Testnote „gut“. Doch nicht alle Produkte der insgesamt 22 getesteten sind empfehlenswert. „Sehr gut“ ist gar keins.

MünchenIm aktuellen Kindersitztest von ADAC und Stiftung Warentest, dem zweiten in diesem Jahr, erhielt kein Produkt das ADAC-Urteil "sehr gut". Die Tester vergaben 13-mal die Note "gut" und dreimal die Note "befriedigend". Sechs Kindersitze schnitten "mangelhaft" ab, weil sie Schadstoffen im Bezug aufwiesen. Aber in Sachen Sicherheit konnten alle Sitze mindestens die Note „befriedigend“ erreichen.

Da der Kindersitztest deutlich höhere Anforderungen stellt als vom Gesetzgeber vorgeschrieben, übertreffen alle Sitze, die das Gesamturteil "gut" oder "befriedigend" erhielten, die gesetzlichen Vorschriften deutlich. Zwei Babyschalen, die jeweils in drei verschiedenen Varianten untersucht wurden, erhielten in der Schadstoffprüfung die Note "mangelhaft". Da diese Bewertung nicht durch ein gutes Abschneiden in anderen Kriterien ausgeglichen werden konnte, schlägt sich die Beurteilung "mangelhaft" direkt auf das Gesamturteil der ADAC-Tester nieder.

Für Kinder aller Altersklassen finden sich im aktuellen Test aber auch Sitze mit der Note „gut“.

Testsieger mit der Note 1,6 bei den Babyschalen sind zwei so genannte I-Size-Modelle: Maxi-Cosi Pebble Plus + 2wayFix (470 Euro) und Maxi-Cosi Pebble Plus (270 Euro), hier nehmen Kinder bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgerichtet Platz. Bei den konventionellen Babyschalen lag der Sitz Graco SnugFix + SnugFix Isofix Base (320 Euro) mit der Note 2,0 vorn.
Für größere Kinder lagen beispielsweise Britax Römer King II LS (199 Euro), Joie Trillo Shield (120 Euro) und Britax Römer Kid II (99 Euro) gut ab. Aber auch hier konnte das I-Size-Modell Concorde Reverso (380 Euro) überzeugen. Am Schlechtesten (Note 4,7) schnitten Sitze der Marke Cosatto ab, aufgrund von zu hoher Schadstoffbelastung.

Nach und nach kämen immer mehr Produkte in den Handel, sagen die Tester, die die Anforderungen der ECE R 129 erfüllten. Vier dieser sogenannten I-Size-Modelle waren im aktuellen Test dabei. Drei von ihnen erhielten das ADAC-Urteil "gut". Die "I-Size"-Kindersitze werden nicht nach dem Gewicht des Kindes, sondern nach der Körpergröße unterschieden. Die Hersteller können dabei selbst festlegen, für welchen Größenbereich der jeweilige Sitz geeignet ist. Die Einteilung in Klassen entfällt somit.

Der Kindersitztest wurde für 2015 überarbeitet. Damit sind die aktuellen Ergebnisse zwar mit denen vom Mai dieses Jahres vergleichbar, jedoch nicht mit den Ergebnissen der Jahre zuvor. Zu den Neuerungen gehörten unter anderem eine neue Karosserie, die beim Frontalaufprallversuch zum Einsatz kommt (Golf VII) und ein neuer Crashdummy Q10, der den Vorgänger P10 ersetzt. Hauptkriterien des Tests waren Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsbaltt / Redakteur Auto + Motor
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