Trotz Kaufprämie und Steuerbefreiung Nur zwei von zwölf Elektroautos rechnen sich

Die Bundesregierung packt das Starterkabel aus: Kurzfristig sollen Käufer von E-Autos und Plug-in-Hybriden Extra-Geld bekommen. Günstig sind die Stromer dann allerdings immer noch nicht.
  • Spotpress
So weit kommen E-Autos mit einer Batterieladung
Platz 11: VW e-up
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Der Up ist das derzeit kleinste Modell von Volkswagen. In einem kleinen Auto lassen sich auch nur wenige Batterien unterbringen – zumindest zu einem für die VW-Manager akzeptablen Preis. Mit einer Ladung kommt der e-up-Kunde deshalb gerade einmal 160 Kilometer weit. Und das auch nur laut der Herstellerangabe im Normverbrauch. In der Praxis dürften es je nach Fahrweise, Verkehrsaufkommen und Temperatur einige Kilometer weniger sein.

Platz 10: Ford Focus Electric
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Er kommt theoretisch 2.000 Meter weiter als der e-Up: Der rund 35.000 Euro teure Focus schafft laut Hersteller eine maximale Reichweite von 162 Kilometer mit einer Batterieladung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 137 km/h, von 0 auf 100 km/h sprintet der Wagen in 11,4 Sekunden. Doch auch hier gilt: In der Praxis dürften es bei der Reichweite je nach Fahrweise, Zuladung, Verkehrsaufkommen und Temperatur einige Kilometer weniger sein.

Platz 9: VW e-Golf
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Der Golf ist ein gutes Stück größer als der e-Up – allein in der Länge sind es 71 Zentimeter. Das heißt aber nicht, dass der e-Golf deutlich mehr Batterien aufnehmen kann und somit weiter kommt als sein kleiner Elektro-Bruder. Für den e-Golf schreibt VW 190 Kilometer maximale theoretische Reichweite in die Liste.

Nicht üppig, aber immerhin genauso viel wie...

Platz 8: BMW i3
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... BMWs Elektroauto i3. Das ist vor allem aus einer Sicht bemerkenswert: Der e-Golf ist ein konventionelles Auto, in das im Nachhinein der Elektro-Antriebsstrang eingebaut wurde. Der i3 mit seiner Kohlefaser-Karosserie wurde hingegen von Anfang an als reines Elektroauto entwickelt.

Auch interessant: Trotz der teuren Kohlefaser-Karosserie kosten beide Elektroautos mit knapp 35.000 Euro fast gleich viel. Ob das für den BMW oder gegen den VW spricht, wollen wir an dieser Stelle offen lassen. Hier zählt nur eines: die Reichweite von 190 Kilometern.

Platz 7: Mercedes B250e
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Nur unwesentlich weiter als der VW und BMW kommt das derzeit einzige Elektroauto von Mercedes. Die zum E-Auto umgebaute B-Klasse kommt im Normverbrauch maximal 200 Kilometer weit. Würde der Elektro-Smart noch gebaut, wäre es in diesem Ranking auch keine Hilfe: Er kam zu seiner Zeit nur 145 Kilometer weit.

Platz 6: Renault Zoë
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Die Renault-Nissan-Allianz hat seinen Elektroautos immer wieder neue Akku-Pakete spendiert und zum Teil auch den ganzen Elektro-Antrieb ausgetauscht. Als der Kleinwagen Zoë 2013 auf den Markt kam, lag die maximale Reichweite bei 210 Kilometern. Im Frühjahr 2015 wurde der Antriebsstrang von Continental durch eine Renault-Eigenentwicklung ersetzt – seitdem kommt der Zoë 240 Kilometer weit.

Platz 5: Nissan Leaf
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Ähnliches gilt für den Leaf von Nissan: Kam die erste Version im Jahr 2010 gerade einmal 160 Kilometer weit, sind es bei einem Leaf des Jahrgangs 2016 immerhin 250 Kilometer.

Neuwagenkäufer sollen demnächst einen finanziellen Anreiz vom Staat bekommen, sich ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid anzuschaffen: Die E-Autos werden mit 4.000 Euro Prämie gefördert, die Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor und extern aufladbarer Batterie mit 3.000 Euro. Gezahlt wird der Zuschuss hälftig von Staat und teilnehmenden Autoherstellern. Das Bundeskabinett soll die Förderungen noch im Mai beschließen.

600 Millionen Euro stellt der Bund für die Kaufanreize bereit. Das Geld wird – ähnlich wie bei der Abwrackprämie 2009 – so lange gezahlt, bis es aufgebraucht ist. Das wäre beispielsweise nach der Förderung von etwa 100.000 Elektroautos und 66.600 Plug-in-Hybriden der Fall. Allerdings wird die volle Summe nur bis 2018 bezahlt, ist dann noch Geld da, gibt es 3.000 Auto Zuschuss für ein E-Auto, 2.000 für einen Plug-in-Hybrid. Außerdem gilt eine Obergrenze für den Preis der Autos, die die Förderung erhalten können: Sie dürfen maximal 60.000 Euro kosten. Damit fallen Luxus-Autos wie Tesla Model S oder Porsche Panamera Plug-in-Hybrid raus.

Der preisliche Abstand der E-Autos zu herkömmlichen Verbrenner-Fahrzeugen ist mit der Prämie nicht komplett nivelliert. So kostet beispielsweise der VW e-Golf mit Zuschuss noch 30.900 Euro. Ein gleichstarker Benziner (85 kW/115 PS) ist in der Ausstattung Comfortline mit DSG ab 24.250 Euro zu haben, ein Diesel mit 81 kW/110 PS (Comfortline, DSG) kostet 26.100 Euro. Allerdings ist der Elektro-Golf besser ausgestattet, unter anderem mit LED-Scheinwerfern, Klimaautomatik und 17-Zoll-Leichtmetallrädern.

Der ADAC hat seinen Autokostenvergleich bereits aktualisiert und festgestellt, dass sich trotz Prämie nur zwei von zwölf überprüften E-Autos im Vergleich zur entsprechenden Diesel- oder Benzinvariante lohnen, die elektrische Mercedes B-Klasse und der Kia Soul EV. Eingerechnet wurden Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- beziehungsweise Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung.

Auf dieser Grundlage errechnet der Autoclub, dass selbst die günstigsten E-Modelle, der Citroen C-Zero Tendance (Grundpreis 19.390 Euro) und der Peugeot iOn Active (19.390 Euro), den Käufer 4,3 Cent bzw. 6,2 Cent pro Kilometer mehr kosten als ein konventioneller Antrieb.

Die E-Autos deutscher Hersteller verlieren beim Kosten-Check der Münchener noch klarer: Der BMW i3 fährt 7,4 Cent teurer, der VW E-Up 8,5 Cent teurer und der VW E-Golf 4,9 Cent teurer als der jeweilige Benziner.

Die größte Differenz hat der ADAC beim Tesla Model S 70D (93.800 Euro) errechnet, für das es wegen des Listenpreises keine Kaufprämie gibt. Gegenüber einem vergleichbaren Diesel oder Benziner von Audi, BMW oder Mercedes ist er 7,5 bis 32,8 Cent pro Kilometer teurer. Der Vergleich hinkt allerdings zwangsläufig etwas, da Tesla keine Benziner oder Diesel baut. Für seine Berechnung zog der ADAC daher vergleichbare Modelle anderer Hersteller heran.

Bisher ist die E-Mobilität in Deutschland nicht richtig ins Laufen gekommen. Im vergangenen Jahr wurden 12.363 Elektroautos und 11.101 Plug-in-Hybride neu zugelassen, was einem Anteil von 0,4 beziehungsweise 0,3 Prozent an den Neuzulassungen insgesamt entspricht. Andere europäische Länder haben den Anteil der E-Autos mit direkten staatlichen Prämien deutlich steigern können.

Zusätzlich zum Zuschuss plant der Bund Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro in die Ladeinfrastruktur, 15.000 Ladesäulen sollen neu installiert werden, darunter 5.000 Schnellladesäulen. Derzeit gibt es deutschlandweit rund 5.800 Elektro-Tankstellen und 150 Schnellladepunkte. Zudem soll die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und E-Autos kaufen, auch dafür wird Geld zur Verfügung gestellt. Insgesamt betragen die Kosten für das Investitionspaket rund eine Milliarde Euro.

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