Verkehrsrecht
Am Steuer kein Walkie-Talkie benutzen

Walkie-Talkies sind für Autofahrer tabu. Wer am Steuer ein solches Handfunkgerät benutzt, kann ebenso bestraft werden wie ein Fahrer, der mit dem Handy telefoniert. Das folgt aus einem Urteil des Amtsgerichts Sonthofen.
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SonthofenAutofahrer dürfen am Steuer kein Walkie-Talkie benutzen. Das erklären die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mit Hinweis auf ein Urteil des Amtsgerichts Sonthofen in Bayern (Aktenzeichen: 111 Js 5270/10). In dem Fall hatte der Fahrer auf die Besonderheiten eines Walkie-Talkie im Vergleich zu einem Handy hingewiesen: Es brauche kein Mobilfunknetz und keine Telefonnummer. Das Gericht hielt das für irrelevant. Dass man bei einem Walkie-Talkie keine Nummer eingeben muss, spiele keine Rolle. Bereits das Halten des Geräts sei verboten. Auch auf die Art des Gesprächs komme es nicht an. Demnach sei ein Walkie-Talkie mit einem Mobiltelefon gleichgestellt und das Benutzen im Straßenverkehr ordnungswidrig.

Der DAV rät dazu, Walkie-Talkies im Verkehr nicht zu benutzen, auch wenn es andere Urteile gebe. So entschied das Oberlandesgericht Köln (Aktenzeichen: 82 Ss-OWi 93/09), dass die Benutzung des Mobilteils eines Festnetztelefons im Auto erlaubt sei. In dem Fall hatte ein Autofahrer drei Kilometer von seinem Haus entfernt das Mobilteil aus der Tasche gezogen und an sein Ohr gehalten, weil es gepiept hatte. Das Gericht erklärte dazu, dass Schnurlostelefone nach allgemeinem Verständnis nicht als Mobiltelefone im Sinne des Handyverbots angesehen werden.

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