Verkehrsrecht
Der heimliche Reiz des grünen Pfeils

Trotz roter Ampel rechts abbiegen zu dürfen, das gefällt vielen Autofahrern, bei ihnen hat das aus der DDR übernommene Verkehrszeichen ein gutes Image. Ämter und Gemeinden sehen das teils ganz anders.
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HamburgVier Jahre nach der Wiedervereinigung wurde ein Stück ostdeutscher Verkehrsgeschichte wiederbelebt: der grüne Pfeil an Ampelkreuzungen. Doch durchsetzen konnte sich das Ausnahme-Verkehrszeichen nicht. Eine Kampagne soll das ändern.

In der DDR bedeutete er ein Stück Freiheit, der grüne Pfeil. Trotz roter Ampel durfte man etwas Verbotenes tun, nämlich die Haltelinie überfahren, wenn auch nur zum Rechtsabbiegen. Gestern wie heute ist die Idee einfach: Der grüne Pfeil - in der Straßenverkehrs-Ordnung wird er zur Abgrenzung von grünen Ampelpfeilen «Grünpfeil» genannt - soll den Verkehr flüssiger machen. Nach Stopps an Halte- und Sichtlinie darf der Autofahrer trotz Rotlicht rechts abbiegen, wenn es der Verkehr zulässt.

Doch die Idee zur Verkürzung der Wartezeiten geht offenbar nicht an jeder Kreuzung auf, wo sie umgesetzt wurde. Das zeigt das Beispiel Hamburg. Dort, sagt Frank Reschreiter von der Stadtverwaltung, seien viele der Blechpfeile wieder abgeschraubt worden. «2002 haben wir mit rund 360 Grünpfeil-Schildern begonnen und seither 165 wieder abgebaut.»

Teils machten Ampeln mit integrierten Videosystemen den Grünpfeil überflüssig. Zudem sei nicht jede Kreuzung aus Sicherheitsgründen überhaupt für das kleine Verkehrszeichen geeignet. Gänzlich frei vom Grünpfeil ist inzwischen Wiesbaden. «Wir mussten feststellen, dass sie keine Auswirkungen auf den Verkehrsfluss hatten», begründet Gerald Berg vom Pressereferat der Stadt den Rückbau. Allerdings hatten es die Verkehrsplaner der hessischen Landeshauptstadt ohnehin nur mit rund fünf Schildern an zentralen Punkten versucht.

«Ja zum Grünen Pfeil» lautet diesen Erfahrungen zum Trotz eine Kampagne des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Autofahrer können via Internet Vorschläge zu Grünpfeil-Standorten machen. «Wir prüfen, inwiefern diese Kreuzungen geeignet sind und beantragen dann bei den Kommunen den Grünpfeil», erläutert Claudia Weiler vom ZDK das Verfahren. Der ZDK sieht einen Umwelteffekt: Weil der Verkehrsfluss durch die erweiterte Abbiegemöglichkeit verbessert werde, verbrauchten die Autos weniger Sprit, womit auch der CO2-Ausstoß sinke. Zudem sei ein Grünpfeil beispielsweise gegenüber dem Bau eines Kreisverkehrs die preiswertere Alternative.

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  • Wie kann man beim Rechtsabbiegen Radfahrer gefährden wenn der Geradeausverkehr halten muss?

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