Verkehrsrechts-Urteil
Reißverschlussverfahren gilt nicht bei Autobahneinfahrt

Wenn sich zwei Fahrbahnen zu einer verengen, kann man sich üblicherweise auf das so genannte Reißverschlussverfahren beim Einfädeln verlassen. Doch es gibt Ausnahmen.
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Auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn gilt nicht das Reißverschlussverfahren, um sich einzufädeln. Auch nicht bei zähfließendem Verkehr oder Stop-and-go. Wer mit einem nachfolgendem Auto zusammenstößt, muss für den Schaden aufkommen.

Im vorliegenden Fall wechselte ein Autofahrer bei Stop-und-Go vom Beschleunigungsstreifen auf die Fahrspur. Er baute auf das Reißverschlussverfahren. Doch das nachfolgende Auto machte keinen Platz. Es kam zum Unfall.

Der auf die Autobahn Einfahrende forderte nun Schadenersatz von der Versicherung des anderen. Die verweigerte das und sah die Alleinschuld beim Einfahrenden.

Das Amtsgericht Essen urteilte (Az.: 14 C 188/16), dass in solchen Situationen der Fließverkehr auf der Autobahn Vorrang hat. Auch wenn dieser zäh fließt oder bei Stop-and-go.

Außerdem spreche der Anscheinsbeweis dafür, dass bei einem Zusammenstoß zwischen dem Auto auf der rechten Spur und dem wartepflichtigen Einfahrenden dafür, dass Letzterer schuld ist.

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