Wichtige Regeln für den Auto-Import

Auf Schatzsuche im Ausland

Manch ein begehrter Gebrauchtwagen ist in Deutschland schwer zu finden. Wer die Suche auf das Ausland ausweitet, hat bessere Chancen. Doch beim Import von Fahrzeugen sind einige wichtige Regeln zu befolgen.
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Schnäppchen aus den USA: Umgerechnet 6.000 Euro zahlte Jochen Thoma für seinen Plymouth Fury. Der Transport ging indes nicht ganz glatt. Quelle: dpa

Schnäppchen aus den USA: Umgerechnet 6.000 Euro zahlte Jochen Thoma für seinen Plymouth Fury. Der Transport ging indes nicht ganz glatt.

(Foto: dpa)

HeidelbergDa steht er, ein brauner Plymouth Fury der ersten Serie. Nach langer Suche war Jochen Thoma vor einigen Jahren endlich in den USA fündig geworden. Der Wagen ist fast 50 Jahre alt und kostete umgerechnet 6000 Euro. Ein Schnäppchen. Flugs per Spedition nach Bremerhaven verladen und ordnungsgemäß verzollt, war auch der Transport keine große Sache. Doch als Thoma den Wagen abholte, fehlte eine Radkappe, und er stellte Dellen und Kratzer fest. Außerdem war der Ölstand niedrig.

Gewährleistungsansprüche machte Thoma, Oldtimer-Experte bei ADAC Klassik, später bei der Speditionsfirma geltend. «Das vor der Verschiffung angefertigte Übergabeprotokoll dient ja als Nachweis des Zustands beim Export», sagt er. Neben dem Protokoll gehören ein Kaufvertrag und die Übergabe der Zulassungspapiere zur Kaufabwicklung. Sonst wird es schwer, später Ansprüche geltend zu machen. Beim Kauf gilt das Recht des Landes, in dem der Vertrag geschlossen wurde. «Ist der Verkäufer ein Unternehmen, das auch in Deutschland geworben hat und aus dessen Werbung der Kauf resultierte, kann man unter Umständen auch in Deutschland klagen», sagt Michael Eckert, Rechtsanwalt in Heidelberg.

BMW macht sexy
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Meist kommt man nicht umhin, mit einer Marke einen bestimmten Typ Fahrer zu verbinden. Manche Klischees halten sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte, bei anderen setzt irgendwann ein Umdenken ein. So geschehen offenbar bei Opel: Seit langen haben die Rüsselsheimer mit ihrem Biedermann-Image zu kämpfen. Nach einer aktuellen Umfrage der Online-Autobörse mobile.de liegt der Autobauer nun aber auf Platz zwei im Sympathiewerte-Ranking ...

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Um das aufzustellen hat die Gebrauchtwagen-Onlineplattform und Ebay-Tochter über 1.000 ihrer Nutzer gefragt: „Die Fahrer welcher Automarke sind Ihrer Meinung nach besonders sympathisch?“
Darauf antworteten 20,5 Prozent Volkswagen, das ist, wie auch so oft in der Zulassungsstatistik, Platz 1 für Modelle des Wolfsburger Konzerns.

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Auf die Frage: „Die Fahrer welcher Automarke sind Ihrer Meinung nach besonders sympathisch?“ antworteten immerhin 6,4 Prozent der mehr als 1.000 Umfrageteilnehmer „Opel“, was zusammen mit BMW für den zweiten Platz ausreichte.

Opel versucht seit einiger Zeit, sein Image aufzupolieren, unter anderem mit der Werbekampagne „Umparken im Kopf“, die sich damit beschäftigt, Klischees zu hinterfragen.

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BMW kann noch in einer anderen Kategorie punkten: Die Fahrer der Marke mit dem blau-weißen Logo werden als besonders sexy empfunden (12,5%).

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Übrigens darf man in puncto BMW offenbar auch den Spruch "arm, aber sexy" bemühen. Denn aus einer aktuellen Statistik des auf Autos spezialisierten Pfandhauses Süd geht hervor, dass es meist BMW-Fahrer sind, die gezwungenermaßen ihr Auto (vorübergehend) zu Geld machen müssen.

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Gleich dahinter wählten die Befragten Audi mit 10,4 Prozent.

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Porsche, deren Fahrer sich sicherlich gern auf Rang eins gesehen hätten, kommt etwas abgeschlagen auf den dritten Platz (7,8%).

«Vom Verkäufer sollte man sich den Ausweis zeigen lassen und diesen kopieren», empfiehlt der Spezialist für Oldtimerrecht. Auch sollten sämtliche Fahrzeugpapiere vorhanden sein. Wichtig sei ein Nachweis, dass der Verkäufer Eigentümer ist. Notfalls muss er das im Vertrag versichern, wie auch, dass er über das Fahrzeug verfügen darf.

Nach dem Erwerb in Nicht-EU-Ländern kümmert sich am besten eine professionelle Speditionen um alle Formalitäten und bringt das Auto ans Ziel. Die Verschiffung erfolgt meist über Bremerhaven. Dort muss das Fahrzeug beim Zollamt vorgeführt und angemeldet werden. Auch das übernimmt auf Wunsch der Spediteur. Andreas Heuer, Leiter des Zollamts Bremerhaven, sagt: «2013 wurden über Bremerhaven rund 9500 Gebrauchtfahrzeuge, davon etwa ein Drittel Oldtimer, importiert.»

Für ein Auto, das aus einem Land eingeführt wird, das nicht zur Europäischen Union gehört, fallen eine Einfuhrabgabe in Höhe von 10 Prozent und die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent an. «In jedem Fall prüft die Zollstelle die Zollanmeldung, die man auch via Internet einreichen kann, samt Unterlagen und führt gegebenenfalls eine Beschau durch», erläutert Heuer.

Oldie-Jahrgang 1984 im Überblick
Oldtimer - Endlich Geschichte – die neuen H-Klassiker
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Welche Volumenmodelle waren die Trendsetter des Jahres 1984? Allen voran die Mercedes-Benz 200 bis 300E der Baureihe W 124, die nach einem Facelift zur ersten E-Klasse mutierte.

Ford Escort RS200 ab 1984
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Selten, und bald mit H-Kennzeichen unterwegs: Ford Escort RS200 ab 1984

Subaru Justy 1984
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Zu den Allradlern mit 30 Jahresringen zählen urige kleine Offroadklassiker wie der Suzuki SJ 413 und der Daihatsu Rocky, aber erstmals auch Limousinen, Kombis und Sportwagen aller Segmente wie Alfa 33, Audi 200, Subaru Justy, VW Passat Variant Syncro, Ford RS 200, Mitsubishi L 300 oder Honda Shuttle. Überhaupt die Vans. Sie waren die großen Unverstandenen jenes Jahres.

Renault Espace ab 1984
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Renault Espace ab 1984

Nachdem Honda, Mitsubishi (Space Wagon) und Nissan (Prairie) zuerst in Japan den Kombi höher und variabler zu Raumkreuzern transformiert hatten, kamen die Vans nun nach Europa – zeitgleich zum Marktstart von Chrysler Voyager und Renault Espace. Es sollte aber Jahre dauern bis sich Familien und Firmen für die neuartigen Großraumlimousinen wirklich begeisterten.

Opel Kadett E Typ GSI
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Opel Kadett E Typ GSI

Peugeot 205 GRD ab 1984
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Peugeot 205 GRD ab 1984

Saab 9000 Turbo 1984
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Saab 9000 Turbo 1984

Dabei wird auch entschieden, ob ein Oldtimer als Sammlerstück zu einem verminderten Steuersatz von 7 Prozent importiert werden darf. Nach der Dokumentation fertigt der Beamte einen Steuerbescheid aus, der dem Anmelder des Fahrzeugs ausgehändigt wird. «Nur wenn die Einfuhrabgaben entrichtet und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt worden ist, darf das Fahrzeug für den Weitertransport übernommen werden», sagt Heuer.

Interessant kann auch ein Import aus der Schweiz sein, wo ein großer Markt an besonders gepflegten Gebrauchtfahrzeugen existiert. Die Einfuhr ist günstiger als aus den USA, denn, erklärt ADAC-Experte Thoma: «Europäische Marken unterliegen dort und beispielsweise auch in Norwegen dem sogenannten Präferenzabkommen.» Für Autos dieser Marken wird bei der Einfuhr kein Zoll erhoben.

Importe aus der EU erfordern keine Zoll- oder Grenzformalitäten. Hier beschränkt sich der Aufwand auf den Transport. Doch egal, wie man es macht, der Import kann Sinn ergeben. Nicht nur wegen des günstigeren Kaufpreises. Denn, so Thoma: «Der Aufwand wird bei manchen Modellen sogar mit einer Wertsteigerung belohnt.»

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