Winterreifenpflicht
Falsche Bereifung kann Versicherungsschutz kosten

Haben Autofahrer, die trotz Winterreifenpflicht jetzt noch mit Sommerreifen unterwegs sind überhaupt Versicherungsschutz? Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bleibt der Haftpflichtschutz bestehen. Anders sieht es jedoch unter Umständen beim Vollkaskoschutz aus, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll.
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HB DÜSSELDORF. Seit dem 4. Dezember 2010 dürfen sich Autofahrer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur dann hinter das Steuer setzen, wenn ihr Auto mit Winter- oder Allwetterreifen ausgerüstet ist, die ein Matsch- und Schneesymbol (M+S) haben. Der Bundesrat hatte am 26. November 2010 die Winterreifenpflicht verschärft. Grund: Das Oberlandesgericht Oldenburg hat die alte Regelung für verfassungswidrig erklärt, da sie der Gesetzgeber zu unpräzise formuliert hatte. Bisher hieß es in der Straßenverkehrsordnung nur pauschal: Die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen ist an die jeweiligen Wetterverhältnisse anzupassen.

Auch auf den Versicherungsschutz kann eine falsche Bereifung negative Auswirkungen haben. Peter Ackermann, Leiter der Kraftfahrt-Abteilung der Gothaer-Versicherung, sagt: "Wir verzichten zwar weitestgehend auf den Einwand der grobfahrlässigen Verursachung des Versicherungsfalles. Allerdings prüfen wir je nach Einzelfall, ob der Fahrer eine Gefahrerhöhung provoziert hat, wenn es wegen falscher Bereifung zu einem Unfall kommt."

Die Konsequenz einer Gefahrerhöhung kann der Verlust des Versicherungsschutzes sein. Eine Ausnahme gilt in der KFZ-Haftpflichtversicherung. Hier ist die Leistungsfreiheit auf 5.000 Euro beschränkt. Ein Unfall infolge falscher Reifen kann zudem zu einer Mithaftung im Haftpflichtschadenfall führen. "Dem Unfallverursacher droht dann eine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes und - wenn er keine Vollkasko hat - einen Teil des Schadens selber tragen zu müssen", warnt Ackermann.

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