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Wissenswertes zum Kfz-Rechtsschutz: Nichts für Streithansel

Ein Kfz-Rechtsschutz übernimmt Gericht- und Anwaltskosten - unabhängig von der Schuldfrage. Die Versicherungsbranche rät zum Abschluss. Der Verbraucherschutz hält sie dagegen nur bei Vielfahrern für sinnvoll.

Egal zu wessen Gunsten der Hammer fällt: Ein Kfz-Rechtsschutz trägt in der Regel die Kosten eines Rechtsstreits. Quelle: dpa
Egal zu wessen Gunsten der Hammer fällt: Ein Kfz-Rechtsschutz trägt in der Regel die Kosten eines Rechtsstreits. Quelle: dpa

Henstedt-UlzburgJens Reinhold kann es nicht glauben: Da fährt er 20 Jahre unfallfrei, und dann rauscht ihm ein Geländewagen in die Seite. Der Fahrer beharrt darauf, unschuldig zu sein. Für den Schaden aufzukommen, lehnt er ab. "Einklagen!", raten Freunde. Doch da die Lage nicht eindeutig ist und Reinhold fürchtet, bei einer Niederlage die Prozesskosten tragen zu müssen, entscheidet er sich dagegen. Anstelle dessen lässt er seine Vollkasko regulieren: Bei 1.000 Euro Selbstbeteiligung und einer Beitragsanhebung um 400 Euro eine teure Sache.

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Doch Reinhold lernt aus dem Fall: Er schließt einen Kfz-Rechtsschutz ab. Über eine solche Police werden alle Rechtsangelegenheiten abgewickelt, die mit der Teilnahme am Straßenverkehr zu tun haben. "Sie kommt zum Beispiel zum Tragen, wenn man nach einem Unfall Schadenersatz fordern möchte", sagt Bianka Bobell vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg. Auch wenn es wegen einer Reparatur Zoff mit der Werkstatt gebe oder man sich wegen eines Verkehrsverstoßes mit den Behörden streite, gelte die Police.

Ein Vorteil: Der Versicherer übernimmt alle Kosten, die mit dem Rechtsstreit auflaufen. "Also etwa das Honorar des Anwalts, Sachverständigenhonorare, Gerichtskosten und bei Bedarf auch die Rechtskosten der gegnerischen Partei", erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Voraussetzung ist, dass die Kosten innerhalb der vereinbarten Deckungssumme liegen.

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Und: Es gibt eine Wartezeit nach Versicherungsabschluss, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden können. Diese beträgt meist drei Monate. Selbstverständlich ist, dass das Fahrzeug des Versicherten ordnungsgemäß zugelassen sein muss und dieser einen gültigen Führerschein besitzt.

Ist das nicht der Fall, übernimmt der Versicherer die Kosten nicht, wenn es zu einem Rechtsstreit kommt. "Ebenfalls grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, sind vorsätzlich begangene Straftaten", fügt Katrin Rieger von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hinzu.

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Auch notorische Streithansel brauchen sich keine Rückendeckung zu erhoffen, wenn es darum geht, ihre rechtlichen Interessen aus Prinzip durchzusetzen: "Sobald im Rechtsstreit keine Erfolgsaussichten bestehen, sagt die Versicherung "nein" zur Kostenübernahme", so Rieger. Sie gibt dann keine Deckungszusage.

Was den Abschluss lohnenswert macht, wird in Jens Reinholds Beispiel deutlich: Wie eine anwaltliche Auskunft ergab, hätte der Rechtsstreit samt Gutachtergebühren alleine in erster Instanz zwischen 3.000 und 5.000 Euro gekostet. Und im Fall einer Berufung hätten sich die Kosten sogar verdoppelt. Diese Summen wären in dem genannten Beispiel von einer Rechtsschutzversicherung getragen worden - unabhängig vom Ausgang des Falls, betont Schweda.

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