190 Kilometer ohne Benzin

Was VWs erste Elektro-Autos leisten

Doppelpremiere auf der IAA: Volkswagen startet im Vergleich zur Konkurrenz zwar spät ins Elektro-Zeitalter, zeigt aber gleich zwei Modelle, die das Zeug zu echten Verkaufsstars haben sollen. Die ersten Details.
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Volkswagen E-Up und E-Golf. Quelle: PR

Volkswagen E-Up und E-Golf.

(Foto: PR)

Volkswagen hat nun angekündigt, auf der wohl wichtigsten Automesse in diesem Jahr, der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt (10. bis 22. September) gleich zwei neue Elektroautos vorzustellen: den E-Up und E-Golf. Damit transferiert Europas größter Autohersteller zwei Großserienmodelle ins Zeitalter der Elektromobilität. Zwar nennt der Hersteller noch nicht die entscheidenden Daten, wie etwa den Preis, gibt aber quasi als Appetithäppchen vor der Messe einige Leistungsdaten preis.

Der in Frankfurt vorgestellte E-Golf wird von einem 85 kW / 115 PS starken Elektromotor angetrieben. Der E-Up kommt mit einer Batterieladung auf eine Reichweite von 160 Kilometern; beim E-Golf sind es aufgrund der größeren Batterie 190 Kilometer. Und wie alle Elektroautos wird er durch seinen kräftigen Antritt wohl viele überraschen, die noch keinen Stromer pilotiert haben. Die Maschine stellt schon beim Start ein sattes Anfahrmoment von 270 Nm zur Verfügung. In 10,4 Sekunden ist der frontgetriebene E-Golf 100 km/h schnell. Aus Gründen der Reichweite wird der fünfsitzige Fronttriebler bei 140 km/h elektronisch abgeregelt.

Diese Maximalreichweite des E-Golf von 190 Kilometern erfüllt laut VW vielerorts die Ansprüche der meisten Autofahrer, womit die Firma sicher richtig liegt: Laut Statistischem Bundesamt fahren 6 von 10 Erwerbstätigen mit dem Auto zur Arbeit, und im Durchschnitt legt dabei rund die Hälfte (45,8%) weniger als zehn Kilometer für eine einfache Fahrt zurück, bei weiteren 28,1 Prozent der Autopendler sind es zwischen zehn und 25 Kilometer und nur 16,2 Prozent legen mehr als 25 Kilometer zurück.

Stromer-Akzeptanz rückläufig

Gefertigt werden die Zero-Emission-Autos von Volkswagen übrigens auf den selben Großserienproduktionsanlagen, wie ihre Pendants mit Verbrennungsmotoren. In den Handel geht der E-Golf wohl Anfang 2014. Aber seine Verkaufschancen sind eben nicht nur durch die 190 Kilometer Maximalreichweite eingeschränkt. Auch die aktuelle Stimmung der Käufer spricht eher für den "normalen" Golf.

So stellt das ifo-institut für die zum sechsten Mal von Aral aufgelegte Studie "Trends beim Autokauf" Mitte August fest: Dem Elektroauto trauen zwar viele Autofahrer einen großen Nutzen für den Umweltschutz zu. Aber die Akzeptanz dieser alternativen Antriebsform ist eher rückläufig. Vor zwei Jahren konnten sich noch 29 Prozent vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen; in der 2013-Befragung sind es nur noch 27 Prozent.

Volkswagen E-Up und E-Golf. Quelle: PR

Volkswagen E-Up und E-Golf.

(Foto: PR)

Offensichtlich fällt die Beurteilung der Alltagstauglichkeit des Elektroantriebs immer skeptischer aus: Vor vier Jahren waren noch 36 Prozent der Befragten bereit, ein Elektroauto in ihre Kaufentscheidung einzubeziehen. Dabei spielt die Mindestreichweite zwischen zwei Ladevorgängen eine große Rolle. Denn nur elf Prozent der Befragten geben sich mit einer Reichweite von 150 km oder weniger zufrieden und fast die Hälfte erwartet mindestens 350 km.

Der eine ganze Fahrzeugklaase unter dem Golf fahrende E-Up kommt mit einer Batterieladung (18,7 kWh) auf eine Reichweite von 160 Kilometern. In beiden Modellen helfen die beiden Fahrmodi „Eco“ und „Eco+“ sowie vier aktivierbare Rekuperationsstufen („D1“, „D2“, „D3“ und „B“), diese Maximal-Reichweiten zu fahren. 

Der E-Up soll nur 11,7 kWh Strom auf 100 Kilometern verbrauchen, der E-Golf kommt auf einen Wert von 12,7 kWh. Bei einem Strompreis von 0,258 Euro je Kilowattstunde würden 100 Kilometer Fahrtstrecke mit dem E-Up so 3,02 Euro, mit dem E-Golf rund 3,30 Euro kosten. Den nötigen Strom liefern Akkus mit einer Kapazität von 24,2 kWh im Golf, 18,7 kWh sind es im E-Up. 

In dem kleineren Viersitzer bringt es der Elektromotor auf 60 kW / 82 PS. Aus dem Stand heraus wuchtet dieser Motor 210 Nm auf die angetriebene Vorderachse. Der Sprint auf 100 km/h ist in 12,4 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h.

An den schnellsten CCS-Ladestationen (Gleichstrom) verkürzt sich die Aufenthaltsdauer eines E-Up oder E-Golf auf rund eine halbe Stunde, um die Batterie bis auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu laden.
Beide Zero-Emission-Alltagsautos sind serienmäßig mit Klimaautomatik mit Standheizung und -kühlung, Radio-Navigationssystem, Frontscheibenheizung, und LED-Tagfahrlicht ausgestattet. Beim E-Golf kommen außerdem erstmals bei Volkswagen LED-Scheinwerfer zum Einsatz. 

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18 Kommentare zu "190 Kilometer ohne Benzin: Was VWs erste Elektro-Autos leisten"

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  • Nur so: Der i3 von BMW (CFK karosserie/Alu Chassis) ist schwerer als der E-up - bei vergleichbaren Leistungen...Stahl muss nicht schwer sein...

  • @ oldieslover

    Wenn eines Tages der Liter Benzin 3 Euro kostet, dann kostet vermutlich 1KW/h Strom zur gleichen Zeit 60 cent!
    Billiger wird es nur für Träumer!

  • Wer Umwelt-und Gesundheitsbewust fahren will soll Fahrradfahren! Autofahren ist was für Pussys!

  • Nun Elektroautos und deren Umweltbilanz, bzw Abhängigkeit ist auch nicht einfach. Welche Umweltschäden werden durch den Aubbau und die Verabeitung von Rohstoffen für Elektronantriebe verursacht ? Stichwort: seltene Erden, Lithium usw, und diese Rohstoffe kommen ja auch nicht gerade aus Regionen die politisch stabiel sind, und wenn diejenigen, die diese Rohstoffe kontrollieren mitbekommen was lost ist werden diese doch ganz bestimmt billiger.... Wir ersetzen die eine Abhängigkeit durch die andere....

  • @Strommanufakturer
    Dann legen sie schon mal Geld zurück, wenn ihre Solarpanele nach 15 Jahren ihren Geist aufgeben und sie eine neue Solaranlage kaufen müssen.

  • So ein Blödsinn! Meine gepufferte PV-Anlage geht zu 100% erst in den eigenen Haushalt und das E-Auto. Nur wenn es da nicht langt wird überhaupt zugekauft.

    Übrigens macht es von den Arbeitskosten kaum einen Unterschied, ob die Handwerker nun 10 oder 50kW Leistung aufs Dach packen!

  • Na, auch schon eine eigene PV-Anlage auf dem Dach?

  • Von Larry. Ich freue mich auf den Tag an dem Benzin oder Diesel 3€ und mehr kosten. Wieso? Ach ja ich fahre schon einen Citroen Zero. Und die dumme Diskusion über Emissionen bei Elektroautos mag ich nicht mehr lesen. Lest ihr auch Artikel über Umweltschäden beim Frakking oder Krebserkrankungen bei Indianern in Alaska? Kennt ihr das Niegerdelta? Den Golf von Mexiko? Die Exxon Valdez? Setzt euch mal in ein Emobil und dann nach drei Monaten ( und 4000 Km ) ohne Tankstelle soll einer ehrlich sagen es sei schlecht. Uebrigens bin ich Autohändler in der schönen Schweiz. Also nicht irgendein Umweltschützer der von Autos gar keine Ahnung hat.

  • VW hat schon mal Elektroautos gebaut. Wer mehr wissen will, soll mal in Wikipedia nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/VW_Golf
    Soviel zum Wahrheitsgehalt der Überschrift.
    Und da ich sowohl 8 Stunden am Tag arbeiten muß und versuche 8 Stunden am Tag zu Schlafen, sind die Schnell-Ladeoptionen für mich uninteressant.
    Bzgl. der CO2-Diskussion mit dem Strom-Mix. Rechnet doch mal selbst nach. Hier ist mein Resultat: http://www.sunpod.de/2010/08/wieviel-co2-verursacht-ein-elektroauto/

  • Alles zu seiner Zeit. Die Zeit für alternative Antriebe ist noch nicht gekommen, zumal man nicht wirklich was für die Umwelt tut, selbst wenn man mit "Ökostrom" fährt, denn der Strom fehlt hat dann woanders.

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