60 Jahre Vespa
Vespa: La Dolce Vita auf zwei Rädern

Vor 60 Jahren knatterten die ersten Vespas durch italienische Straßen. Das ursprünglich als Nutzfahrzeug konstruierte Zweirad wurde schnell vom Nachkriegs-Einsteigerfahrzeug zum Lifestyle-Objekt für jedermann und eroberte bald die ganze Welt. Heute sind die Motorroller wieder Kult.

HB DÜSSELDORF. Die Erfolgsgeschichte des Motorrollers von Piaggio begann vor fast genau 60 Jahren im April 1946. Nur ein Jahr zuvor hatte Enrico Piaggio dem Luftfahrtkonstrukteur Corradino d´Ascanio und seinem Zeichner Mario d´Este den Auftrag gegeben, ein motorisiertes Zweirad zu entwickeln, das leicht zu fahren und preisgünstig zu produzieren ist. Doch der Luftfahrtkonstrukteur mochte keine Motorräder – er war der Meinung, dass diese unhandlich und sperrig sei. So entwickelte er mit seinem Zeichner ein leicht fahrbares Gerät, das darüber hinaus dem Fahrer durch seine Form Schutz vor Schmutz und Wind bot. Das Patent meldete Enrico Piaggio am 23. April 1946 an. Dass die beiden Erfinder damit einen Mythos entwickelten, der noch Jahrzehnte später Bestand haben sollte, wussten sie damals sicher nicht.

Die motorisierte Wespe

Das erste Modell hieß „Paperino“. Mit einem Hubraum von 98 cm³ und 3,2 PS Motorleistung brachte es „Paperino“ auf 60 Stundenkilometer. Den Namen Vespa verdankt das motorisierte Zweirad seiner Form. Denn bereits die Ur-Vespa „98“ hatte eine schmale Taille und erinnerte mit ihrer Form an den Leib einer Wespe – lateinisch Vespa. Ihre klassische Form hat die Vespa bis heute beibehalten. Zwischendurch jedoch - speziell in den siebziger und achtziger Jahren - wurden die Modelle dem Zeitgeschmack entsprechend eckiger, mittlerweile sind sie wieder rund (dank Retro-Trend).

Als im April 1946 die ersten 15 Exemplare das Werk in Pontedera verließen, ahnte keiner welche Erfolgsgeschichte vor dem praktischen Nutzfahrzeug auf zwei Rädern lag. Die Verkaufszahlen in Nachkriegs-Italien sprachen schnell für sich. Bis Ende 1949 wurden mehr als 35 000 Exemplare produziert.

Doch weil in den italienischen Fabriken das Potenzial nicht ausreichte, um auch die Nachfrage in Deutschland abzudecken, wurde die Vespa auch hierzulande produziert. So kam 1950 die erste "deutsche" Vespa aus den Hoffmann-Werken in Lintorf bei Düsseldorf. Und schon Mitte der fünfziger Jahre wird der wendige Motorroller in Großbritanien, Frankreich, Belgien und Spanien produziert – später dann auch in Indien und Indonesien.

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