Dass Dieselautos längst keine Spaßbremsen mehr sein müssen, wissen wir schon länger. Nun aber präsentiert VW den Golf GTD mit Fahrleistungen auf dem Niveau eines Sportcoupés und dem Verbrauch eines Kleinwagens. Mehr…
Dass Dieselautos längst keine Spaßbremsen mehr sein müssen, wissen wir seit Volkswagen den TDI erfunden hat. Nun aber laufen die Wolfsburger Autobauer zur Höchstform auf und präsentieren mit dem Golf GTD ihr Meisterstück des Selbstzünders; Fahrleistungen auf dem Niveau eines Sportcoupés mit dem Verbrauch eines Kleinwagens. Ein Schnäppchen ist der Power-Golf allerdings nicht. Als Zweitürer kostet er 29.700 Euro, viertürig sind es 30.600 Euro.
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Das ist sogar mehr als für den Golf GTI zu bezahlen sind, mit dem sich das Diesel-Derivat nicht nur die ersten beiden Buchstaben aus Gran Turismo teilt, sondern zu dem der GTD auch optisch eine enge Verwandtschaft pflegt.
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Wie bei der Wolfsburger Ikone, so schmücken ebenso den GTD sportlich geschnittene Sitze mit dem obligatorischen Karomuster – nur hier grau statt rot – sowie das unten abgeflachte Dreispeichenlenkrad und der Schaltknauf in Golfballform. Außen entlarven Kenner den mit 184 PS stärksten Diesel-Golf aller Zeiten sofort an dem markanten Wabenkühlergrill.
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Fahrdynamisch muss sich der Golf GTD selbst vor doppelt so teuren Sportwagen nicht verstecken. Der Zweiliter-Vierzylinder-Powerdiesel mobilisiert schon aus niedrigen Drehzahlen üppige 380 Newtonmeter Drehmoment, was dem Kompaktwagen zu einer souveränen Antrittstärke verhilft. Überholvorgänge sind nach wenigen Sekunden abgehakt. Dabei ist es fast egal, in welchem Gang der Fahrer gerade eingelegt hat.
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Den Sprint von null auf 100 km/h schafft der GTD in nur 7,5 Sekunden. Und erst bei 230 km/h zeigt der Fahrtwind dem Wolfsburger Super-Diesel die Stirn. Überholte dürften bei diesem Tempo ernsthaft zweifeln, dass da soeben ein Diesel-Golf an ihnen vorbeigezogen ist. Auch den Beifahrer muss der Besitzer ausdrücklich darauf hinweisen, dass unter der Haube ein Selbstzünder arbeitet, so leise und geschmeidig läuft das intern genannte "EA288-Aggregat".
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Zu aller Fahrfreude auf der Gerade meistert der GTD auch jede Art von Kurvenkombinationen. Ein Grund dafür ist das schon von Haus aus perfektionierte Chassis des Modularen Querbaukastens sowie in diesem Fall die serienmäßige Progressiv-Lenkung und die elektronische Differenzialsperre "XDS+". Alles zusammen führt zu Handling-Eigenschaften, mit denen man auch auf der Nordschleife des Nürburgrings eine gute Figur abgeben würde. Das Performance-Paket mit der mechanischen Vorderachssperre, wie er im GTI angeboten wird, gibt es für den GTD allerdings nicht.
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Mehr Leistung und mehr Drehmoment heißt bei Motoren-Entwicklungschef Hermann-Josef Engler noch lange nicht: mehr Spritverbrauch. Im Gegenteil, der neu entwickelte GTD-Motor verbraucht mit 4,2 Litern gut 25 Prozent weniger als die Vorgängerversion. "Wir erfüllen zudem die erst ab Ende 2014 gültige Euro-6-Abgasnorm", sagt Engler.
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Jeder weiß, dass dieser Verbrauchswert im Alltag höchstens bei Schleichfahrt über Landstraßen erreicht werden kann. Wer den GTD etwas forscher heran nimmt, sollte trotz BlueMotion-Technik und Start-Stopp-System mit etwa sechs Litern rechnen – zumindest zeigte uns dies der Bordcomputer nach der ersten Testfahrt an.
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Ältere Golffahrer könnten jetzt einwenden, dass auch der erste Golf GTD von 1982 nicht mehr verbraucht habe. Unter dessen Haube allerdings nagelte ein kleiner Vierzylinder mit Wirbelkammer-Einspritzung und lächerlichen 70 PS. Das Temperament glich dem einer Wanderdüne und die Laufkultur des Selbstzünders lag auf dem Niveau einer Kartoffel-Heu-Erntemaschine.
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Plus: Sehr souveräne und sportliche Leistungsentfaltung, perfekte Fahr- und präzise Kurveneigenschaften, sehr gute Gesamtabstimmung Minus: teils unverständliche Aufpreispolitik im Bereich Infotainment und Multimedia
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