Abschied von den Schlafaugen-Scheinwerfern
Einfach versenkt

Einige von uns Lebensälteren, hatten auch schon mal einen Wagen mit Klappscheinwerfern, im Volksmund auch gerne „Schlafaugen“ genannt. Manche haben immer noch einen. Sie sollten gut darauf aufpassen.
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DüsseldorfEs ist fast wie im richtigen Leben: Irgendwann ist es vorbei - und man hat es nicht einmal gemerkt. Und erst dann, spät (manchmal leider zu spät), merkt man, was einem fehlt. Doch dann ist schon alles gelaufen. Das gilt, wie wir alle wissen, besonders für Beziehungen, aber auch für Autos. Daher kommt ja die Faszination für Old- und Youngtimer, dieses Erinnern, dieses „weißt Du noch“, dieses „den hatte ich doch auch mal“.

Einige von uns, von uns Lebensälteren, hatten auch schon mal einen Wagen mit Klappscheinwerfern, im Volksmund auch gerne „Schlafaugen“ genannt. Manche haben immer noch einen. Sie sollten gut darauf aufpassen, denn: Die Schlafaugen-Autos sind mittlerweile weg – fort – verschwunden. Und das schon länger als man so glaubt und wahrhaben will.

Dabei erinnern wir uns doch noch so gut an die Klappscheinwerfer. An Scheinwerfer, die verdeckt, versenkt, versteckt und nicht sichtbar sind, wenn sie ausgeschaltet sind. Was ja meist der Fall ist. Und die, wenn sie eingeschaltet und ausgefahren sind, dem Fahrzeug zu einem markanten, höchst eigenständigen Aussehen verhelfen. Ein ausgesprochen prominenter Vertreter dieser Gattung ist der Roadster von Mazda, der MX-5, der in hohen Stückzahlen verkauft wurde. 
Der MX-5 wird seit 1989 – mittlerweile in der dritten Generation – vom japanischen Automobilhersteller Mazda gebaut. Das intern NA genannte erste Modell des Mazda MX-5-Modell, gebaut von 1989 bis 1998, verfügt nicht nur über ein Faltdach aus Stoff, sondern auch über schnucklige Klappscheinwerfer.

Die hat sich Mazda beim Vorbild Lotus Elan gleich mal mit abgeguckt. Dem sportlichen Briten ist der MX-5, um es vorsichtig zu sagen, höchst stilecht nachempfunden. Der bis zwei Jahre vor der Jahrtausendwende gebaute Japaner ist eines der letzten Automobil-Modelle, bei dem noch Klappscheinwerfer verbaut werden. Die Chevrolet Corvette C5 (2004), der De Tomaso Guara (2004) und der Esprit von Lotus (2003) waren dann die (zumindest vorerst) letzten produzierten Fahrzeuge mit Klappscheinwerfern.

Der Beginn der Schlafaugen-Geschichte liegt zu dem Zeitpunkt bereits rund sieben Jahrzehnte zurück. Der erste Pkw mit Schlafaugen dürfte der von Gordon Buehrig entworfene Cord 810/812 gewesen sein, der Mitte der 1930-er Jahre in Amerika bei Auburn gebaut wurde. Der Fronttriebler war mit Hauptscheinwerfern ausgestattet, die zunächst bei Flugzeugen für den Landeanflug ausgeklappt wurden. In den USA wurden Klappscheinwerfer schick – bei Limousinen.

In Europa gerieten sie zum stilistischen Merkmal von Sportwagen, etwa bei Modellen von Ferrari, Lamborghini, Maserati oder Porsche. Ihre Verwendung sorgte dafür, dass die Frontpartien flach, tief gezogen und aerodynamisch günstig gestaltet werden konnten. Zumindest solange die Scheinwerfer nicht gebraucht wurden. Denn bei eingeschalteten Scheinwerfern verschlechterte sich die Windschlüpfigkeit entsprechend. Ausgefahren werden die Scheinwerfer meist elektrisch, seltener per Hand.

Im Prinzip gibt es drei verschiedene technische Varianten der Klappscheinwerfer. Da wäre zunächst die Version mit einer Drehung um die Querachse, wie sie etwa beim VW Porsche 914 anzutreffen ist. Der Scheinwerfer fährt beim Einschalten mit einer Drehung aus der Karosserie heraus. Bei einigen Modellen, wie etwa dem Lamborghini Miura oder dem Porsche 928, liegen die Scheinwerfer „offen“ – sie sind also auch ausgeschaltet sichtbar und zeigen mit der Streufläche nach oben.

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