Acabion: „Kleine“ Version mit 550 PS
Bugattijäger mit Stützrädchen

Schnell fahren und Sprit sparen – das war bisher ein unlösbarer Zwiespalt. Doch jetzt haben Tüftler ein Auto entwickelt, das sich dem Wind stellt und ihm wenig entgegenzusetzen hat: Mit dem Acabion sind Flugzeuggeschwindigkeiten mit Kleinwagenverbrauch möglich.

DÜSSELDORF. Wenn Peter Maskus über Sportwagen redet, klingt es meist despektierlich: „Die versuchen unter dem Wind durchzufahren“, sagt der Autoentwickler, „aber das geht einfach nicht.“ Maskus hat ein Auto entwickelt, das sich dem Wind stellt und ihm wenig entgegenzusetzen hat. Das „Acabion“ wirkt wie ein Vögelchen – mit einem spitzen Köpfchen, einer zierlichen Silhouette, zwei Flügelchen und auf zwei Rädern balancierend, im Stand mit zwei Stützrädchen.

Zwischen all den Stieren und Pferden wirkt es etwas schmalbrüstig. Doch die versammelte Parade der Gallardos und Carreras muss künftig ehrfürchtig die Bahn räumen, wenn der Acabion anrollt. Selbst ein Bugatti Veyron sollte sich dann auf die rechte Spur verkriechen. Maskus hat in seinem zierlichen Mobil, das allerdings so lang wie ein VW Passat ist, einen Motor mit 700 PS eingebaut (es gibt auch eine „kleine“ 550 PS Version), der eigentlich aus dem Motorrad Suzuki Hayabusa stammt.

Die turbogeladene Version MAB Hayabusa Turbo hält bislang den Beschleunigungsrekord für Landfahrzeuge und bedient sich dafür 316 PS. Maskus hat den Motor weiter hochgetunt, mit Dragster- und Edelteilen. Und ihn „saugend“ in eine Karosserie mit einer minimalen Stirnfläche und einem cw-Wert von 0,18 gepackt. Die meisten Autos haben das Doppelte. Außerdem wiegt er nur ein Fünftel des Bugatti Veyron. Entsprechend soll das Acabion in 15 Sekunden von null auf 300 sprinten. Der Bugatti gönnt sich da zwei Sekunden mehr Zeit. Und macht bei Tempo 406 Schicht.

Das Acabion soll hingegen (abgeregelt) 550 Spitze laufen. Das wäre jetzt zwar erstaunlich, aber keine Revolution. Doch dann gibt es die schier unglaublichen Verbrauchsangaben, die Maskus herunterbetet. Während ein Supersportwagen im Drittelmix schon mal über 20 Liter durch die Vergaser zieht, begnügt sich das raketenförmige Fahrzeug mit 2,5 Litern. Und im Stadtverkehr soll er sogar mit Strom unterwegs sein.

So weit die Theorie. Denn bislang gibt es keine Serienmobile, der Deutsche tüftelt vielmehr in der Schweiz an immer neuen Einzelfahrzeugen herum. Gerade ist Version drei fertig geworden. Auf dem Goodwood-Festival sorgte sie am vergangenen Wochenende für einige herunterhängende Kinnladen. Vielleicht ja auch für ein paar offene Geldbörsen. Denn Maskus ist so von seiner neuerlichen Variante überzeugt, dass er sie auch verkaufen würde.

Der Preis liegt mit 1,6 Millionen Euro für die etwas schmalbrüstigere Version noch deutlich über Bugatti-Niveau und wohl nur für autoverrückte Scheichs interessant. Die bekommen dann aber auch ein eigenes Modell in Handarbeit zusammengestellt, bei dem sie auch noch bestimmen dürfen, ob der Kofferraum 160 Liter fassen soll und vielleicht turbanfreundliche fünf Zentimeter mehr Kopffreiheit eingeplant werden.

Ein millionenschweres Sparmobil für Scheichs? Klingt absurd. Maskus sieht den Verkaufspreis denn auch nicht als solchen an, sondern eher wie eine Zuwendung für weitere ressourcenschonende Entwicklungsprojekte.

Feuerrotes Sparmobil: Acabion GTBO 700

  • 1,3-Liter Benzinmotor mit 700 PS
  • Gewicht: 360 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 646 km/h
  • Beschleunigung: 0-300 km/h in 15 Sekunden
  • weiter Infos: » www.acabion.com
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