ADAC Helmtest
Am Schutz für den Kopf nicht sparen

Crossover-Helme haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu klassischen Klapphelmen auch als echte Jethelm genutzt werden können. Der ADAC hat nun zehn dieser Exemplare intensiv überprüft.
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München/DüsseldorfDer ADAC hat zehn sogenannte Crossover-Helme getestet. Und trotz großer Unterschiede beim Kaufpreis – die Spanne liegt zwischen 150 und 400 Euro – liegen die Helme bei den Ergebnissen nicht sehr weit auseinander. Die größten Unterschiede gab es im Bereich „Sicht“. Hier wurden Noten von „sehr gut“ bis „ausreichend“ vergeben. Zur Abwertung eines Produkts wegen ausgeprägter Schwächen kam es nicht. Getestet wurden: Sicht, Aerodynamik, Geräusche, Handhabung, Komfort sowie Unfallschutz.

Von den drei mit „gut“ bewerteten Helmen macht das teuerste Produkt, der X-Lite X-402 GT, mit Abstand das Rennen. Er kostet 400 Euro und wartet  in allen Einzelkriterien mit „guten“ oder „sehr guten“ Bewertungen auf. Auch der EvoLine 2 der Firma Shark und der EXO 900 vom Hersteller Scorpion bekommen  das Gesamturteil „gut“. Die anderen sieben Helme schließen mit dem Gesamturteil „befriedigend“ ab.

Die Helme von Airoh, Givi, HJC, Nolan, Probiker neigen zum Beschlagen. Mangelnde Kratzfestigkeit stellten die Tester des Autoclubs bei den Helmen von Probiker, Roof und Scorpion fest. Das ist umso ärgerlicher, als dass regelmäßige Visierwechsel auch ganz schön ins Geld gehen.

Der KX 4 von Probiker bekommt in der Einzelbewertung „Sicht“ die schlechteste Note (4,2). Auch wegen der Ergebnisse beim Unfallschutz (3,1) und beim Geräuschverhalten (2,9) bildet der KX 4 das Schlusslicht des Tests.

Ergebnisse des ADAC Helmtests 2011

Die Helme von Shark und Scorpion, die beide das Gesamturteil „gut“ erhalten, zeichnen sich durch hohen Tragekomfort aus. Bei diesen Produkten ist allerdings zu kritisieren, dass sie jeweils fast zwei Kilogramm schwer sind und dadurch die Halsmuskulatur des Motorradfahrers stark belasten. Die Helme von HJC, Airoh und Nolan fallen durch eine hohe Geräuschbelastung auf.

Der ADAC äußerte nach dem Prüfergebnis die Meining, auch die Hersteller preiswerterer Modellen könnten für bessere Kratzfestigkeit und Vorkehrungen gegen das Beschlagen der Visiere sorgen.

Zeit nehmen für den Helmkauf

Beim Kauf eines Kopfschutzes sollte sich der Verbraucher viel Zeit für eine intensive Beratung nehmen. Wer ein Gefühl für Windgeräusch und Gewicht des Kopfschutzes bekommen möchte, für den ist eine Probefahrt unverzichtbar. Der Helm soll fest sitzen, ohne zu drücken. Fest sitzt das Produkt meist dann, wenn sich die Kopfhaut im Bereich der Stirn bei Drehbewegungen des Helms mit verschiebt. Keinesfalls darf man einen oder gar mehrere Finger noch zwischen Helm und Stirn quetschen können. Außerdem tragen sich die weichen Wangenpolster der Helme noch, d.h. das Innere „setzt“ sich im Laufe der Benutzung etwas. Deshalb: Keinen zu großen Helm wählen. Gute Hersteller bieten Helme mit herausnehmbaren und somit leicht zu reinigendem Polster an, bei einigen gibt es Wangenpolster auch in unterschiedlichen Stärken.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

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