ADAC-Kindersitztest
Vier fallen durch

Bei Kindersitzen konnte man sich in der Vergangenheit meist auf die großen Marken verlassen. Bei einem aktuellen Test überzeugten aber nicht einmal mehr diese.
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Gute Kindersitze sind schwer zu finden. Bei einem aktuellen Test des ADAC fielen ungewöhnlich viele Modelle durch. Vier von 15 geprüften Kandidaten erhielten die Note „mangelhaft“, lediglich ein Produkt überzeugte mit „sehr gut“.

Testsieger ist der Cybex Juno 2-Fix der Klasse I (9 bis 18 Kilogramm) für rund 195 Euro. Er sichert kleine Kinder per Fangkörper vor dem Oberleib, was nach Erfahrung der Tester allerdings nicht von jedem Sprössling akzeptiert wird. Eltern sollten dies vor dem Kauf also unbedingt in der Praxis ausprobieren.

Das Konkurrenzprodukt Casualplay Q-Ret-Fix kommt ohne Fangkörper aus, kostet jedoch mindestens 400 Euro und erhält die Note „gut“.

Ebenfalls mit „gut“ bewertet werden sämtliche Testkandidaten der Klasse II/III (15 bis 36 Kilogramm), darunter der Römer Kidfix XP XICT (229 Euro), der Recaro Monza Nova 2 (180 Euro), der Storchenmühle Solar (130 Euro) und der Recaro Monza Nova 2 Seatfix (220 Euro).

Detail-Ergebnisse ADAC Kindersitztest 2013

In den anderen Klassen ist die Situation deutlich schlechter. Bei den Babyschalen (Klasse 0+, bis 13 Kilogramm) und Kleinkindersitzen (Klassen 0/I und 0+/1, bis 18 Kilogramm) erreicht lediglich der Cybex Aton 3 (160 Euro) sowohl mit Isofix-Basis als auch ohne die Note „befriedigend“.

Mit „mangelhaft“ komplett durchgefallen ist mit dem Römer Maxi-Fix erstmals auch ein Produkt eines namhaften Herstellers. Am 390 Euro teuren Sitz bemängeln die Tester eine zu hohe Schadstoffbelastung.

Und auch bei mitwachsenden Sitzen für größere Kinder (Klassen I/II, I/II/III und II/III, bis 36 Kilogramm) versagt ein Römer-Sitz. Beim Modell Xtensafix (229 Euro) rutschte der Gurt während des Crashtests aus der Führung und schnitt in den Hals des Dummys. Urteil: ebenfalls „mangelhaft“.

Die gleiche Note erhalten auch der Nania Baby Ride (39 Euro) und der Axkid Kidzofix (410 Euro). Im ersten Fall wird das Kind bei einem Seitenaufprall ungeschützt gegen die Autotür gedrückt, im zweiten kann die Isofix-Verankerung reißen.

Insgesamt sieht der ADAC das Ergebnis kritisch: Es gebe auffallend viele mangelhafte Modelle. Als ungewöhnlich stellen die Tester das schlechte Abschneiden von Römer heraus. Gleich zweimal fallen erstmals Kindersitze der Traditionsmarke mit „mangelhaft“ durch. Ein Sitz versagt beim Frontaufprall, der andere hat viel zu hohe Schadstoffwerte.

Getestet wurden die Kindersitze aus allen Gewichtsklassen in den Kriterien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie, Schadstoffgehalt, Reinigung und Verarbeitung. Wichtig für die Eltern: Die Kleinsten müssen bei jeder Fahrt im Sitz richtig gesichert sein. Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt Bedienung und Einbau erklären lassen. 

Der ADAC empfiehlt den Sitz vor dem Kauf im eigenen Fahrzeug auszuprobieren, da nicht jedes Produkt optimal in jedes Auto passt. Der Kindersitz muss sich stabil befestigen lassen und besonders auf den richtigen Gurtverlauf ist zu achten.

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