ADAC
Tausende Pannen durch veraltete Dieselnorm?

Mehrere Tausend Pannen von Diesel-Kraftfahrzeugen bei klirrender Kälte sind laut dem ADAC auf eine heillos veraltete Diesel-Norm zurückzuführen.
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MünchenAuffällig viele moderne Dieselfahrzeuge sind nach Aussage des ADAC jetzt bei der grimmigen Kälte liegen geblieben. Der Grund dafür sind zugesetzte Kraftstofffilter, ausgelöst durch ausgeflocktes Paraffin aus dem Dieseltreibstoff. Ein Redakteur der Clubzeitschrift Motorwelt beziffert die Zahl mit rund 6.000 unfreiwilliger Stopps.

Der Grund liegt in der Norm DIN EN 590, nach der Dieseltreibstoff geprüft wird. Denn die Filter, mit denen im Prüflabor die Filtrierbarkeit von Dieselkraftstoff und damit auch die Funktionsfähigkeit des Kraftstoffs bei Minusgraden ermittelt werden, sind viel zu "grobmaschig". Die bei modernen Dieselfahrzeugen eingesetzten Kraftstofffilter seien aber um den Faktor fünf engmaschiger.

Deshalb bleiben nämlich Paraffinkristalle, die sich im Diesel bei tiefen Temperaturen bildet, in dem engmaschigen Filter hängen. Der Filter verstopft und der Motor bekommt keinen Kraftstoff mehr. Dem Fahrer bleibt dann nur noch der Griff zum Telefon, um den Pannendienst zu rufen.

Aus diesem Anlass fordert der ADAC nun die Mineralölindustrie sowie die Autobauer auf, die Dieselnorm entsprechend dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. Ansonsten drohe im kommenden Winter abermals eine Pannenwelle durch verstopfte Dieselfilter.

Kommentare zu " ADAC: Tausende Pannen durch veraltete Dieselnorm?"

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  • Hier ist der ADAC auf dem Holzweg. In meinem Bekanntenkreis hatten das Problem auch LKW, Transporter und PKW mit älterem Baujahr. Beim LKW konnte man diesen Winter schon bei -10°C im Tank stochern!Der Diesel kam garnicht erst zum Filter. Auch mein Auto hat es getroffen, ich parke seit 6 Jahren unter der Laterne, solch ein Problem hatte ich noch nie. Und übrigens ist die soooo alte Norm von 2007. Ich denke ich werde meine ADAC Mitgliedschaft zum nächsten Termin kündigen, da sie offensichtlich eh querfinanziert sind.
    Meine Meinung-meine Erfahrung.

  • Es handelt sich um einen ueberkritischen Zustand bei diesen Druecken, aber Sauerstoff ist doch keiner da, der zur Explosion fuehren koennte.

    Auch bei dem Oelfilm; wenn am OT eingespritzt wird, ist doch alles sofort weg explodiert.Uebrigbleibendes Dieseloel wuerde doch das gleiche tun.

  • Benzin im Diesel war schon für einen Saugdiesel nicht der Hit, Mercedes hat in der Bedienungsanleitung für den W123 davon abgeraten, weil das benzin den Ölfilm auf der Zylinderlaufbahn abwäscht. Aber Benzin in der Einspritzpumpe für einen Commonraildiesel, das wird spannend, bei Arbeitsdrücken von 1200 bar und mehr besteht die Gefahr der Selbstentzündung(Explosion).

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