Alfa 4C
Es muss nicht immer Ferrari sein

Tiefrot, traumhaft schön, rasend schnell, kompromisslos konstruiert und auch noch ziemlich selten: Wenn so ein Auto aus Italien kommt, dann ist es in der Regel sündhaft teuer. Nicht so bei Alfa Romeo.
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BerlinAlfa Romeo will mit dem neuen 4C beweisen, dass man große Träume für vergleichsweise kleines Geld verwirklichen kann. So kostet das kleine Coupé, das ab Oktober ausgeliefert wird, in der Basisversion gerade einmal 50.500 Euro. Trotzdem kann es der 4C auf einer kurvigen Landstraße mit den meisten Leistungsträgern aus der Vollgasfraktion aufnehmen.

Um jedes Kilo gekämpft

Der kompromisslose Leichtbau macht es möglich. Auf der einen Seite haben die Italiener auf allen Zierrat verzichtet und das Format auf ein Minimum beschnitten. Auf der anderen Seite haben sie das gerade einmal vier Meter lange und nicht einmal hüfthohe Auto vor allem aus Karbon, Aluminium und Kunststoff konstruiert.

So drücken sie das so genannte Trockengewicht auf rekordverdächtige 895 Kilogramm und kommen mit einem entsprechend kleinen Motor aus. Weil das ganz nebenbei auch den Verbrauch senkt, ist der 4C mit einem Normwert von 6,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von 157 g/km obendrein einer der sparsamsten Sportwagen überhaupt.

Er klingt zwar laut und aggressiv wie ein ganz großer und am Steuer versteht man nach dem Starten kaum mehr sein eigenes Wort. Doch was da so stimmgewaltig tönt, ist ein vergleichsweise mickriger Vierzylinder mit nicht einmal 1,8 Litern Hubraum. Selbst wenn ihm ein Turbo ordentlich Druck macht, kommt er nur auf magere 176 kW/240 PS, mit denen man auf dem Papier nun wirklich keinen Sportwagenfan begeistern kann.

Aber in der Praxis. Denn so ein Fliegengewicht braucht keinen V6 oder V8, damit es in Fahrt kommt. Wenn auf ein PS nicht einmal mehr vier Kilo kommen, dann wird die Trägheit der Masse zum Trugschluss und das italienische Roadmovie kennt nur noch den schnellen Vorlauf. Schon die Sprintzeit von 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h ist beeindruckend. Aber sie drückt nicht im geringsten das aberwitzige Gefühl aus, das sich beim Ampelspurt einstellt, beim Überholen auf der Landstraße oder wenn man am Ende einer Kurve wieder aufs Gas steigt und auf die nächste Gerade schießt. Mamma mia, dieses Auto macht süchtig.

Ewige Gier nach Kurven

Man nimmt gerne in Kauf, dass der 4C auf der Autobahn die meisten Sportwagen irgendwann ziehen lassen muss - das Vergnügen ist bei 258 km/h vorbei. Denn auf die langen, breiten Geraden verirrt man sich mit diesem Auto ohnehin nur selten. Der 4C giert nach Kurven und wer auch nur ein bisschen Benzin im Blut hat, der sollte sie ihm geben. Je gewundener die Landstraße, je enger der Alpenpass, desto größer ist der Spaß.

Festgeschnallt in dünnen Sitzschalen und gefangen hinter einem kleinen Cockpit wird man eins mit seinem Auto und steuert den Wagen mit derart traumwandlerischer Sicherheit über den Kurs, dass ESP und Co. selbst in den schärfsten Kehren nicht eingreifen. Dafür allerdings hat der Fahrer gut zu tun. Auf die Servolenkung zum Beispiel haben die Italiener kurzerhand verzichtet. Und wer die Fuhre aus Tempo 100 tatsächlich in 35 Metern zum Stehen bringen will, der muss schon kräftig zutreten.

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  • Tut mir leid, bin ausgewiesener Autoliebhaber, aber dieser Alfa sieht zumindest auf Bildern aus wie eine Kröte vor dem Sprung (habe schon diverse Bilder vom 4C bewundert)

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