Alternative Antriebe
Elektroautos sofort einsatzfähig

Über ein Jahr lang haben Wissenschaftler Elektroautos getestet und kommen nun zu dem Ergebnis: Alles bestens, wir könnten sofort umsteigen. Zusätzliche Ladesäulen braucht man nicht.
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KölnElektroautos könnten in deutschen Großstädten sofort in großem Maßstab eingesetzt werden - zusätzliche Ladesäulen sind dafür nicht nötig. Das ist das wichtigste Ergebnis eines noch laufenden Pilotprojekts in Köln, bei dem Elektroautos seit über einem Jahr in der Praxis getestet werden. «Morgen früh könnte man in Köln auch bei den privaten Pkw mit Elektroautos starten», sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, der das Projekt mit fast 50 Wissenschaftlern begleitet hat, in Köln.

Der Versuch hat nach seinen Angaben gezeigt, dass die meisten Leute ihr Elektroauto zu Hause an der normalen Haushaltssteckdose aufladen würden. Deshalb wären Zusatzinvestitionen in Form von Ladesäulen erst mal überflüssig. In einer Stadt wie Köln mit einer Million Einwohnern könnten jetzt schon gut 30 000 Elektroautos fahren. Für die Leitungsnetze würde das nur gut drei Prozent mehr Stromverbrauch bedeuten, errechneten die Forscher.

Die Reichweite der Elektroautos mit den heutigen Lithium-Ionen -Batterien liege bei 180 Kilometern - danach müsste aufgeladen werden. Im Winter schrumpft die Reichweite durch das Heizen auf nur noch gut 100 Kilometer. «Aber auch das wäre kein Problem, da im Schnitt der Kölner pro Tag etwa 30 Kilometer zurücklegt.»

Dudenhöffer untersuchte auch, ob die Elektroautos im Straßenverkehr für Fußgänger gefährlicher sind, weil sie so leise fahren. Es habe sich jedoch kein höheres Risiko feststellen lassen, sagte der Autoexperte. Künstliche Warngeräusche seien darum unnötig. «Wir können die Ruhe der Fahrzeuge ohne Nebenwirkungen genießen.»

Bei dem Test sind seit April vergangenen Jahres 20 Transporter im Kölner Stadtgebiet unterwegs - bisher haben sie 50 000 Kilometer zurückgelegt. Zusätzlich wurden Tests mit Elektro-Pkw und Vergleichsfahrzeugen mit Verbrennungsmotor ausgeführt. Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Der deutsche Ford-Chef Bernhard Mattes bewertet den Versuch als «außergewöhnlichen Erfolg» und sagt: «Klar ist: die Elektromobilität funktioniert. Die Autobranche steht im größten Umbruch ihrer Geschichte.»

Elektroautos seien eine riesige Chance für die deutsche Autoindustrie, ergänzt Dudenhöffer. Wenn man sich Megastädte etwa in China mit ihrer enormen Luftverschmutzung anschaue, dann sehe man sofort, dass sich hier mittelfristig ein riesiger Markt entwickle.

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  • Die Photovoltaic – Technik ist absolut Gleichwertig zu setzen mit der
    Erfindung des Rades !
    Würde die Photovoltaic – Technik so genutzt werden wie das Rad
    müsste man nicht so dämliche Debatten führen um die Stromversorgung
    zu garantieren.
    Es sollten die Grundlagen dafür schaffen werden das Häuserfassaden, ins
    Besondere Bürohochhäuser mit Photovoltaic - Panels versehen werden müssen.
    Dafür spart man auch die übliche Hausverkleidung. Auch hier keine Mehrkosten,
    im Gegenteil, durch die Stromgewinnung wird auf Jahre Gewinn erzielt!
    Um die Vorgaben des Kyoto-Protokolls, die Zunahme von Treibhausgasen
    in der Atmosphäre, Ausrottung der Artenvielfalt, Anstieg des Meeresspiegel
    könnte man nur noch müde lächeln.
    Der Einsatz der Brennstoffzelle der immer wieder ins Spiel gebracht wird, ist
    viel zu kostspielig, Energieaufwendig und erst in ca. zehn Jahren Serienreif,
    hinzukommt, das Reparaturen nur bei dem eigenen Kfz. – Hersteller durchgeführt
    werden müssen, und das lassen die sich garantiert teuer bezahlen.

  • Die Reichweite der E-Autos kann ohne weiteres verdreifacht werden indem
    die Fahrzeuge auf dem Dach, Motorhaube, Seitenteile mit Solarpanel bestückt
    werden. Flexible Solarpanel beeinträchtigen in keinster Weise die Karosserieform!
    Statt mit sinnlosen Steuerprämien – Erleichterungen den Kauf von E- Fahrzeugen
    zu Subventionieren sollte Intelligenter Weise die Infrastruktur ausgebaut werden
    und einen höheren Anteil der Fördermittel zur Entwicklung Leistungsstärkerer
    Akkus ausgegeben werden.
    Die Nachfrage nach Elektroautos ist doch Heute schon so groß wie auf das
    Begrüßungsgeld nach dem Mauerfall ! Geht die Produktion in Großserie, wird
    der VKP rapide in den Keller gehen, das ist mehr Ersparnis als Steuerprämie.
    Frau Merkels Plan sieht vor das im Jahr 2020 etwa eine Million Elektro-Autos
    auf deutschen Straßen fahren sollen, d.h. im Klartext: Auf keinen Fall mehr.
    Das ist Planwirtschaft a la DDR, oder plant sie nur mit deutschen Autos?

  • Wenn auch die Reichweite z.Zt. ca. bei „mageren“ 200Km liegt und dann
    an der Ladestation nachgeladen werden muss, - aber wo bitte ist die passende
    Ladesäule, (erst wieder in der eigenen Garage?)
    Wenn man das mit dem >> Tesla Roadster<< vergleicht, Reichweite bei moderaten
    Fahrweise über 400 Km, ist hierzulande noch viel Entwicklungsarbeit nachzuholen.
    Sind die Anschlüsse international genormt, - oder macht jeder seinen eigenen
    schönen Stecker? Will ich mobil sein, und das auch auf Reisen ins Ausland
    gibt es nur diese Lösung:
    AKKU – WECHSEL AN DER TANKSTELLE!
    Dauert nicht länger wie Benzintanken und kann garnicht teurer sein als
    derzeitiger Treibstoff, im Gegenteil!
    Und auf einmal wird Benzin, Diesel und Kraftfahrzeuge mit
    Verbrennungsmotoren angeboten wie „SAUERBIER“!
    Wobei der Flug, Schwerlast, Schiffsverkehr, sowie die Landwirtschaft
    vorerst ausgenommen bleibt.
    Eine einheitliche Norm für die Wechselbatterien ist ebenso Pflicht wie die
    den Steckverbindungen, - oder produziert man wieder so einen „Salat“ wie
    bei den Handy-Ladeakkus (nur mitgeliefertes Kabel verwendbar – gegen Aufpreis)

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