Alternative Antriebe
Elektromotoren helfen beim Sparen

Die Deutschen mögen Hybridfahrzeuge. Dieser Trend existierte bereits vor den rasanten Preiserhöhungen an den Zapfsäulen. Und auch auf der diesjährigen Messe IAA Nutzfahrzeuge war diese Form des Antriebs ein wichtiges Thema. Doch auch abseits von Hybridmotoren arbeiten Zulieferer und Autohersteller an Innovationen zur energiesparenden Fortbewegung.
  • 0

KÖLN. Bereits im vergangenen Jahr zeigte eine Studie von TNS/Infratest im Auftrag von Continental, dass jeder vierte deutsche Autofahrer plant, ein Fahrzeug mit Hybridantrieb anzuschaffen. Doch wie die Technik funktioniert, wissen nur wenige: Nur ein Drittel der Befragten konnte erklären, dass es sich beim Hybridantrieb um eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor handelt.

Der Hybridantrieb war auch auf der diesjährigen Messe IAA Nutzfahrzeuge ein wichtiges Thema. Wohin der Blick durch die Hallen auf dem Hannoveraner Messegelände auch schweifte – das Zauberwort lautete Nachhaltigkeit. Doch bei den alternativen Antrieben ist der Hybridmotor allein nicht das Allheilmittel. Die Bremskraftrückgewinnung (Rekuperation) soll seinen Nutzen noch steigern. Sie hat das Ziel, dass keine Antriebsenergie verloren geht.

„Hybridfahrzeuge helfen uns nur dann, wenn das Herz dieser Fahrzeuge konsequent im Sinne einer nachhaltigen CO2-Emmissionssenkung optimiert wird“, sagt Wolfgang Meinig, Professor für Automobilwirtschaft in Bamberg. Denn auch beim Hybridantrieb verfügt über einen Verbrennungsmotor.

Wenn ein Fahrzeug bremst, kann man die entstehende Energie nicht nur in Batterien speichern: Bereits im kommenden Jahr will Bosch Rexroth mit einer hydraulischen Bremskraftrückgewinnung für Nutzfahrzeuge in Serie gehen. Die kinetische Energie, die beim Bremsen entsteht, soll so gespeichert werden, dass sie beim Anfahren wieder genutzt werden kann.

Das passiert mit Hilfe von Öl und Stickstoff. Das Getriebe mit der Kardanwelle stützt sich auf eine Pumpe. Wenn das Fahrzeug bremst, wird dadurch in einen kleinen Behälter mit Stickstoff Öl gedrückt, das wiederum den Stickstoff zusammendrückt. Dadurch wird die Bremsenergie kurzfristig gespeichert und kann anschließend wieder zum Anfahren genutzt werden. Als Prototyp dient ein Müllwagen. „2009 geht dieses System in Serie. In unseren Feldversuchen konnten wir bis zu 25 Prozent Treibstoff einsparen“, erklärt Olaf Marshall von Bosch Rexroth.

Außerdem tüftelt man bei Bosch an der Optimierung von Lithium-Ionen-Batterien. Dazu ist man mit Samsung ein Joint Venture eingegangen. Michael Mack von Bosch erläutert die Ziele: „Wir wollen die Leistung der Akkus erhöhen und die Energiedichte um das Drei- bis Fünffache steigern.“ So soll der Elektroantrieb auch für leichte Nutzfahrzeuge im Stadtverkehr interessant werden. „Technisch möglich sind momentan 60 Kilometer mit einer Batterieladung, Ziel ist aber für die Zukunft eine Distanz von bis zu 200 Kilometern mit einer Ladung.“ Denn schon jetzt ist klar, dass der Hybridmotor nur ein Übergang ist zum reinen Elektroantrieb. Dazu ist es auch wichtig, das Gewicht der Batterien zu senken.

Seite 1:

Elektromotoren helfen beim Sparen

Seite 2:

Kommentare zu " Alternative Antriebe: Elektromotoren helfen beim Sparen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%