Alternative Antriebe: Mit Wasser in die Zukunft

Alternative Antriebe
Mit Wasser in die Zukunft

Weniger Gewicht, mehr Platz, höhere Reichweite: Die Brennstoffzelle könnte Elektroautos gefährlich werden - theoretisch.
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BerlinBerlin West, Heerstraße, Total Tankstelle: Das Einfädeln in den vorbeibrausenden Verkehr ist nur mit einem scharfen Spurt zu schaffen. Trotz kräftigem Tritt auf das Gaspedal heult der Motor des knapp zwei Tonnen schweren Geländewagens nicht auf. Fast wie ein Sportwagen schießt er nach vorne, lediglich Reifenrollgeräusche und der Fahrtwind sind zu hören. "Das ist die Zukunft und nicht Elektro", sagt Dirk Breuer, bei Toyota Deutschland zuständig für neue Techniken. Für ihn sind rein akkubetriebene Fahrzeuge eine Zwischenstation auf dem Weg ins Zeitalter der Brennstoffzelle: Wasser- und Sauerstoff werden im Automobil so zusammengeführt, dass elektrischer Strom entsteht, der in den für den Antrieb zuständigen Elektromotor fließt. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.


Und: Autos mit Wasserstoff kämen mit einer Tankfüllung bis zu sechsmal weiter als E-Fahrzeuge, so Breuer. Damit eigne sich diese Antriebstechnik endlich auch für Transporter, schwere Brummis und Busse, also generell für den Überlandverkehr - wegen der größeren Reichweite sowie des geringen Platz- und Gewichtsbedarfs des Energiespeichers. "Überhaupt erfüllen Wasserstoffmobile alle heutigen Fahr-, Nutzungs- und Komfortansprüche, die für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gelten", fasst der Toyota-Ingenieur zusammen.

Wer in Berlin mit dabei war, ist geneigt das zu glauben: Dem japanischen Off-Roader "Highlander FCHV-adv" ist die neuartige Vortriebslösung nicht anzusehen. Im Gegenteil: Außenmaße, Platzverhältnisse im Innenraum und Zuladung gleichen dem Modell mit Benziner oder Diesel. Ebenso die Reichweite von rund 600 Kilometern sowie die Tankzeit von zirka drei Minuten. 2015 soll der Brennstoffzellenwagen auf den hiesigen Markt kommen.

2015 serienreif?


Auch Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzellen- und Batterieantriebsentwicklung bei Daimler, freut sich auf 2015: "Dann sind die Brennstoffzellenfahrzeuge auf dem Niveau der heutigen Hybridfahrzeuge und bei vergleichbarer Leistung kostengünstiger als Batteriefahrzeuge." Dabei verweist er auf die Lösung F-Cell von Mercedes und auf Ergebnisse der Clean Energy Partnership (CEP), zu deren Mitgliedern neben Daimler und Toyota auch BMW, Volkswagen, Ford, General Motors, Shell und Total gehören. Das gemeinsame Ziel: In vier Jahren sollen Wasserstoffautos serienreif und bezahlbar sein - und an 1.000 Wasserstofftankstellen auftanken können. Derzeit allerdings gibt es im Bundesgebiet gerade einmal 31 Tankstationen, darunter die Total in der Berliner Heerstrasse, die größte. Mehr als zwei Millionen Euro sind für eine Zapfeinrichtung der Zukunft zu veranschlagen, eine herkömmliche Anlage kostet knapp die Hälfte.
Hybridtechnik überzeugt

Trotz dieses finanziellen Handicaps zeigt sich Veit Steinle, Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium, zuversichtlich: "2020 werden wir ein ausreichendes Versorgungsnetz für 500.000 zugelassene Fahrzeuge mit Brennstoffzelle haben." Ähnlich optimistisch äußern sich Detlef Stolten, Leiter des Instituts für Brennstoffzellenforschung im Forschungszentrum Jülich, und Johannes Töpfer, Vorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands (DWV). Den Massenmarkt sehen sie allerdings nicht vor 2030.

EU-Ziel: 135 Gramm

Für Burkhard Göschel, Ex-BMW-Vorstand und nun Mitglied im Lenkungsausschuss der Nationalen Plattform Elektromobilität, sind solche Aussagen derzeit "wenig hilfreich". Er ist überzeugt, dass viele Großstädte alsbald weitere Einfahrbeschränkungen für Gefährte mit Verbrennungsmotor erlassen werden. Schärfere Umweltauflagen seien dann schnellstens nur mit den "heute schon verfügbaren" E-Lösungen erfüllbar. Elektro wäre ebenso die rasch verfügbare und marktkonforme Lösung, um den CO2-Flottenausstoß - also den zusammengefassten, durchschnittlichen Abgaswert aller Kfz-Modelle eines Herstellers - zu reduzieren.

Ihn will die EU-Kommission bis 2020 stufenweise auf 135 Gramm pro Kilometer senken. Wird die Vorgabe nicht erreicht, drohen Strafzahlungen. Dazu kommt, dass bei der anstehenden Reform der Besteuerung von Dienstwagen eine CO2-abhängige Staffelung zum Tagen kommen soll: je weniger Ausstoß, desto weniger Steuern.

Göschel lässt kein Zweifel daran, dass Kraftfahrzeuge speziell in Ballungsräumen aus Umweltgründen künftig entweder vollständig oder wenigstens kurze Strecken elektrisch fahren können müssen. "Wenn konventionell angetriebene Fahrzeuge künftige Schadstoffgrenzen schaffen sollen, kommen wir um eine Elektrifizierung des Antriebsstrangs nicht herum", meint gleichfalls Ralf Wolk, Marketingleiter bei der Leasinggesellschaft Arval.

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  • Allen Kernkraft Fans sei gesagt das auch das Uran Mietelfristig alle wird,genau wie Kohle,Erdgas und öl. Da bleibt nur solarstrom wasserstoff Windkraft Erdwaerme und der gleichen.

  • Ob es grüne Chaoten wahr haben wollen oder nicht: Die Zukunft der Energieversorgung wird in der Wasserstoffgewinnung durch Kernkraftwerke liegen. Allerdings wird es sich hierbei um inhärent sichere Hochtemeperaturreaktoren (Generation-IV-Reaktoren) handeln. In China sind bereits 2 dieser Reaktoren Bau. An der TU Dresden gibt es schon einen entsprechenden Lehrstuhl für Wasserstoff- und Reaktortechnologie und -wirtschaft. Wenn man einem gestandenen Maschinenbauingenieur erzählt, man wolle auf der Erde künftig eine Anzahl von Autos im Milliardenbereich per Ökostrom bewegen, wird sich dieser Ingenieur grinsend an den Kopf fassen. Als Ingenieur bin ich selbst amüsiert, wie naiv hier die anderen Kommentatoren sind. Es wird zur Kernenergie solange keine Alternative geben, wie es nicht gelingt, die Kernfusion marktreif zu machen. Wind, Sonne, Erdwärme etc. sind nichts weiter als Blütenträume einer völlig verblödeten deutschen Bevölkerung. Wer sich nur die Mühe macht, ein Semester Maschinenbau oder Elektrotechnik per Fernstudium zu studieren, wird begreifen, dass es keine Alternativen zur Kernenergie gibt. Die BRD wird sich wie Österreich Stromimporte im großen Stil leisten können, dafür aber einen hohen volkswirtschaftlichen Preis zu zahlen haben.

  • Tja - Jules Verne in Reinstform.

    Wasserstoff ist nur ein weiterer Energiespeicher und man benoetigt Energie (Oel, Gas, Kernenergie) um Wasserstoff zu produzieren.

    Die Speicherverluste sind enorm - nach einem langen Urlaub ist der ehemals volle Tank leer und im richtigen Winter geht nichts mehr - Wasser wird produziert und gefriert!

    Volksverdummung - elektrisch fahren politisch verordnet.

    Uebrigens man koennte auch E10 nehmen, im Auto reformieren und dann den Wasserstoff in die Brennstoffzelle, oder man verlegt unter der Strasse Kabel und uebertraegt den Strom drahtlos und schon braucht man keine Batterie, keine Brennstoffzelle mehr und faehrt trotzdem elektrisch - Korea machts vor und wir Buerger lassen uns immer noch fuer dumm verkaufen.

    Fahren mit Wasser - Handelsblatt das war ein schrecklicher Propagandaartikel...

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