AMG C 63 Coupe Black Series
V8-Sauger mit Suchtpotenzial

Unter der Haube des C 63 AMG Coupe Black Series steckt weder Downsizing noch Turboaufladung, sondern ein Saugmotor dicksten Kalibers. Der Fahrbericht klärt, warum ihn seine Fans lieben.
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Laguna SecaBernds Briefing ist kurz und knapp: "Schalter auf S+, das hat im Automatikmodus die kürzesten Gangwechsel zur Folge. ESP auf Sport Handling Mode, das lässt ein wenig Drift zu". Bernd Schneider, ehemaliger Rennprofi, sitzt in einem Mercedes SLS der AMG Driving Academy. Ort: Die Rennstrecke von Laguna Seca in Kalifornien, berühmt und berüchtigt wegen ihrer gefährlichen "Korkenzieher"-Kurven-Kombination, jenes S-förmige Gefälle, bei dem das Auto schon mal mit allen vier Rädern in der Luft sein kann.

Hinter Schneider kauert ein marginal schwächeres Mercedes-Modell, dessen Fahrer nur darauf wartet, endlich aus der Boxengasse rollen und seinem Instruktor in Rennmanier folgen zu dürfen. Es handelt sich um die stärkste Variante der C-Klasse, das C 63 AMG Coupe der exklusiven Gattung "Black Series". Enthusiasten geht augenblicklich das Herz auf, wenn sie nur den Namen hören. Black Series heißt AMG in Höchstform, heißt Mercedes von seiner sportlichsten Seite, heißt Renntechnik für die Straße.

Unter der Haube des C 63 AMG Coupé Black Series steckt weder Downsizing noch Turboaufladung, sondern ein Saugmotor dicksten Kalibers. Dafür lieben ihn seine Fans. Aus 6,3 Litern Hubraum schöpft der bollernde Hightech-Achtzylinder neben 517 PS auch mächtige 620 Newtonmeter Drehmoment. Damit lassen sich normalerweise schwarze Striche um den Wohnblock ziehen, würde die Elektronik dem nicht Einhalt gebieten.

Bereits nach der Einführungsrunde auf dem 3,8 Kilometer langen California-Kurs lässt Schneider seinen SLS AMG ums Eck fliegen, gibt dabei per Funk Tipps über Bremspunkte und Ideallinie. Der C 63 folgt im gebührenden Abstand. Locker dreht der V8 bis ans Limit von 7 000 U/min, drückt den Fahrer nachhaltig in die tiefen Schalensitze. Innerhalb von 100 Millisekunden wechseln die sieben Gänge - rauf wie runter. Jedes "Klack-Klack" an den Lenkrad-Paddles ist Fahrfreude pur. 4,2 Sekunden gibt AMG für den Sprint von null auf 100 km/h an. Die Spitze wird bei 300 km/h elektronisch abgeregelt.

Auch im Fahrverhalten präsentiert sich das Black Series Coupe als grandios, durcheilt Kurven in einem Tempo und mit einer Präzision, als würden sich die breiten 19-Zoll-Reifen mit dem Asphalt verzahnen. Mehr geht für ein straßenzugelassenes Auto nicht. Es ist dieses perfekte Zusammenspiel von einstellbarem Gewindefahrwerk, der breiteren Spur, der direkten Lenkung, der Hinterachssperre und den geradezu überirdischen Karbonbremsen, die auch nach brutalster Beanspruchung keinerlei Müdigkeit zeigen. Zweifellos: ein Auto mit Suchtpotenzial.

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V8-Sauger mit Suchtpotenzial

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